Droht Versorgunglücke in St. Stefan?

Gerüchteküche um Praxis Dr. Tomantschger

St. Stefan - Die Gerüchteküche in St. Stefan an der Gail und Umgebung brodelt! Grund dafür ist eine sich rasch verbreitende, hartnäckige Behauptung, die Arztpraxis von Dr. Gerda und Walter Tomantschger würde mit März 2021 schließen.

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Da diese Informationen nicht der Wahrheit entsprechen, haben wir uns mit dem ansässigen Hausarzt zum ehrlich, offenen Gespräch getroffen und informieren über die Richtigkeit der Sachlage und vor allem – der weiterhin bestehen bleibenden, bestmöglichen medizinischen Versorgung, in der Gemeinde St. Stefan durch das Ärzteehepaar.
Im Interview mit Dr. Walter Tomantschger:

Gailtal Journal: „In letzter Zeit hört und liest man sehr häufig vom drohenden Hausärztemangel.  Betrifft dieses Problem auch die Gailtaler Bevölkerung in absehbarer Zeit?“

Dr. Tomantschger: „Ja ganz sicher. Auch bei uns im Gailtal ist ein Teil der Kollegen in einem Alter, in dem viele andere Berufsgruppen schon an die Pension denken. Das Problem ist einerseits, dass es im Moment nur wenige junge Kollegen gibt, die eine Ausbildung zum Allgemeinmediziner machen und andererseits, dass sich viele junge Kollegen nicht an das Projekt Selbstständigkeit mit hohem Arbeitsaufwand, großem administrativem Aufwand, schwer kalkulierbaren Investitionen und ohne Sicherheitsnetz eines Krankenhauses heranwagen.“ ***

„Wie könnte Abhilfe geschaffen werden?“

Dr. Tomantschger: „Da ist in letzter Zeit ohnehin viel passiert: Man ist endlich zur Erkenntnis gelangt, dass auch Ärzte ein Recht auf Freizeit und Familie haben, woraus sich eine Neuordnung der Bereitschaftsdienstregelung ergeben hat. Die Nachtdienste unter der Woche gibt es nicht mehr, die Patienten erreichen nur das Rote Kreuz bzw. einen Telefonarzt. Ab 2.2.2019 werden auch die Wochenenden in der Nacht nur noch in dieser Form bespielt. Das erleichtert die Situation vor allem für die älteren Kollegen (statt 72 Stunden durchgehend Dienst, nur noch Samstag und Sonntag von 7 bis 19 Uhr). Zum anderen gibt es nun auch neue Formen der Zusammenarbeitsmöglichkeiten unter Ärzten bzw. mit anderen Gesundheitsberufen.“ ***

„Uns ist in letzter Zeit gehäuft zu Ohren gekommen, dass Sie auch demnächst ans Aufhören denken?“

Dr. Tomantschger: „Das ist schlichtweg eine Falschinterpretation von Aussagen, die ich so nicht getätigt habe. Selbstverständlich mache ich mir Gedanken darüber, wie es nach mir mit der medizinischen Versorgung in meiner Gemeinde St. Stefan weitergehen wird, da ja leider meine Tochter als Internistin mit Spezialgebiet Onkologie eine völlig andere Wahl getroffen hat. Zum Glück gehöre ich noch zu den Kollegen, deren Kassenvertrag erst mit dem 70. Lebensjahr erlischt. Bis dahin hoffe ich sehr, dass es mir möglich sein wird, eine/n junge/n Kollegen/in langsam in diese verantwortungsvolle, aber schöne Aufgabe einzuführen, sodass es zu keiner Versorgungslücke mit dem Risiko des Verlustes der Hausapotheke kommt. Man sollte nämlich die Bedeutung der Hausapotheke für die Landbevölkerung keineswegs unterschätzen, da ich einerseits auch meine Patienten am Krankenbett direkt mit Medikamenten versorgen kann, andererseits die Patienten kürzere Wege haben.“ ***

„Wenn man so hört, was junge Kollegen abschreckt – haben Sie es jemals bereut, in die Praxis gegangen zu sein?“

Dr. Tomantschger: „Absolut NEIN! Obwohl auch ich mir als junger Mensch nur schwer vorstellen konnte, als Einzelkämpfer zu arbeiten, – ich würde es wieder tun und will es weiter machen.“ ***

Vielen Dank für das offene Gespräch im Hinblick auf die Praxisschließungsgerüchte in der Gemeinde St. Stefan.

Die Versorgung der Bevölkerung in der Gemeinde St. Stefan an der Gail

ist und bleibt ungebrochen fachgerecht und herzlich.