Tödliche Verkehrsunfälle: Männer in Kärnten viermal so stark gefährdet wie Frauen

Kärnten -

Eine aktuelle Analyse des VCÖ zeigt, dass Frauen im Straßenverkehr deutlich sicherer unterwegs sind als Männer und deutlich weniger Unfälle verursachen – auch in Kärnten. Im vergangenen Jahr kamen in Kärnten viermal so viele Männer wie Frauen bei Verkehrsunfällen ums Leben, nach dem Vorjahr waren es noch dreimal so viele.

In Kärnten kamen im Vorjahr viermal so viele Männer wie Frauen im Straßenverkehr ums Leben

Im Jahr 2025 entfielen in Kärnten 20 Prozent der Verkehrstoten auf Frauen, während der Anteil der Männer entsprechend viermal so hoch war. Zwischen 2023 und 2025 starben insgesamt 23 Frauen, aber 72 Männer bei Verkehrsunfällen in Kärnten. Auch beim Einsatz der Verkehrsmittel zeigen sich deutliche Unterschiede: Während bei Pkw-Unfällen mehr Männer als Frauen hinter dem Steuer starben, gab es bei Mitfahrerinnen weniger tödliche Fälle. Bei Zweirädern wie Fahrrad, E-Bike oder Motorrad waren Männer deutlich häufiger tödlich verunglückt, obwohl die Nutzung der Verkehrsmittel zwischen den Geschlechtern ähnlich ist.

Männer dominieren die Unfallstatistik

Kärnten ist dabei keine Ausnahme: Österreichweit verursachten Männer in den vergangenen Jahren mehr als doppelt so viele Verkehrsunfälle mit Personenschaden wie Frauen. Bei Unfällen mit alkoholisierten Lenkerinnen und Lenkern war der Anteil der Männer sogar sechsmal so hoch wie der von Frauen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Männer besonders gefährdet sind, sowohl als Unfallverursacher als auch als Opfer im Straßenverkehr.

Mobilität mit Sicherheit

VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky betont, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Verkehrssicherheitsarbeit bislang zu wenig berücksichtigt werden. Wären Männer so sicher unterwegs wie Frauen, hätte es in Kärnten in den vergangenen drei Jahren rund die Hälfte weniger Verkehrstote gegeben. Darüber hinaus fordert der VCÖ, dass bei der Verkehrsplanung die „Mobility of Care“ stärker berücksichtigt wird, da Frauen häufig die Hauptlast von Begleitwegen für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige tragen. Sichere Geh- und Radwege sowie ein gutes öffentliches Verkehrsangebot außerhalb der klassischen Pendelzeiten sind daher besonders wichtig, um die Verkehrssicherheit für alle zu erhöhen.

Anteil der Frauen an Verkehrstoten sinkt

In den letzten Jahren ist der Anteil der Frauen an den Verkehrstoten in Kärnten gesunken. Im Jahr 2025 lag er bei 20 Prozent, im Jahr 2024 und 2023 bei jeweils rund 27 Prozent. Über den Zeitraum von 2021 bis 2025 entfielen insgesamt 27 Prozent aller Verkehrstoten auf Frauen. Die Zahlen verdeutlichen, dass Männer insbesondere als Lenker deutlich häufiger tödlich verunglücken, sowohl im Pkw als auch auf Zweirädern.