Mehr als 11.000 Wanderunfälle pro Jahr
In Österreich müssen jedes Jahr zahlreiche Menschen nach einem Wanderunfall im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben der KFV-Unfalldatenbank IDB Austria waren es im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 rund 11.300 Personen pro Jahr. Rund 24 Prozent der Unfälle entfielen dabei auf die Monate September und Oktober. „In der kühleren Jahreszeit kommen mehrere Risikofaktoren zusammen“, erklärt Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Feuchtes Laub, nasse Wurzeln und Geröll können den Untergrund rutschig machen. Nebel kann zudem innerhalb kurzer Zeit die Sicht und Orientierung erschweren. In höheren und nordseitigen Lagen sind im Herbst außerdem bereits Schnee und Vereisung möglich.
Besonders auf dem Rückweg steigt das Unfallrisiko
Nicht nur der Weg nach oben kann zur Herausforderung werden. Rund 28 Prozent der Wanderunfälle passieren gegen Ende einer Tour. Nach mehreren Stunden lässt die Konzentration nach, gleichzeitig nimmt die Müdigkeit zu. Gerade bei schwierigen Bedingungen kann das die Sturzgefahr erhöhen. Wer bereits beim Aufstieg merkt, dass die Kräfte nachlassen, sollte deshalb nicht versuchen, eine Tour unbedingt bis zum Gipfel fortzusetzen. Eine rechtzeitige Umkehr kann verhindern, dass sich die Situation auf dem Rückweg zuspitzt. Stürze sind mit rund 94 Prozent mit Abstand die häufigste Ursache für Wanderunfälle. Besonders häufig betroffen sind die Füße und Knöchel: Rund 30 Prozent der Verletzten ziehen sich dort Verletzungen zu.
Schuhwerk an Gelände und Wetter anpassen
Auch die Wahl der Schuhe spielt eine wichtige Rolle. Für Wanderungen in flacherem Gelände können leichtere Schuhe mit flexibler Sohle geeignet sein. In steilem oder alpinem Gelände bieten dagegen feste, knöchelhohe Bergschuhe mit ausgeprägtem Profil mehr Halt. „Im Herbst ist eine intakte, griffige Sohle besonders wichtig, da rutschige Böden die Sturzgefahr erhöhen können“, sagt Trauner-Karner. Zusätzliche Stabilität können Wanderstöcke bieten – insbesondere auf unebenem Untergrund, bei steilen Passagen oder wenn die Wege durch Nässe rutschig geworden sind.
Die eigenen Grenzen rechtzeitig erkennen
Neben der richtigen Ausrüstung kommt es auch auf eine realistische Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit an. Tagesform, Kondition und Erfahrung sollten bei der Entscheidung, eine Tour fortzusetzen, berücksichtigt werden. Ein kurzer Selbstcheck kann dabei helfen: Bin ich noch trittsicher? Kann ich mich weiterhin gut konzentrieren? Erhole ich mich nach einer Pause ausreichend? Wenn eine dieser Fragen mit Nein beantwortet wird, sollte eine Umkehr zumindest ernsthaft in Betracht gezogen werden.








































