In Österreich leben zahlreiche Tierarten, die in weit verzweigten Gängen unter der Erde leben. Bei ihrem typischen Grabverhalten bilden sich charakteristische Hügel, die frische Luftzufuhr in den oft sehr langen Tunneln ermöglichen.
Maulwurf – der wohl bekannteste Hügelbaumeister
Der wohl bekannteste Tunnelgräber Österreichs ist der Europäische Maulwurf, Talpa europaea, der in einer Vielzahl an Lebensräumen vorkommt: unter anderem in Laub- und Mischwäldern, Wiesen, Magerrasen und Gärten. Er gehört, wie auch der mit ihm verwandte Igel oder die Spitzmaus, zu den Insektenfressern, Eulipotyphla. Er ernährt sich jedoch nicht nur von Insekten, sondern besitzt einen vielfältigen tierischen Speiseplan. Seine Leibspeise sind Regenwürmer und diverse bodenbewohnende Insektenlarven, darunter auch unliebsame Arten, wie beispielsweise dicke Larven von Maikäfern oder Gartenlaubkäfern, die unter typische „Gartenschädlinge“ fallen. Die Hügel des Maulwurfs sind meist hoch und sehr gleichmäßig und bestehen aus feiner Erde. Sie sind rund bis kegelig geformt. Mit seinen kräftigen, schaufelartigen Vorderbeinen häuft der flinke Gräber seine Hügel für gewöhnlich in relativ gleichmäßigen Abständen an. Oftmals ordnet er sie auch in einer Linie an. Manches Mal befinden sich an den Hügeln Teile von Insektenpanzern – Reste seiner Mahlzeiten. Maulwurfshügel findet man das ganze Jahr über. Im Winter prägen besonders große Haufen, die sogar über die Schneedecke ragen können, das Landschaftsbild.
Wühlmaus – die zurückhaltendere Hügelbaumeisterin
Wühlmäuse, wie die Große Wühlmaus, Arvicola terrestris, oder die Ostschermaus, Arvicola amphibius, leben vor allem auf Wiesen, Weiden und in Gärten mit steinarmen Böden in tiefen Schichten. Die Ostschermaus findet man häufig entlang von Gewässern wie Gräben, Bächen oder Flüssen – was bereits ihr lateinischer Name, Arvicola amphibius, verrät. Anders als der Maulwurf ernähren sich Wühlmäuse überwiegend pflanzlich. Auf ihrem Speiseplan stehen Körner, Samen, Grünpflanzen und Früchte. Die von Wühlmäusen erzeugten Erdhügel unterscheiden sich deutlich von denen des Maulwurfs. Sie sind meist flacher, länglicher und insgesamt unregelmäßiger geformt. Die mit ihren starken Nagezähnen in den Boden gegrabenen Gänge enden meist in nur wenigen größeren Hügeln. Daneben werden zahlreiche kleinere Haufen gebildet. Das Erdmaterial ist häufig mit Wurzelresten oder Grasteilen vermischt.

Ährenmaus – seltener Winzling mit riesiger Gemeinschaftswohnung
Die Ährenmaus, Mus spicilegus, ist eine eher seltene Mausart, die vor allem Lebensräume mit dichter und ungestörter Vegetation bevorzugt. Sie besiedelt unter anderem Hecken, Wegränder sowie extensiv genutzte Felder im Tiefland. In Gärten ist sie daher nur seltener Gast. Auch sie ernährt sich hauptsächlich von Samen, Körnern, Grünpflanzen und Früchten. Ihr Baustil ist auffällig: Mehrere Tiere arbeiten gemeinsam an einem großen Hügel, der gleichzeitig als Vorratslager und Winterquartier dient. Der Bau beginnt meist im Spätsommer – häufig ab August – und kann zwei bis drei Wochen dauern. Die Hügel bestehen zu einem großen Teil aus gesammelten Samen, Getreidekörnern und Fruchtständen aus der Umgebung. Darüber werden trockenes Gras, Laub und schließlich eine dicke Erdschicht gehäuft.










































