Vinzenz Rizzi als Vorbild
Der Preis ist nach dem Humanisten und Priester Vinzenz Rizzi (1816–1856) benannt, einem literarischen Vorkämpfer des Vormärz und Wegbereiter liberaler Ideen. Sein Leitgedanke lautete: „Nicht unterdrückt, sondern erlernt soll die slowenische Sprache werden.“ Bei der Feier waren neben Kaiser auch LHStv.in Gaby Schaunig, Landtagspräsident Andreas Scherwitzl sowie die Abgeordneten Ruth Feistritzer, Stefan Sandrieser und Franz-Josef Smrtnik anwesend.
Dankbarkeit und Standing Ovations
Kaiser nahm den Preis unter Standing Ovations entgegen. In seiner Dankesrede betonte er die Bedeutung der slowenischen Sprache und Kultur als verbindendes Element. Er versprach, weiterhin Brücken für den Dialog und ein respektvolles Zusammenleben zu bauen. „Im dritten Jahrtausend geht es um den Respekt vor jeder Sprache. Kärnten hat es geschafft, historisch Belastendes in Verbindendes zu verwandeln“, so Kaiser. Besonders hob er die Feiern zum 10. Oktober hervor, bei denen in beiden Sprachen Zukunftsorientiertes eingebracht werde. Ein Vorschlag des früheren slowenischen Ministers Karl Erjavec, ein gemeinsames Komitee Kärnten-Slowenien statt eines Kontaktkomitees einzurichten, sei für ihn ein bedeutendes Signal. Gleichzeitig erinnerte Kaiser an die schmerzhaften Ereignisse am Peršmanhof, betonte aber die Lehren daraus und die Notwendigkeit eines fortlaufenden Dialogs. Auch die Eröffnung der Ausstellung „Hinschaun! Poglejmo.“ im slowenischen Parlament nannte er als wichtiges Zeichen für das gemeinsame Handeln.

Begründung der Auszeichnung
Die Vergabe des Preises begründete Augustine Gasser vom ZSO mit Kaisers langjährigem Engagement in der Volksgruppenpolitik und für Menschenrechte. Seit seinem Amtsantritt 2013 habe Kaiser die Volksgruppenpolitik Kärntens auf ein neues Fundament gestellt und ein Klima des Respekts, Miteinanders und europäischer Werte geschaffen. Kaiser werde als echter Brückenbauer gewürdigt, der durch Integrität, Verantwortungsbewusstsein und visionäres Handeln ein neues Kapitel des Zusammenlebens aufgeschlagen habe. Auch Julija Schellander-Obid sprach im Namen des SPZ-Vorsitzenden Mitja Rovšek ihren Dank aus.

Laudatio hebt Integrationsarbeit hervor
Verlesen wurde eine Laudatio von Ana Blatnik, einer langjährigen Wegbegleiterin Kaisers. Sie erinnerte daran, dass Kaiser bereits 2013 bei den Feierlichkeiten zum 10. Oktober Teile seiner Rede auf Slowenisch gehalten habe – ein Novum. Haltung und Respekt seien Werte, die man vorleben müsse. Blatnik hob Kaisers Initiativen hervor: die Integration der Glasbena šola in das Musikschulwesen, die erhöhte Kulturförderung, die Verankerung der Volksgruppe in der Landesverfassung, die offene Erinnerungskultur sowie die Weiterentwicklung des Dialogforums und des zweisprachigen Bildungswesens. Ein besonderes Zeichen sei auch seine offizielle Entschuldigung am 80. Jahrestag der Deportation slowenischer Familien aus Kärnten gewesen. Durch sein Engagement habe Kaiser Kärnten nachhaltig geprägt, die Zusammenarbeit mit Slowenien vertieft und den Populismus in der Region im Zaum gehalten. Er werde als Brückenbauer und glühender Europäer gewürdigt.









































