VCÖ: Bezirk Hermagor Kärntens Spitzenreiter bei den E-Autos

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Jedes neunte im Vorjahr im Bezirk Hermagor neuzugelassene Auto fährt ausschließlich mit Strom. Damit ist Hermagor Kärntens Spitzenreiter bei E-Pkw und im Österreich-Ranking außerhalb Wiens an zweiter Stelle, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Der VCÖ weist darauf hin, dass E-Pkw für die Regionen und für Carsharing besonders gut geeignet sind. Um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können, muss der E-Pkw Anteil rascher als bisher steigen.

VCÖ: Bezirk Hermagor Kärntens Spitzenreiter bei den E-Autos

„E-Autos sind für die Stadt, aber besonders auch für Regionen sehr gut geeignet. Und das spiegelt die Statistik wieder“, weist VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen auf die Ergebnisse einer aktuellen VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria hin. In Kärnten ist der Bezirk Hermagor mit 10,9 Prozent E-Pkw an den Neuzulassungen der Spitzenreiter. Österreichweit hat außerhalb von Wien nur der oberösterreichische Bezirk Kirchdorf an der Krems einen höheren E-Pkw Anteil.

An zweiter Stelle liegt in Kärnten die Landeshautstadt Klagenfurt mit 6,5 Prozent, vor dem Bezirk St. Veit an der Glan mit 5,7 Prozent. Den niedrigsten Anteil an E-Pkw hat der Bezirk Wolfsberg mit 4,0 Prozent.

Den Strom fürs Fahren umweltfreundlich selber erzeugen

In den Regionen gibt es viele Einfamilienhäuser. Man kann mit Photovoltaik-Anlage den Strom fürs Fahren umweltfreundlich selber erzeugen und ist nicht von Erdöl aus anderen Staaten abhängig, betont der VCÖ.  Da E-Autos in der Anschaffung teurer, aber im Betrieb billiger sind, sind sie für Carsharing ideal, wie das Carsharing Projekt FReD beispielsweise in der Region Nassfeld-Presseggersee, Lesachtal und Weißensee.

„Die Energiewende im Pkw-Bereich kommt langsam aber sicher in Fahrt. Das ist auch dringend nötig. Der Ausstieg aus Diesel und Benzin ist neben Verkehr vermeiden und verlagern die dritte wichtige Säule, um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest.

CO2-Emissionen von E-Pkw

In der Gesamtbilanz, also inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung, sind in Österreich die CO2-Emissionen von E-Pkw im Schnitt um 55 Prozent niedriger als von Benzin- und Diesel-Pkw, wie die Daten des Umweltbundesamt zeigen.

Wird Ökostrom getankt, sind die Emissionen mit rund 58 Gramm pro Fahrzeugkilometer sogar um rund 77 Prozent niedriger. Zudem stoßen E-Pkw beim Fahren keine gesundheitsschädlichen Abgase aus. Auch die Abhängigkeit von teuren Öl-Importen sinkt, wenn der Anteil der E-Pkw an Österreichs Flotte steigt, betont der VCÖ.

Zunahme des E-Pkw-Anteils

Die steigende Anzahl an E-Pkw Modellen, die von den Herstellern auf den Markt gebracht werden, werden zu einer Zunahme des E-Pkw-Anteils führen. Die Bundesregierung versucht der Durchbruch der E-Mobilität mit umfangreichen Förderungen zu beschleunigen, legt sich dabei aber selber Steine in den Weg, weil Dieseltreibstoff und Firmenwagen mit Verbrennungsmotor nach wie vor steuerlich begünstigt werden.

„Fossile Steuerbegünstigungen bremsen und sind in Zeiten der sich verschärfenden Klimakrise nicht mehr zeitgemäß“, bringt es VCÖ-Expertin Rasmussen auf den Punkt.

Eine CO2-Bepreisung, wie es sie in Deutschland seit Jahresanfang gibt, gibt der E-Mobilität hingegen Rückenwind. Der VCÖ fordert daher eine rasche Umsetzung der ökosozialen Steuerreform.

VCÖ: Im Bezirk Hermagor im Vorjahr bereits jeder 9. Neuwagen ein E-Pkw (Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2020)  

Bezirk Hermagor: 10,9 Prozent

Klagenfurt: 6,5 Prozent

Bezirk St. Veit an der Glan: 5,7 Prozent

Villach: 5,1 Prozent

Bezirk Klagenfurt Land: 5,1 Prozent

Bezirk Villach Land: 5,1 Prozent

Bezirk Feldkirchen: 4,8 Prozent

Bezirk Spittal an der Drau: 4,6 Prozent

Bezirk Völkermarkt: 4,6 Prozent

Bezirk Wolfsberg: 4,0 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021