Wien/Hermagor -
Die gestern Abend erzielte Einigung auf die künftigen CO2-Grenzwerte für neue Pkw und Klein-Transporter ist ein wichtiger Schritt zum Klimaziel und zur Reduktion des realen Spritverbrauchs, betont der VCÖ.
Für das Jahr 2050 haben sowohl Österreich als auch die EU das Ziel, dass der Verkehrssektor ohne Erdöl oder andere fossile Energieträger auskommt
Der VCÖ weist darauf hin, dass in den vergangenen Jahren der tatsächliche Spritverbrauch von Kärntens Autoflotte kaum gesunken ist. Bei Diesel-Pkw liegt der reale Verbrauch im Schnitt bei rund 6,5 Liter pro 100 Kilometer, das ist nur ein halber Liter weniger als im Jahr 2000. Der VCÖ fordert die Einführung einer CO2-Abgabe nach schwedischem Vorbild sowie einen Ausstiegsplan aus Diesel und Benzin.
Schritt: Klimaziel
“Die Einigung auf die künftigen CO2-Grenzwerte für neue Pkw und Klein-Transporter ist sehr erfreulich. Damit wird in der EU ein Schritt Richtung Klimaziel gemacht, dem aber sehr rasch noch viele weitere folgen müssen”, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Im Finale von Österreichs Ratspräsidentschaft ist es gestern Abend gelungen, eine Einigung über die zukünftigen CO2-Grenzwerte für Pkw und Klein-Transporter zu erzielen. Es wurde festgelegt, dass die klimaschädlichen CO2-Emissionen der EU-Neuwagenflotte bis zum Jahr 2025 um 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2021 zu reduzieren sind und bis zum Jahr 2030 um 37,5 Prozent.
Klein-Lkw sollen im Jahr 2025 ebenfalls um 15 Prozent weniger CO2 ausstoßen und im Jahr 2030 um 31 Prozent weniger als im Jahr 2021. “Die CO2-Grenzwerte für Klein-Lkw sind sehr wichtig, weil aufgrund des boomenden Online-Handels immer mehr Lieferwagen unterwegs sind. Gerade in Städten sollen künftig vermehrt Elektro-Lieferwagen unterwegs sein, auch um die Luftverschmutzung durch die Verkehrsabgase zu reduzieren”, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.
CO2-Grenzwerte
Niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen bedeuten auch einen niedrigeren Spritverbrauch und eine Zunahme der Anzahl von Elektro-Autos. Wie wichtig niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen sind, zeigt die Entwicklung des realen Spritverbrauchs der Autoflotte von Kärntens Haushalten. So ist der reale Spritverbrauch der Kärntner Dieselautos seit dem Jahr 2000 nur um einen halben Liter pro 100 Kilometer gesunken, macht der VCÖ aufmerksam. Im Jahr 2000 verbrauchten die Diesel-Pkw der Kärntner Haushalte pro 100 Kilometer laut Statistik Austria im Schnitt 7,0 Liter, heute liegt der reale Durchschnittsverbrauch bei rund 6,5 Liter, macht der VCÖ aufmerksam. Bei den Benzin-Pkw gab es zwischen 2000 und 2009 immerhin einen Rückgang des realen Verbrauchs von 8,7 auf 7,4 Liter, seither jedoch ist der Verbrauch nur mehr geringfügig auf rund 6,9 Liter pro 100 Kilometer gesunken.
Österreichs Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen des Verkehrs bis zum Jahr 2030 um ein Drittel zu reduzieren. Derzeit steigen jedoch die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs, im Jahr 2017 waren sie höher als im Jahr 2016. Und auch für das Jahr 2018 ist mit einer weiteren Zunahme zu rechnen. “Damit der Verkehr auf Klimakurs kommt, ist klimafreundliches Mobilitätsverhalten zu belohnen und CO2 zu besteuern. Deshalb sollte rasch eine CO2-Abgabe nach dem Vorbild Schwedens eingeführt werden”, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest.
Für das Jahr 2050 haben sowohl Österreich als auch die EU das Ziel, dass der Verkehrssektor ohne Erdöl oder andere fossile Energieträger auskommt. Das bedeutet, dass in den frühen 30er Jahren die letzten Neuwagen mit Diesel- oder Benzinmotor auf den Markt kommen dürfen. “Um den Herstellern Planungssicherheit zu geben, sollte rasch ein Ausstiegsplan beschlossen werden. In diesem ist festzulegen, ab wann keine Neuwagen mehr mit Verbrennungsmotor verkauft werden dürfen”, erklärt VCÖ-Expertin Rasmussen.
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