Gerhard Köfer: „Bleibt´s z´haus – alles wird gut!”

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Gail-, Gitsch- und Lesachtal - Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer im großen Interview

Team Kärnten Chef Gerhard Köfer setzt sich für die Bürger ein

Gailtal Journal: Herr Köfer, das Coronavirus bestimmt derzeit unseren Alltag. Sie gehen auf Ihrer Facebook-Seite sehr sachlich mit dem Thema um.

Gerhard Köfer: „Die Kärntnerinnen und Kärntner wünschen sich mehr Beiträge von medizinischen Fachexperten und weniger nervige Papagei-artig-vorgetragene Floskeln von Landes-Politikern, die ständig nur das wiederholen, was ohnehin mehrfach vom Kanzler, dem Gesundheits- sowie dem Innenminister vorgetragen wurde. Man sollte immer bedenken: Angst verbreitet sich tausend Mal schneller als jedes Virus. Derzeit sind schon viel zu viele Personen in unserem Bundesland Kärnten infiziert. Daher mein Appell: Bleibt´s z´haus und bleibt´s g´sund.“

Sie haben sich erfolgreich für mehr Schutzkleidung für Kassen-, Not-, Zahn-und Wahlärzte eingesetzt.

„Es war erschütternd, aus Ärztekreisen erfahren zu müssen, dass so manche völlig im Stich gelassen wurden. Kassenärzte sollten lediglich drei Stück Schutzmasken erhalten haben. Alle Wahl- und Zahnärzte mussten sich offenbar selbst organisieren. Plötzlich standen dann 40.000 Schutzmasken aus Beständen der Sanitätsdirektion des Landes zur Verfügung. Wo bitte sind diese bis jetzt gelagert gewesen und warum hat man sie nicht früher verteilt?“

Was sagen Sie zur 38 Milliarden Euro-Finanzspritze der Bundesregierung?

„Einerseits positiv, da Unternehmen und Arbeitnehmer jetzt jede Form der Unterstützung brauchen. Andererseits sind das keine Geldgeschenke von Finanzminister Blümel oder Bundeskanzler Kurz, sondern Steuergelder der Österreicher. Ein großer Teil dieser Milliarden dient zur Übernahme von Haftungen, für Garantien bei Krediten sowie für Stundungen für anfallende Steuern. Aber es kommt der Tag, an dem der Staat sein bzw. vielmehr unser Geld wieder zurückhaben möchte.“

Über den Tag nach der Krise wird nicht gerne gesprochen. Warum eigentlich?

„Fest steht, dass sich die Wirtschaft neu orientieren wird müssen. Regionale Produkte werden wieder interessanter und das Handwerk wird wieder einen besseren Stellenwert bekommen. Ob es mehr Solidarität geben wird, bezweifle ich. Wenn eine Mure das Haus des Nachbarn verschüttet, ist man gerne bereit, bei den Aufräumungsarbeiten zu helfen, jedoch wenn jemand an der Supermarktkasse hustet, wird dieser empört gefragt, ob das sein muss. Zweifellos wird dieses Virus unser Leben für die nächsten Jahre beeinflussen. In welcher Form, weiß ich nicht.“

Ihr Appell an die Kärntnerinnen und Kärntner?

„Ich bin ein unverbesserlicher Optimist und gleichzeitig aber auch zutiefst realistisch eingestellt. Mein Motto lautet: Alles wird gut. Mit Selbstdisziplin, Hausverstand, Besonnenheit und Vernunft werden wir auch diese Krise bewältigen.“