Haustier verschwunden? So nutzen Kriminelle die Verzweiflung der Besitzer aus

Österreich -

Wenn ein geliebtes Haustier plötzlich verschwindet, ist die Verzweiflung bei Halter:innen oft groß. Jeder Moment zählt, um den Vierbeiner wiederzufinden. Genau diese Verzweiflung machen sich Kriminelle zunehmend zunutze. Auch das Portal Watchlist Internet warnt aktuell vor dieser Masche und empfiehlt Betroffenen besondere Vorsicht.

Das Portal Watchlist Internet warnt aktuell vor einer neuen Betrugsmasche

Auf Facebook existieren zahlreiche Gruppen, in denen Haustierbesitzer:innen vermisste Tiere melden können. Hier teilen sie Fotos, Beschreibungen und den letzten Aufenthaltsort ihrer Lieblinge. Während sich andere Mitglieder meist nur mit Mitgefühl äußern, tauchen vereinzelt Hinweise auf Personen auf, die angeblich bei der Suche helfen können.

Die Anbahnung über Facebook-Gruppen

Diese Empfehlungen stammen oft alle von demselben Account. Die Hinweise führen zu einem Profil einer Frau, die angeblich „Tierkommunikation“ beherrscht. Die Kontaktaufnahme ist ausschließlich über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegram möglich. Sobald Haustierbesitzer:innen Kontakt aufnehmen, beginnt die eigentliche Betrugsmasche.

Diese Erfolgsmeldungen sollen Interessierte
von einer Kontaktaufnahme überzeugen (c) Screenshot Watchlist Internet

Tiersuche als Falle für Betrug

Die angeblichen Tierflüsterer fordern schnell Geld von verzweifelten Haustierhalter:innen. Zunächst wird erklärt, dass geprüft werden müsse, ob das Tier noch lebt, wofür Gutscheine oder Gegenstände im Wert von 100 Euro verlangt werden. Anschließend melden die Betrüger, dass das Tier zwar lebt, aber verletzt oder geschwächt sei, und um seinen Standort zu erfahren, müsse ein Transcash-Gutschein gekauft oder der Betrag überwiesen werden. Im Kern handelt es sich um Gutscheinkartenbetrug, getarnt als Tiersuche, bei dem die Täter Heilung und Schutz des Tieres versprechen. Erst nach Zahlung wird eine Adresse genannt – angeblich der Aufenthaltsort. Tatsächlich führt diese jedoch zu keiner Katze, und die Täter:innen geben Ausreden, um weitere Zahlungen zu erzwingen. Fotos oder „Erfolgsmeldungen“ stammen meist aus dem Internet oder von zuvor übermittelten Bildern der Opfer. Am Ende bleibt das Tier verschollen, und die Opfer verlieren oft mehrere hundert Euro.

Identische Kommentare tauchen unter vielen Beiträgen zu vermissten Tieren auf (c) Screenshot Watchlist Internet

Woran sich die Masche erkennen lässt

Die versprochene telepathische Kommunikation zwischen Mensch und Tier existiert nicht. Weitere Hinweise auf die Fake-Profile sind auffällige KI-Bilder, die oft deformiert oder unnatürlich wirken, fehlende Freunde, ungewöhnlich viele Likes von verdächtigen Profilen und offensichtlich gekaufte Follower. Diese Merkmale sind zwar nicht illegal, deuten aber klar darauf hin, dass es sich um ein betrügerisches Profil handelt

Man ist in die Falle getappt?

Die Möglichkeiten, Geld zurückzuerhalten, sind leider begrenzt. Wer bereits Überweisungen oder Transcash-Codes geschickt hat, sollte schnell handeln:

  • Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank und schildern Sie den Fall.
  • Bei Transcash-Codes den Kundenservice kontaktieren und versuchen, die Codes sperren zu lassen.
  • Das betrügerische Profil bei Facebook melden.
  • Anzeige bei der Polizei erstatten.