„Mitmach“-Krippe im Klagenfurter Dom, Krippenpfad in der Villacher Innenstadt und Krippen in Kärntner Kirchen

Kärnten -

Weihnachtskrippen sind beliebte Veranschaulichungen der mit der Geburt Christi verbundenen Ereignisse, die den Betrachterinnen und Betrachtern die Weihnachtsbotschaft vor Augen führen. Auch wenn heuer coronabedingt mehrere traditionelle Krippenausstellungen nicht stattfinden können, gibt es in einigen Pfarren (siehe Auswahl) die Möglichkeit, während der Advent- und Weihnachtszeit Krippen zu besichtigen.

„Mitmach“-Krippe im Klagenfurter Dom, Krippenpfad in der Villacher Innenstadt und Krippen in Kärntner Kirchen

In der Klagenfurter Dompfarre gibt es heuer eine besondere Krippenaktion für Kinder zum Mitmachen. Neben der traditionellen Krippenlandschaft ist eine leere Futterkrippe aufgestellt, die Kinder mit Strohsternen befüllen können, damit das Christkind am Heiligen Abend möglichst weich liegt. Als „Dankeschön“ liegen für die Kinder Faltkarten mit der Weihnachtsgeschichte zum Mitnehmen bereit.

Am 24. Dezember am frühen Morgen werden die Strohsterne der Kinder zum Licht von Bethlehem gelegt und können von Menschen, die z. B. am Heiligen Abend alleine sind, mit nach Hause genommen werden. Der Fortschritt der Aktion kann online unter
https://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/pfarre/C3074/ sowie auf der Facebook Seite der Klagenfurter Dompfarre beobachtet werden.

Krippenausstellung

Eine Krippenausstellung in der Bernhardkapelle der Stiftskirche Viktring zeigt bis einschließlich 27. Dezember rund 35 verschiedene alpenländische und orientalische Krippen sowie Wurzelstock- und Kürbiskrippen, die jeweils 30 Minuten vor und eine Stunde nach den Sonntags-und Feiertagsgottesdiensten besichtigt werden können.


Durch die Villacher Innenstadt führt heuer erstmals ein „Krippenpfad“ und zeigt bis 6. Jänner in insgesamt 19 Geschäftsauslagen und Schaufenstern Krippen, von orientalisch bis modern. Die traditionelle orientalische Krippe in der Stadthauptpfarrkirche Villach-St. Jakob ist bis zur Fest der Geburt des Herrn am 10. Jänner vor dem Taufbecken aufgestellt. Die Krippe, 1998 von Lambert Windhagauer und Erich Körbler von den Krippenfreunden Villach nach alten Tiroler Vorbildern erbaut, wurde heuer restauriert.

Sie zeigt in der Mitte die Geburtsgrotte, links das Hirtenfeld und rechts einen orientalischen Stadtteil, der Hintergrund wurde von Walter Keisz gemalt. Die mehr als 2,20 Meter lange und 1,20 tiefe Krippe umfasst ca. 17 Figuren großteils Grödner Herkunft von unbekannten Schnitzern sowie Ochse, Esel und diverse Schafe neueren Datums.

Die Bretterkrippe

Zu den ältesten, noch erhaltenen Kirchenkrippen, die jährlich auch noch aufgestellt werden, zählt die Bretterkrippe – also auf Tafeln gemalte Figuren mit ausgeschnittenen Konturen – in der Stiftskirche Ossiach aus der Zeit um 1727. Die elf gemalten, fast lebensgroßen Figuren stammen vom bedeutenden österreichischen Barockmaler Josef Ferdinand Fromiller, weshalb die Krippe weithin auch als „Fromiller-Krippe“ bekannt ist.

Ursprünglich erinnerte die aus drei verschiedenen Wechselszenen bestehende Krippe in gewisser Hinsicht an Altarbilder, da die zu den einzelnen Darstellungen benötigten Figuren am Heiligen Abend (Geburt Christi), während der der darauf folgenden Tage (Anbetung durch die Hirten) und am Dreikönigstag (Anbetung durch die Könige) auf dem Hochaltar aufgehängt wurden. Heute werden die Figurentafeln im Hauptschiff der Kirche links neben dem Volksaltar am Heiligen Abend aufgestellt und sind bis zum Festtag der Taufe des Herrn am 10. Jänner zu besichtigen. Erwähnenswert ist auch, dass die Gewänder beim „Ossiacher Königssingen“, bei dem erwachsene Männer als Sternsinger unterwegs sind, nach dem Vorbild der Figuren der Hl. Drei Könige der Ossiacher Fromillerkrippe eigens angefertigt wurden.

Die Krippe in der Pfarrkirche Theissenegg stellt eine Besonderheit dar


Die Krippe in der Pfarrkirche Theissenegg stellt eine Besonderheit dar, da sie zu den wenigen Krippen zählt, die in Kärnten im 18. Jahrhundert mit geschnitzten Figuren entstanden, fast noch im Originalzustand erhalten sind und auch jährlich noch aufgestellt werden. Auf dem steilen Krippenberg der 53 cm tiefen und 85 cm hohen Anlage führen zwei Wege vom Stall direkt zur Stadt Bethlehem hinauf. Neben dem Weihnachtsgeschehen sind u. a. auch verschiedene Szenarien aus dem Volksleben dargestellt, wie zum Beispiel eine Bäuerin bei der Arbeit, ein Hirte mit einem Alphorn oder ein Gamsenjäger.


