Urlaubsreisen von Österreichs Bevölkerung verursachten vor Covid19 pro Jahr fast vier Millionen Tonnen Treibhausgase

Österreich-Urlaub viel klimafreundlicher als Flugreise – Autofreie Tourismusangebote in Kärnten als Vorbild

VCÖ -

Vor der Covid-19-Pandemie verursachten die Urlaubsreisen von Österreichs Bevölkerung fast vier Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr, macht der VCÖ aufmerksam. Rund zwei Drittel der Emissionen entstand durch Flugreisen.


Der VCÖ weist darauf hin, dass ein Österreich-Urlaub mit dem Pkw das Klima um fast 90 Prozent weniger belastet als eine Flugreise nach Spanien. Noch klimafreundlicher ist ein Österreich-Urlaub mit der Bahn. Aufgrund der Klimakrise werden autofreie Urlaubsangebote, wie etwa in Mallnitz oder am Weißensee, in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen. Der VCÖ sieht im autofreien Tourismus ein großes Potenzial für die heimische Tourismuswirtschaft.

Klimafaktor Urlaubsreisen

„Urlaubsreisen sind ein Klimafaktor. Die Klimabilanz der diesjährigen Urlaubsreisen der Österreicherinnen und Österreicher wird deutlich besser ausfallen als in den vergangenen Jahren“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. In der Vor-Corona-Zeit verursachten die Urlaubsreisen von Österreichs Bevölkerung fast vier Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr. Zwar wurde nur ein Sechstel der Urlaubsreisen mit dem Flugzeug gemacht, diese waren aber für rund zwei Drittel der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich, macht der VCÖ aufmerksam. Knapp mehr als die Hälfte der Urlaubsreisen wurden vor der Covid-19-Pandemie mit dem Auto gemacht, auf deren Konto etwa ein Drittel der durch Urlaubsreisen verursachten CO2-Emissionen geht.

Die höhere Anzahl an Inlandsurlauben wird die Emissionen des Urlaubsreiseverkehrs reduzieren. Das Umweltbundesamt hat für verschiedene Destinationen die CO2-Bilanz berechnet. Bei einer Strecke von 500 Kilometer verursacht eine Woche Österreich-Urlaub mit dem Auto rund 160 Kilogramm CO2 pro Person, eine Woche Italien-Urlaub mit dem Auto bei einer Anreise von 750 Kilometer mit knapp 300 Kilogramm fast doppelt so viel CO2 und eine Flugreise nach Spanien bei einer Distanz von 1.500 Kilometer mit fast 1.530 Kg sogar neunmal so hohe klimaschädliche Emissionen. Wer mit der Bahn auf Österreich-Urlaub fährt, reduziert im Vergleich zum Auto die Emissionen noch einmal um 40 Prozent, betont der VCÖ.

 

Alternative: Shuttlebusse

Ein gutes öffentliches Verkehrsangebot vor Ort trägt wesentlich zur Verbesserung der Klimabilanz des Urlaubs bei und hilft zudem, die Verkehrsbelastung in der Urlaubsregion zu reduzieren. Da viel Autoverkehr im Widerspruch zum Wunsch der Bevölkerung nach Natur und sauberer Luft steht, setzen zunehmend mehr Urlaubsregionen auf attraktive öffentliche Verkehrsangebote. Vorbildlich sind die Angebote der touristischen Mobilitätszentralen in Kärnten. Die Anreise mit der Bahn wird beworben, die Urlaubsgäste werden mit Shuttlebussen abgeholt und zur Unterkunft chauffiert. Auch die autofreien Urlaubsangebote der „Alpine Pearls“ Mallnitz und Weißensee sind Vorreiter, betont der VCÖ. „Durch die Klimakrise wird der autofreie Tourismus in den kommenden Jahren stark an Bedeutung gewinnen. Für Österreichs Tourismus auch aus ökonomischer Sicht eine große Chance, die es zu nutzen gilt“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen abschließend fest.


VCÖ: Österreich-Urlaub mit Bahn besonders klimaschonend

(Urlaub, 1 Woche pro Person)

Spanien-Urlaub mit Flugzeug (Distanz Anreise 1.500 Km): 1.528 kg CO2

Italien-Urlaub mit Pkw (Anreise 750 km): 304 kg CO2 (minus 80 Prozent)

Österreich-Urlaub mit Pkw(Anreise 500 km): 162 kg CO2 (minus 89 Prozent)

Österreich-Urlaub mit Bahn (Anreise 500 km): 96 kg CO2 (minus 94 Prozent)
Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2020

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