Den Wert regionaler Lebensmittel bewusst machen

Kärnten - Und was essen Sie zu Mittag? Rund 1,8 Millionen Österreich essen unter der Woche außer Haus. Doch nur die wenigsten wissen, wie regional der Wirt seine Lebensmittel einkauft! Das Vernetzungstreffen wurde organisiert vom Genussland Kärnten und dem Cluster Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, und touristische Initiativen in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Kärnten.

Matthias Spieß, Hotel Seewirt Spieß, Hannes Royer, Obmann Verein „Land schafft Leben“, Stefan Sternad, Obmann der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Gastronom, Gerfried Pirker, Direktor der KTS, mit Genussland Kärnten Obfrau Barbara Wakonig und ihrem Team Sandra, Filippitsch, Micheala Burgstaller, Karin Göbetzberger, Gerold Schober und Marco Krainer
Unter dem Motto „Regionalität in der Hotellerie und Gastronomie – mehr Wert oder mehr Kosten“ sprach Hannes Royer, Obmann des Vereins „Land schafft Leben“, am Genussland Vernetzungstreffen auf der GAST in Klagenfurt.

Was ist Regionalität?

Welche Regionalitätserwartungen Gäste und Gastronomen haben, zeigt eine Umfrage des Vereines „Land schafft Leben“. So erwarten sich 80 % der Gäste in dieser Befragung, dass die angebotenen Produkte aus der Region oder zumindest aus Österreich stammen. Für viele Wirte endet Regionalität aber bereits im Nachbarort und öffnet Tür und Tor für Ware vom Weltmarkt, die nicht immer unserem hohen Lebensmittel-Standard entspricht. Er hat dabei die kleine Molkerei in 30 Kilometer oderden Gemüsebauer in 25 Kilometer Entfernung völlig übersehen!

Zepter in der Hand.

Letztendlich entscheidet aber der Konsument! Regionale Lebensmittel aus der kleinstrukturierten Landwirtschaft haben nur dann eine Chance, wenn die Wahl nicht auf die billigsten Produkte fällt. „Wir haben es bei den Lebensmitteln leider versäumt, zu zeigen, wie wertvoll sie sind. Für Autos kauft man das beste Motoröl. Was aber in den Körper gefüllt wird, da ist nur der billigste Preis entscheidend“, zeigt Hannes Royer auf!

100% Regional.

In der Hotellerie findet schon ein Umdenken statt. Denn Royer weiß: „Österreich ist keine Billigdestination für Urlaubsgäste. Vielmehr erwartet sich der Gast eine unvergessliche Landschaft, unberührte Natur, ein attraktives Freizeitangebot und 100 % Regionalität auf dem Teller. Der Preis ist für den Urlaubsgast kein Hauptkriterium!“

Bewusstseinsbildung.

Hier setzt das Genussland Kärnten aktiv Akzente für ein gestärktes Regionalitätsbewusstsein. „Mit unseren 350 Lizenzbetrieben stehen wir für sichere, regionale, authentische Lebensmittel. Dieser Kreislauf funktioniert aber nur, wenn Landwirtschaft und Wirtschaft eng miteinander kooperieren. Unsere 92 Kärntner Genuss Wirte mit dem AMA-Gastrosiegel leben täglich diese regionale Partnerschaft“ erklärt Barbara Wakonig, Obfrau des Genussland Kärnten. „Vor allem der Großhandel ist ein wichtiger Partner für die Verfügbarkeit von regionalen Produkten in der Gastronomie. Durch solche Vernetzungstreffen schaffen wir eine Plattform für diese Partner entlang der Wertschöpfungskette“ fügt Michaela Burgstaller, Qualitätsbeauftragte im Genussland Kärnten und Projektleiterin im Cluster Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und touristische Initiativen hinzu.
Zahlreiche Besucher folgten der Einladung vom Genussland Kärnten!

Garantiert. Authentisch. Regional. Kulinarisch regional.

Im Anschluss konnten die Besucher einen Einblick in die kulinarische Welt der Genusshandwerker, stellvertretend für viele regionale Produzenten, gewinnen. So wurden fruchtige Marmeladen vom Fischerhof und Honigkreationen von der Biohonigmanufaktur Klopeinersee kredenzt. Die Kärntnermilch verwöhnte mit Feinem aus der Milchpalette. Einen kleinen Vorgeschmack auf Ostern lieferte der Eierring Herzogstuhl und Familie Obereder – sie bereiteten in Kooperation mit den Kärntner Seminarbäuerinnen pikante Eierspezialitäten zu. Passend dazu servierte Nockfleisch aus Patergassen Köstlichkeiten für die Osterjause und Familie Poganitsch aus Grafenstein überzeugte mit besten Fischspezialitäten. Auch die Fachkräfte von morgen setzen auf regionale Lebensmittel – die Schüler der Kärntner Tourismusschule servierten süße Hadnwürfel mit Kernöl, cremige Polenta und flambierte Äpfel.
Hannes Royer ist Obmann des Vereines „Land schafft Leben“
Alles Fotos ©Gerhard Kampitsch/Der Photograph