Im Alter von 96 Jahren verstarb am 23. August 2019 Gretl Komposch, Gründerin des international bekannten Grenzlandchors Arnoldstein. 40 Jahre lang war sie, als eine der ersten Frauen, stolze Chorleiterin. Mit ihren Liedern und ihrem Talent begeisterte sie nicht nur Musikfans in Kärnten.
„Das Radl der Zeit“ ist stehengeblieben und ein Leben voll Frohsinn und Gesang ist zu Ende gegangen. Im Jahr 1947 gründete die Kärntnerlied Legende Gretl Komposch den Grenzlandchor Arnoldstein – zu einer Zeit, wo hauptsächlich nur Männer singen durften. Komposch hatte sich sowohl als Komponistin unzähliger Kärntnerlieder als auch als ehemalige Chorleiterin des „Grenzlandchores Arnoldstein“ österreichweit einen Namen gemacht. Am Freitag, 23. August 2019, verstarb die 96-Jährige.
„Kärnten verliert ein Aushängeschild der Volkskultur“
Tief betroffen über den Tod von Gretl Komposch, Kärntens „Liederfürstin“, spricht auch Kulturreferent und Landeshauptmann Peter Kaiser, den Hinterbliebenen sein aufrichtiges Beileid aus. „Komposch wird uns allen nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen gesanglichen Leistungen, ihres Engagements im Bereich der Volkskultur, sondern vor allem wegen ihres zeitlebens sonnigen Wesens in guter Erinnerung bleiben“, betont Kaiser und bedauert: „Kärnten verliert mit ihr ein Aushängeschild der Volkskultur.“ Vom Land Kärnten wurde sie für ihr musikalisches Engagement mit dem Goldenen Lorbeer mit Brillanten, dem Großen sowie dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes ausgezeichnet – die Republik Österreich verlieh ihr den Professorentitel und das Goldene Verdienstzeichen. Komposch, aus deren Feder beispielsweise das Lied „Das Radl der Zeit“ stammt, hatte es als erste Kärntner Chorleiterin anfangs schwer, doch jahrzehntelange Arbeit hatte sich bezahlt gemacht.
„Dank ihrer Lieder wird sie unvergessen bleiben“
Mit einem Regierungsbeschluss konnte erst kürzlich dem letzten Wunsch der Sängerin Folge geleistet werden: Komposch wollte in dem Dirndl, welches sie über Jahrzehnte bei ihren Auftritten getragen hatte zu Grabe getragen werden. Ebendieses Dirndl, das sie vor einigen Jahren dem Land Kärnten für die Sammlung des Volksliedwerkes geschenkt hatte, konnte ihr noch im Juni diesen Jahres in Anerkennung ihrer großen Leistungen übergeben werden. Kaiser verabschiedet sich mit den Worten: „Gretl Komposch möge in Frieden ruhen – dank ihrer Lieder wird sie uns allen unvergessen bleiben.“
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