Polizeiliche Jahresbilanz: Anstieg bei Cybercrime, Betrug und jungen Tatverdächtigen

Kärnten -

Die polizeiliche Jahresbilanz 2025 zeigt ein insgesamt erfreuliches Bild für Kärnten: Die Kriminalität ist leicht rückläufig, während die Aufklärungsquote weiterhin auf hohem Niveau bleibt. Gleichzeitig machen neue Entwicklungen – insbesondere im Bereich Cybercrime und Jugendkriminalität – deutlich, dass sich die Herausforderungen für die Polizei zunehmend verändern.

Die Polizeibilanz 2025 zeigt: Während die Gesamtkriminalität leicht rückläufig ist, nehmen Cybercrime, Betrugsfälle und Delikte bei jungen Tatverdächtigen zu

Im Jahr 2025 wurden in Kärnten insgesamt 25.532 Straftaten angezeigt, was einem Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Zahl der geklärten Fälle ging leicht zurück, dennoch bleibt die Aufklärungsquote mit 61,3 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Unterschiedliche Entwicklungen in der Internetkriminalität

Im Bereich der Internetkriminalität ist die Gesamtzahl der Anzeigen im Jahr 2025 leicht gesunken. Insgesamt wurden 3.034 Fälle registriert, was einem Rückgang von 2,1 Prozent entspricht. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein deutlicher Anstieg beim Cybercrime im engeren Sinne. In diesem Bereich stieg die Zahl der Anzeigen um 23 Prozent auf 733 Fälle. Demgegenüber gingen andere Deliktsformen zurück. So sank die Internet-Erpressung deutlich von 180 auf 128 Fälle, was einem Minus von 28,9 Prozent entspricht. Auch beim Internetbetrug wurde ein Rückgang verzeichnet, hier gingen die Anzeigen um 5 Prozent auf 1.716 Fälle zurück.

Deutlicher Rückgang bei Suchtmittelkriminalität und Schlepperei

Die Suchtmittelkriminalität ist im Jahr 2025 spürbar zurückgegangen. Es wurden 2.335 Delikte registriert, was einem Rückgang von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Noch deutlicher ist die Entwicklung im Bereich der Schlepperei. Hier sank die Zahl der Anzeigen von 54 auf nur noch 8 Fälle. Das entspricht einem Rückgang von 85 Prozent.

Anstieg bei Betrugsdelikten

Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen ist die Zahl der Betrugsdelikte gestiegen. Insgesamt wurden 3.387 Anzeigen registriert, was einem Anstieg von 2,8 Prozent entspricht. Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Sozialleistungsbetrug. Hier stieg die Zahl der Anzeigen von 133 auf 282 Fälle und hat sich damit mehr als verdoppelt. Auch beim Trickbetrug wurde ein Anstieg verzeichnet, die Anzeigen stiegen von 111 auf 123 Fälle.

Jugendkriminalität bleibt auf erhöhtem Niveau

Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist im langfristigen Vergleich gestiegen. Im Jahr 2025 wurden 4.205 Tatverdächtige in dieser Altersgruppe registriert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies jedoch einem Rückgang von 3,7 Prozent. Auffällig ist die Entwicklung bei den jüngsten Altersgruppen. Bei den unter 10-Jährigen stieg die Zahl der Tatverdächtigen von 40 auf 57. Auch bei den 10- bis unter 14-Jährigen gab es einen Anstieg von 509 auf 596. Demgegenüber ging die Zahl der Tatverdächtigen bei den 14- bis unter 18-Jährigen sowie bei den 18- bis unter 21-Jährigen zurück.