Basisausbildung von neun auf sechs Monate verkürzt
Bei der Basisausbildung gibt es keinen gesetzlichen Ausbildungsschlüssel. Wie viele Ausbildungsplätze tatsächlich zur Verfügung stehen, hängt vom Stellenplan und damit letztlich von der Finanzierung durch die Krankenanstaltenträger beziehungsweise die Länder ab. Zudem wurde die Dauer der Basisausbildung bundesweit bereits von neun auf sechs Monate verkürzt. Diese Verkürzung sieht die Ärztekammer mit Blick auf die Ausbildungsqualität kritisch, wie Dr. Christopher Kalles-Lobenwein, Referent für Turnus, Ärzteausbildung, Lehrpraxis und KPJ, betont.
Ausbildungsschlüssel soll Qualität sichern
Ein gesetzlicher Ausbildungsschlüssel kommt erst bei den Ausbildungsstellen für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in der Facharztausbildung zum Tragen. Aus Sicht der Ärztekammer ist dieser insbesondere wichtig, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung sicherzustellen. Gerade in chirurgischen Fächern sei eine ausreichende fachärztliche Betreuung während der Ausbildung unverzichtbar. „Der bestehende Fachärztemangel darf nicht dazu führen, dass wir bei der Qualität der Ausbildung Abstriche machen“, betont der Obmann der Kurie der angestellten Ärzte, Dr. Maximilian Miksch. Eine gute Ausbildung sei zugleich ein wesentlicher Bestandteil der Patientensicherheit. Statt den Ausbildungsschlüssel zu lockern, fordert die Ärztekammer daher mehr tatsächlich verfügbare Ausbildungsplätze. In nicht-chirurgischen Fächern könne insbesondere der Ausbau der Lehrpraxis zusätzliche Kapazitäten schaffen.
Mehr Planungssicherheit für junge Ärztinnen und Ärzte
Neben der Zahl der Ausbildungsplätze sieht die Ärztekammer auch bei den Beschäftigungsverhältnissen Handlungsbedarf. Assistenzärztinnen und Assistenzärzte erhalten in Kärnten derzeit vielfach nur Einjahresverträge, obwohl die Ausbildung zur Fachärztin beziehungsweise zum Facharzt einschließlich Basisausbildung rund sechs Jahre dauert. „Wer junge Ärztinnen und Ärzte für Kärnten gewinnen und langfristig halten möchte, muss ihnen auch Planungssicherheit bieten“, sagt die stellvertretende Obfrau der Kurie der angestellten Ärzte, Kim Haas, dr. med. Seitens des Vorstandes sei bereits der Wille bekundet worden, diese Praxis zu ändern.
Ärztemangel erfordert zusätzliche Mittel
Der Handlungsdruck dürfte nach Einschätzung der Ärztekammer weiter steigen. Rund 200 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte werden in Kärnten in den kommenden Jahren das Pensionsalter erreichen. Gleichzeitig müssen die Krankenhäuser ausreichend Fachärztinnen und Fachärzte halten und neue Kolleginnen und Kollegen für Kärnten gewinnen. Dafür brauche es zusätzliche finanzielle Mittel, betont Miksch. Der Fachkräftemangel könne nicht durch eine Umschichtung bestehender Mittel oder durch eine Absenkung von Ausbildungsstandards gelöst werden. Neben guten Ausbildungsbedingungen seien auch konkurrenzfähige Gehälter notwendig. Auf Bundesebene werden bereits gesetzliche Änderungen zur Ausweitung der Ausbildungsmöglichkeiten vorbereitet. Die zentrale Forderung der Ärztekammer bleibt dabei: mehr Ausbildungsplätze – nicht weniger Ausbildungsqualität.









