Hervorragende Beispiele für geschnitzte und gefasste Figuren des 18. Jahrhunderts finden sich in vielen Kirchenkrippen Kärntens. Nennenswert sind in diesem Zusammenhang die künstlerisch wertvollen Figuren der Krippe von Maria Luggau beim linken Seitenaltar, die auch heute noch vom Heiligen Abend bis Maria Lichtmess besichtigt werden können.
In der Klagenfurter Heiligengeist-Kirche, der Kirche des Ursulinenkonvents, wird vom Heiligen Abend bis zum Fest der Erscheinung des Herrn in der so genannten Kreuzkapelle, direkt gegenüber dem Hauptaltar, eine stimmungsvolle Krippe mit geschnitzten Figuren aus dem 18. Jahrhundert aufgestellt.

Kastenkrippen

Ab der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden in Kärnten auch Kastenkrippen – also in einen (Holz-)Kasten eingebaute Krippendarstellungen – genannt. Erwähnenswert ist die Kastenkrippe von Eberndorf/Dobrla vas, die das ganze Jahr über zu sehen ist. Sie ist hinter Glas ausgestellt und zeigt ohne viel Beiwerk das Geschehen der Heiligen Nacht mit geschnitzten bekleideten Figuren. Zu sehen sind die Heilige Familie, zwei Hirten mit ihren Schafen, die Heiligen Drei Könige sowie Ochs‘ und Esel an der Krippe.


Die Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche St. Marein ist die in Kärnten älteste nachweislich in Gröden in Südtirol hergestellte Krippe. In Gröden wurden bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts Krippenfiguren zunehmend in Massenproduktion gefertigt, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Verbreitung dieser „Grödner Krippen“ ständig zu. Die Krippe in St. Marein wurde der Pfarre im Jahre 1868 von der Familie Gritsch, vlg. Riedl in Paildorf, geschenkt. 90 Figuren unterschiedlicher Größe – die Mehrheit mehr als 30 cm hoch – gehörten laut dem Memorabilienbuch der Pfarre St. Marein ursprünglich zur Krippe und stellten nicht nur das Weihnachtsgeschehen, sondern auch verschiedene weitere Szenen der Weihnachtszeit dar. Im Laufe der Zeit gingen viele Figuren, der ursprüngliche Stoff sowie das Spielwerk verloren.

In den vergangenen Jahren wurde die Krippe renoviert, neu gestaltet und mit neuen Figuren aus Grödner Schnitzerwerkstätten erweitert. Aufgestellt ist die Krippe in der so genannten „Lourdesgrotte“ der Kirche bis zum Mariä Lichtmess-Tag am 2. Februar. Nach alter Überlieferung wird die Krippe bis zum Heiligen Abend immer mit neuen Figuren ergänzt, bis sie am 24. Dezember in voller Pracht erstrahlt. Auch verschiedene Szenen des Weihnachtsgeschehens kommen heute nach ursprünglicher Tradition wieder zur Darstellung, wie etwa die Beschneidung Jesu oder die Flucht nach Ägypten.
Die Krippenfreunde Spittal-Millstättersee stellen bis einschließlich Mariä Lichtmess am 2. Februar im Wintergarten der Pension Ainetter in Seeboden vier heimatliche und eine orientalische Krippe aus, die von außen jederzeit besichtigt werden können.

Eberndorf, Kastenkrippe

Tradition der Krippen

Der griechische Text des Lukasevangeliums sagt, dass Maria ihren Sohn in Windeln wickelte und in „he phatne“ (eine Vertiefung im Höhlen- bzw. Stallboden, aus der die Tiere ihr Futter fraßen) legte. Das deutsche Wort „Krippe“ stammt aus dem indogermanischen und meinte zunächst einen geflochtenen Futtertrog/Korb. Bereits sehr frühe Darstellungen zeigen das Jesuskind in einer geflochtenen Krippe.

Man geht davon aus, dass Papst Liberius Mitte des 4. Jahrhunderts eine Basilika mit einer Krippenkapelle errichten ließ. 420 erbaute man an dieser Stelle S. Maria Maggiore, wo man Holzstücke aufbewahrte, die angeblich von der Krippe Jesu stammen sollten. Wahrscheinlich ist an dieser Stelle in den Weihnachtstagen auch die erste dreidimensionale Krippe gestanden. Seit jener Zeit ist es in S. Maria Maggiore üblich, die Geburt Jesu Christi in Form einer Krippe mit einem in Windeln gewickelten Kind zu zeigen. Daraus entwickelte sich der Brauch, als Nachbildung der Geburtsszene Christi neben dem Altar eine Krippe aufzustellen.

Die Idee zur ersten Weihnachtskrippe stammt vom Heiligen Franz von Assisi, der 1223 in Greccio (Italien) eine Krippenfeier mit lebenden Tieren abhielt. Europaweite Verbreitung in Katholischen Kirchen fand die Weihnachtskrippe ab dem 16. Jahrhundert durch die Jesuiten, deren erste Krippe um 1562 in einem Kloster in Prag nachweisbar ist. In Kärnten sind erste Kirchenkrippen seit Mitte des 17. Jahrhundert, wenn auch meist ohne weitere Details, belegt.


Die Figuren in der Krippe

Ein fester Figurenkanon ist bereits seit dem Jahr 1350 nachweisbar. Die Darstellung in Krippen hat sich zu Beginn auf das in der Krippe liegende, meist in Windeln gewickelte und auf Heu oder Stroh gebettete Jesuskind, dessen Eltern Maria und Josef, Ochs und Esel beschränkt.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen immer mehr Figuren wie die Heiligen Drei Könige oder Hirten mit Schafen hinzu, und die Stallungen wurden mit einem Kometen und einem Verkündigungsengel versehen. Außerdem änderte sich im Laufe der Zeit auch die Darstellung der Krippenlandschaften und wurde den regionalen Gegebenheiten angepasst.