Alarmierende Zahlen: So viele ältere Menschen starben 2025 in Kärnten bei Verkehrsunfällen

Kärnten -

Im vergangenen Jahr kamen in Kärnten laut Innenministerium 35 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, darunter 14 Seniorinnen und Senioren. Damit machten Personen ab 65 Jahren rund 40 Prozent der tödlich Verunglückten aus. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist auf die Notwendigkeit verstärkter Maßnahmen hin, um das Verkehrssystem seniorengerechter zu gestalten.

In Kärnten kamen im Vorjahr 14 Seniorinnen und Senioren bei Verkehrsunfällen ums Leben

Ältere Menschen besonders gefährdet

Die Opferzahlen bei älteren Menschen waren 2025 mit 14 Todesfällen ebenso hoch wie im Jahr 2024 und deutlich höher als in den Vorjahren. 2023 starben sieben Seniorinnen und Senioren, 2022 drei und 2021 zehn. Besonders betroffen waren Pkw-Insassen und Motorradfahrer, jeweils vier Todesopfer entfielen auf diese Gruppen. Drei Seniorinnen und Senioren wurden als Fußgängerinnen und Fußgänger tödlich verletzt. Zwei Todesfälle ereigneten sich mit dem Fahrrad, eine Person kam mit dem E-Bike ums Leben. VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky betont, dass ältere Menschen aufgrund ihres allgemeinen Gesundheitszustands ein höheres Risiko für tödliche Verletzungen bei Unfällen haben. Eine seniorengerechte Verkehrsplanung mit Verkehrsberuhigung, Tempo-30-Zonen und baulich getrennten Radwegen sei daher besonders wichtig.

Maßnahmen für seniorengerechtes Verkehrssystem

Der VCÖ fordert mehr Rücksicht auf ältere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie gezielte Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dazu gehört auch ein Anreizsystem: Personen, die freiwillig den Führerschein abgeben, könnten für drei Jahre ein Klimaticket Kärnten erhalten. Mobilitätserhebungen zeigen, dass mit zunehmendem Alter der Anteil des Zu-Fuß-Gehens an der täglichen Mobilität steigt. Eine fußgängerfreundliche Gestaltung von Gemeinden und Städten ist daher essenziell. Der VCÖ erhebt derzeit im Rahmen einer Umfrage die Zufriedenheit von Fußgängerinnen und Fußgängern mit den Bedingungen in ihrem Wohnort Für Radfahrende empfiehlt der VCÖ den weiteren Ausbau sicherer, baulich getrennter Radwege, insbesondere entlang von Freilandstraßen zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet. Eigenes Verhalten, wie aufmerksames Fahren und das Tragen eines Helms, kann das Unfallrisiko und die Schwere von Verletzungen reduzieren.