Nötsch -
Großvater Ignaz legte seinem Enkel wohl viele Talente mit in die Wiege. Eines davon übt Johannes Stichaller, „Stichi“ wie er im Tal neckisch genannt wird, in seiner Werkstatt aus. Ich traf den charismatischen Obmann des Nötscher Handwerksvereines zum Interview und durfte „in seine Welt eintauchen“.
Sein Wunsch wäre es eines Tages eine vollständige Hubertuskapelle einzurichten. Seine Freizeit verbringt der aktive Postbeamte in seinem Schnitzparadies mitten im Nötscher Vorort
Weißt du Ellen, schon als Kind war ich vom Rohstoff Holz begeistert. Nach der Tischlerlehre, die ich in Kirchbach bei den heutigen Karnischen Massivmöbeln beendet habe, schnupperte ich bei Herrn Wieser in Treßdorf „Schnitzerluft“. Schon Jahre zuvor habe ich selbst Bilder aus Furnierarbeiten erstellt. Der damals in Nötsch ansässige akademische Bildhauer Hans Obersteiner wies mich zusätzlich in die tiefen Geheimnisse dieser Kunst ein. „Bua, du musst zeichnen können, sonst wirst kein guter Schnitzer…! Und dein Werkzeug musst dir selber schärfen können…!“, diese Worte hab` ich als erstes vom Lehrmeister vernommen. „Dass sich das Zirbenholz oder die Pappel am schönsten verarbeiten lassen, das habe ich Jahre später dann selber erfahren dürfen. Lindenholz ist zudem auch der Rohstoff, den ich unter anderem gerne benutze. Mit den Worten des Großmeisters im Ohr, habe ich dann mit dem Kerbschnitzen begonnen, gefolgt vom Reliefschnitzen,“ so Stichaller.
Einen Moment in des Schnitzers-Handwerk eintauchen durfte ich als „Stichi“ seine Erfahrungen zu den Kunststücken Preis gab
Verständnis fürs Holz
„Mein Herz hängt mittlerweile an der Wegkreuzrestaurierung. Alte, abgewitterte Himmelväter, die ich in Form bringen kann, die erfreuen mich am meisten. Sie werden sandgestrahlt, Risse ausgeleimt, geschliffen, versiegelt und gefasst; also im Jargon bemalt. Der Ursprung soll erhalten bleiben, das ist meine Intention“, lächelt der Künstler, der sich rund 20 bis 30 Stunden mit der Spezialisierung der Jesusfiguren beschäftigt.
Im Niemandsland – ein Grundstück zwischen den zwei Nachbarshäusern – steht das von Gottfried Podesser und Johannes Stichaller in den 90iger Jahren errichtete „Martale“. Es steht für gute Nachbarschaft, die sich bis heute bewährt hat
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