Klimaziele nur mit deutlich niedrigerem Spritverbrauch erreichbar

Kärntens Autofahrer tanken im Schnitt 810 Liter Sprit pro Jahr

VCÖ - In den Tank eines durchschnittlichen Autos von Kärntens Haushalten flossen im Vorjahr 810 Liter Sprit, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Der Unterschied zwischen Diesel- und Benzin-Pkw ist groß. Die Diesel-Pkw werden deutlich mehr Kilometer gefahren und verbrauchten im Vorjahr im Schnitt 923 Liter. Wer einen Benzin-Pkw fährt, tankte im Schnitt 669 Liter. Um die Klimaziele erreichen zu können, ist der Spritverbrauch der Autos deutlich zu reduzieren, betont der VCÖ.

Rund 254 Millionen Liter Sprit tankten im Vorjahr Kärntens private Haushalte, und damit um rund 24 Millionen Liter mehr als noch vor fünf Jahren. Im Schnitt flossen 810 Liter Treibstoff in den Tank eines Pkw, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Damit verursachte ein Kärntner Pkw im Schnitt 2.050 Kilogramm CO2. „Der reale Spritverbrauch der Autos ist mit über sechseinhalb Liter pro 100 Kilometer nach wie vor hoch und damit auch der CO2-Ausstoß“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Verbrauch

Pro 100 Kilometer haben Kärnten Diesel-Pkw einen Verbrauch von 6,6 Liter, Benzin-Pkw von 6,9 Liter. Beim Verbrennen von einem Liter Diesel entsteht aber um 13 Prozent mehr CO2 als beim Verbrennen von einem Liter Benzin. Pro 100 Kilometer verursachten die Kärntner Benzin-Pkw 16,1 Kilogramm CO2, die Diesel-Pkw mit 17,4 Kilogramm CO2 sogar noch mehr, informiert der VCÖ. Und mit Diesel-Pkw wurde mit durchschnittlich rund 13.920 km deutlich mehr gefahren als mit Benzin-Pkw (9.510 km). Dadurch ist der Unterschied beim verursachten CO2-Ausstoß zwischen Diesel und Benzin-Pkw noch größer. Die Benzin-Pkw der privaten Haushalte verursachten im Vorjahr im Schnitt 1.545 Kilogramm CO2, die Diesel-Pkw mit 2.170 Kilogramm CO2 um rund die Hälfte mehr, macht der VCÖ aufmerksam.

Spritverbrauch reduzieren

Mit spritsparendem Fahrverhalten kann der Spritverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß um 10 bis 20 Prozent reduziert werden. Konkret heißt das unter anderem gleiten statt rasen, vorausschauend fahren und die Motorbremse häufiger einsetzen sowie rasch in den nächsthöheren Gang schalten, empfiehlt der VCÖ. Wesentlich ist auch, dass beim Autokauf bei der Probefahrt auf den realen Verbrauch geachtet wird. Denn häufig ist der reale Verbrauch deutlich höher als am Papier steht. Das größte Potenzial, den Spritverbrauch zu verringern, liegt beim Mobilitätsverhalten, betont der VCÖ. Häufiger kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad fahren und dort, wo es möglich ist, öffentliche Verkehrsmittel nutzen. „Es ist wichtig, dass die Verkehrspolitik Maßnahmen setzt, damit all jene, die auf klimaverträgliche Verkehrsmittel umsteigen wollen, auch die Möglichkeit dazu haben. Und es ist eine wichtige Aufgabe der Politik, Anreize zu setzen, damit jene, die schon heute umsteigen können, das auch häufiger tun“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

Kärntens Autofahrer tanken 810 Liter pro Jahr

    (Spritverbrauch der Pkw von Kärntens Haushalten – in Klammer verursachte CO2-Emissionen)
  • Diesel-Pkw: 923 Liter pro Jahr (2.435 kg CO2)
  • Benzin-Pkw: 660 Liter pro Jahr (1.545 kg CO2)
  • Alle: 810 Liter pro Jahr (2.050 kg CO2) Erst-Autos:
  • Diesel-Pkw: 1.106 Liter pro Jahr (2.920 kg CO2)
  • Benzin-Pkw: 792 Liter pro Jahr (1.855 kg CO2) Zweit- und Dritt-Autos:
  • Diesel-Pkw: 572 Liter pro Jahr ( 1.510 kg CO2)
  • Benzin-Pkw: 525 Liter pro Jahr ( 1.230 Kg CO2)
    Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2019