WK-Präsident Mandl und Industriespartenobmann Velmeden sind über die Streikmaßnahmen verwundert: „Kann sich nur um einen Irrtum handeln!“

WK kritisiert Gewerkschaftsaktionen in Kärnten

Arnoldstein -

Mit „öffentlichen Informationsveranstaltungen“ auf den Zufahrtsstraßen bestreiken seit heute früh die Gewerkschaft PRO-GE und die Gewerkschaft GPA den Industriestandort Arnoldstein. Mit Protestversammlungen vor dem EURO NOVA Industrie und Gewerbepark Dreiländereck will die Arbeitnehmervertretung ihren Forderungen im Zuge der laufenden bundesweiten Kollektivverhandlungen Nachdruck verleihen. Für Verwunderung sorgt allerdings die Auswahl der bestreikten Unternehmen durch die Gewerkschaft.


Unternehmen stehen in keinem Zusammenhang mit den Verhandlungen

Michael Velmeden, Obmann der Sparte Industrie der WK Kärnten: „Die blockierten Unternehmen stehen in keinem Zusammenhang mit den derzeit stattfindenden KV-Verhandlungen in der Metalltechnischen Industrie, da gar kein Mitglied des Fachverbandes der Metalltechnischen Industrie in diesem Industrie- und Gewerbepark ansässig ist.“

Missbrauch des Streikrechts

Durch diese Blockade würden daher nicht nur die angesiedelten Industriebetriebe unverschuldet vor Problemen gestellt, sondern auch eine Vielzahl von Gewerbebetrieben, die dort ihren Firmensitz hätten. Velmeden: „Es ist nicht einzusehen, weshalb hier Unternehmen in ihren wirtschaftlichen Handlungen beeinträchtigt werden, die mit den derzeitigen Metaller-KV-Verhandlungen gar nichts zu tun haben. Für uns stellt das einen klaren Missbrauch des Streikrechts dar.“

Michael Velmeden, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer (c) WKK/kurasch.com

Vorgehensweise nicht nachvollziehbar

Auch Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl kann die Vorgehensweise der Arbeitnehmervertretung nicht nachvollziehen: „Bei dieser Auswahl der bestreikten Betriebe kann es sich nur um einen Irrtum handeln. Ich rufe die Gewerkschaften im Sinne unserer übergeordneten gemeinsamen Interessen dringend dazu auf, solche Willkürakte zu unterlassen und trotz der aktuellen Patt-Situation auf Bundesebene einen klaren Kopf zu bewahren.

WK-Präsident Jürgen Mandl (c) WKK / Alexander Zagorz

Es wird – unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen – einen Tag danach geben, an dem wir wieder miteinander arbeiten und eine positive Entwicklung des Lebens- und Wirtschaftsstandortes vorantreiben wollen. Das sollte man jetzt nicht mit unbedachten Aktionen aufs Spiel setzen.“

Die Liste der Unternehmen im EURO NOVA Industrie und Gewerbepark ist hier nachzulesen.