Knapp 30 Prozent mehr: Unternehmensinsolvenzen steigen im Vergleich zum Vorjahr

Kärnten/ Österreich -

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Kärnten ist im ersten Quartal 2026 deutlich gestiegen. Laut einer Hochrechnung des KSV1870 meldeten insgesamt 113 Firmen Insolvenz an – ein Plus von 29,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind die Gastronomie und Beherbergung, das Baugewerbe sowie der Handel, die zusammen 43 Prozent aller Firmenpleiten ausmachen.

Die Zahl der Firmenpleiten nimmt deutlich zu: Im ersten Quartal 2026 sind die Unternehmensinsolvenzen um 29,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen

An der Spitze der Pleiten stehen weiterhin Betriebe aus Beherbergung und Gastronomie (19 Fälle, 13 Mio. Euro Passiva), gefolgt von der Bauwirtschaft (18 Fälle, 4 Mio. Euro) und dem Handel (12 Fälle, 1 Mio. Euro). Die Gründe liegen unter anderem in hohen Betriebskosten, schwacher Nachfrage, geringen Gewinnmargen und Personalmangel.

Privatkonkurse leicht rückläufig

Parallel dazu ist die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren in Kärnten leicht gesunken: 139 Verfahren wurden eröffnet, ein Rückgang von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die vorläufigen Passiva liegen bei 14 Millionen Euro, 12,5 Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2025. „Die wirtschaftliche Lage vieler Haushalte bleibt angespannt, auch wenn sich die Inflation etwas beruhigt hat“, erklärt Peißl-Schickmair. Kärnten liegt mit diesem Rückgang im Bundesländervergleich im Mittelfeld.

Prognose 2026: Unsicherheiten bleiben

Für das laufende Jahr bleibt die Prognose unsicher. Globale Krisenherde, die geänderte Gesetzeslage durch das Betrugsbekämpfungsgesetz 2026 und die weiterhin hohen Kosten für Unternehmen könnten die Entwicklung der Insolvenzen beeinflussen. „Wir erwarten derzeit keine dramatischen Verschiebungen bei den Fallzahlen, jedoch können kurzfristige Gesetzesänderungen die Situation verändern“, so Peißl-Schickmair.