Frauen stärken, Wirtschaft fördern: Gleichstellung als Schlüssel für Kärnten

Kärnten -

Gleichstellung ist in Kärnten längst kein zusätzliches Projekt mehr, sondern ein zentraler Faktor für die wirtschaftliche Stärke, die Fachkräfteentwicklung und die Zukunft der Region. AMS Kärnten, das Land Kärnten und die Gewerkschaftsfrauen Kärnten setzen daher auch 2026 gezielte Mittel und Maßnahmen ein, um Frauen zu unterstützen – von territorialen Beschäftigungspakten (TEP) bis zu praxisnahen „Quick Wins“.

v.l.: LHStv.in Gaby Schaunig, AMS-Kärnten-Chef Peter Wedenig und ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Silvia Igumnov

Der internationale Frauentag am 8. März bietet zudem Gelegenheit, Themen wie ungleiche Bezahlung oder das Risiko von Altersarmut bei Frauen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Der Kärntner Arbeitsmarkt im Wandel

Der Arbeitsmarkt in Kärnten befindet sich im Umbruch: Der demographische Wandel, die Verschiebung des Arbeitskräftepotenzials innerhalb des Bundeslands sowie eine anziehende Konjunktur erhöhen den Bedarf an qualifizierten Arbeits- und Fachkräften. Besonders im Fokus steht dabei die stärkere Einbindung von Frauen, die knapp mehr als die Hälfte der Bevölkerung Kärntens ausmachen. „Damit Frauen ihre beruflichen Potenziale voll entfalten können, müssen Arbeitsbedingungen und Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass unterschiedliche Lebensrealitäten besser berücksichtigt werden. Davon profitieren nicht nur Frauen, sondern auch Regionen, Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt“, betonen LHStv.in Gaby Schaunig, AMS-Kärnten-Chef Peter Wedenig und ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Silvia Igumnov im Rahmen eines Pressegesprächs zum Frauentag.

Gleichstellung als strategischer Vorteil

„Gleichstellung ist kein kurzfristiges Projekt, sondern eine strategische Entscheidung mit langfristiger Wirkung und wird vielfach als Wettbewerbsvorteil unterschätzt“, erklärt AMS-Kärnten-Chef Peter Wedenig. Die Zahlen bestätigen die Wirkung: Die Arbeitslosenquote von Frauen in Kärnten sank von 10,4 % im Jahr 2016 auf 6,7 % im Jahr 2025 – niedriger als bei Männern (8,2 %) und unter dem österreichweiten Durchschnitt von 6,9 %. Auch die Erwerbstätigenquote stieg von 65,1 % (2016) auf 70,1 % (2024).

LHStv.in Gaby Schaunig sieht darin Auftrag und Motivation zugleich: „Das zeigt, dass Gleichstellung wirkt – und dass wir sie weiter vorantreiben müssen.“ Im Rahmen des Territorialen Beschäftigungspakts gibt es Maßnahmen speziell für Frauen, etwa die Zielgruppenstiftung, die 2026 50 Plätze bietet. Sie richtet sich an Frauen ohne abgeschlossene Ausbildung oder an solche, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können, sei es wegen gesundheitlicher Einschränkungen oder mangelnder Nachfrage. Land Kärnten und AMS finanzieren die Stiftung mit rund 850.000 Euro jährlich.

Altersarmut bei Frauen als zentrales Thema

Trotz Fortschritten bestehen deutliche Ungleichheiten: Frauen verdienen in Österreich im Schnitt rund 15,5 % weniger als Männer über 10.000 Euro weniger pro Jahr. Diese Einkommenslücke zieht sich auch in die Pension fort: Frauen erhalten im Schnitt rund 40 % niedrigere Pensionen als Männer, was das Risiko von Altersarmut deutlich erhöht.

Transparente Gehälter als Schlüssel zur Gleichstellung

Ein weiterer Schritt ist die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie bis Juni 2026. „Transparenz schafft Fairness. Nur wenn Gehälter nachvollziehbar sind, können ungerechtfertigte Unterschiede beseitigt werden“, betont Igumnov. Gemeinsam mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen des AMS Kärnten und den Initiativen des Landes sollen klare Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass Frauen in allen Lebensphasen gleichstellungsgesichert sind – vom ersten Job bis zur Pension.