Klartext gesprochen...

Gerhard Köfer: „Unsere Arbeit stärkt Ihr politisches Vertrauen“

Gail-, Gitsch- und Lesachtal - Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer im Interview.

Gerhard Köfer zu Besuch auf der Egger Alm

Wie sehen Sie den aktuell laufenden Nationalrats-Wahlkampf?

Gerhard Köfer: „Skandale wie Ibiza, das Schredder-Gate, Hassposting-Lawinen oder versteckte Spenden, beweisen, wie sehr es – auch in unserem Bundesland – politische Alternativen, wie das Team Kärnten, braucht. Tag für Tag wird im aktuellen Wahlkampf zum Schmutzkübel gegriffen und der politische Gegner angepatzt, und die Parteisekretariate überbieten sich nahezu mit irgendwelchen unappetitlichen Aktionen gegenüber dem politischen Mitbewerber, im Glauben, damit bei den Wählern punkten zu können. Sachthemen spielen überhaupt keine Rolle. Ich werde sehr oft nach einer Wahlempfehlung gefragt. Dabei müsste ich eher eine „Wahlwarnung“ aussprechen. Negativer Höhepunkt war das völlig unnotwendige SPÖ-Beschimpfungs-Video von Christiane Hörbiger zugunsten von Sebastian Kurz. Ich vermute, dass das nichts mit Boshaftigkeit zu tun hatte. Eher war es politische Naivität, sich für eine Partei missbrauchen zu lassen. Ansonsten lässt sich diese Aktion nicht erklären.“

Politiker bedienen sich oftmals inhaltsleerer Floskeln, abgehoben klingender Fremdwörter und nichtssagender Phrasen. Warum?

„Weil sie vielleicht glauben, durch elendslange Sätze und die Verwendung zahlreicher Fremdwörter gebildeter und wichtiger zu wirken. Ich unterstelle diesen Kollegen aber keine Bösartigkeit, sondern vielmehr Arroganz und Unsicherheit. Aber auch da unterscheide ich mich von diesen Parteifunktionären: Ich glaube, über einen gesunden Hausverstand und das notwendige soziale und wirtschaftliche Gespür zu verfügen.“

Blicken wir auf die Gemeinderatswahlen 2021. Wird das Team Kärnten im Gailtal kandidieren?

„Natürlich gibt es auch in der Stadt Hermagor den Wunsch nach einer menschlicheren und sozialeren Veränderung im Rathaus. Daher wird über ein Antreten des Team Kärnten derzeit sehr intensiv diskutiert. Geeignete, engagierte Kandidaten gibt es bereits, aber es sind noch genügend Möglichkeiten für weitere motivierte Mitstreiter im gesamten Gailtal vorhanden.“

Von der SPÖ/ÖVP-Koalition wird in Kärnten permanent die Stärkung des ländlichen Raumes versprochen. Wie schaut die Realität aus?

„Es wurden zahlreiche Polizeiposten, Volks- und Musikschulen, Buslinien, Postfilialen und Tankstellen zugesperrt. In den vergangenen Jahren wurde von SPÖ und ÖVP die Infrastruktur massiv ausgedünnt und das Leben am Land unattraktiv gemacht. Für die Altparteien besteht Kärnten offenbar nur mehr aus Klagenfurt und Villach. Trotzdem wird bei jedem Kirchtag dieselbe Leier am Mikrophon heruntergebetet: Stärkung des ländlichen Raumes, Bildung und leistbares Wohnen. Nichts davon wurde je eingehalten.“

Ein Wort noch zu den ambitionierten Ausbauplänen rund um den Klagenfurter Flughafen?

„Mit dem Teilverkauf der Flughafen-Anteile an die Lilihill-Gruppe hat diese nunmehr weit mehr Rechte und Möglichkeiten als die Stadt Klagenfurt und das Land zusammen. Grundsätzlich hätte alles, wenn es nach dem Ansinnen des Landeshauptmannes gegangen wäre, hinter dem Rücken der Steuerzahler laufen sollen. Doch hier haben wir vom Team Kärnten eingegriffen und zumindest für Transparenz gesorgt. Diese SPÖ/ÖVP-Koalition wollte offensichtlich alles still und heimlich über die Bühne gehen lassen. Sich jetzt mit 25,1 Prozent noch wichtig zu machen und möglicherweise die visionären Pläne des Investors „einzubremsen“ anstatt mit Begeisterung und Engagement voranzutreiben, zeugt von bescheidenem Gespür für die Wirtschaft in unserem Land.“
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