Kastrationsprojekt für Streunerkatzen wird 2026 fortgesetzt

Kärnten -

 Die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen ist ein ernstzunehmendes Tierschutz-Problem. Viele der Tiere sind scheu, schwer einzufangen und erhalten im Krankheitsfall selten Hilfe. Besonders nicht kastrierte Katzen leiden stark, da sie mehrmals im Jahr trächtig werden können und geschwächt in den Winter gehen. Auch unkastrierte Kater sind durch Revierkämpfe häufig verletzt. Da Katzen bereits ab fünf Monaten fortpflanzungsfähig sind, kann sich ihre Zahl innerhalb kurzer Zeit massiv erhöhen.

LR.in Prettner: Land Kärnten, Gemeinden und Tierärztekammer ziehen an einem Strang – Projekt als einzige tierschutzgerechte Methode, um unkontrollierte Vermehrung zu stoppen.

Kastrationsprojekt wird heuer fortgeführt

„Nur durch möglichst flächendeckende Kastration von Streunerkatzen lässt sich dieses Problem dauerhaft und tierschutzgerecht lösen“, betont Tierschutz-Landesrätin Beate Prettner. Das Land Kärnten setzt daher das erfolgreiche Streunerkatzen-Kastrationsprojekt auch 2026 fort. Neben der Eindämmung der Population soll damit auch die Verbreitung von Krankheiten reduziert werden, die auch auf andere Tiere, u. a. Hauskatzen, übertragbar sind. „Parasitäre Infektionen zählen zu den häufigsten Krankheiten und sind durch Katzenkot sogar auf den Menschen übertragbar“, informiert Prettner. In Österreich gilt eine gesetzliche Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen. Ausgenommen sind lediglich ordnungsgemäß gemeldete und registrierte Zuchtkatzen. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen.

Gemeinsames Vorgehen von Land, Gemeinden und Tierärzten

Umgesetzt wird das Projekt gemeinsam vom Land Kärnten, dem Kärntner Gemeindebund und der Tierärztekammer. Die Kommunen dienen als erste Anlaufstelle für besorgte Bürgerinnen und Bürger oder Tierschutz-Vereine. Sie beantragen die Förderungen, Tierärztinnen und Tierärzte übernehmen Kastration und Kennzeichnung per Mikrochip und leisten dabei auch einen finanziellen Beitrag. Die Firma ANIMAL DATA unterstützt das Projekt durch die Vorregistrierung der Mikrochips, damit eingefangene Katzen eindeutig als Streuner erkennbar bleiben.

Über 1.000 Streunerkatzen kastriert

Das seit dem Jahr 2018 laufende Programm zeigt deutliche Erfolge: „Die Zahl der Kastrationen hat sich seither verdreifacht, zuletzt wurden über 1.000 Streunerkatzen kastriert. Im Jahr 2025 beteiligten sich 87 Gemeinden“, so Prettner. Auch Kärntner Tierheime berichten von weniger abgegebenen Kätzchen. Ebenso sind für das Jahr 2026 bereits 380 Kastrationschips vorbestellt worden. Dies zeigt deutlich, wie hoch der Bedarf an einer Weiterführung des Kastrationsprojektes ist. Abschließend appelliert Prettner an alle Katzenhalterinnen und -halter: „Die Einhaltung der Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen ist entscheidend, um neues Tierleid zu verhindern.“