Verkehrsbilanz 2025: Mehr Tote auf Kärntens Straßen – ein Drittel über 65 Jahre

Kärnten -

Die Verkehrsunfallbilanz für Kärnten im Jahr 2025 fällt alarmierend aus. Seit Jahresbeginn sind bereits 35 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen – sechs mehr als im gesamten Vorjahr. Jedes dritte Todesopfer war älter als 65 Jahre. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert deshalb dringend verstärkte Maßnahmen sowohl für ein seniorengerechtes Verkehrssystem als auch gegen die Hauptursachen tödlicher Unfälle wie Ablenkung und überhöhte Geschwindigkeit.

Die Unfallbilanz des heurigen Jahres fällt für Kärnten traurig aus. Seit Jahresbeginn kamen bereits 35 Menschen im Straßenverkehr ums Leben.

Zahl der Verkehrstoten steigt wieder

Entgegen dem langfristigen Trend sinkender Unfallzahlen ist die Zahl der Verkehrstoten in Kärnten heuer gestiegen. Zuletzt waren 2021 mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, damals 38. Die größten Opfergruppen im Jahr 2025 waren Pkw-Insassen und Motorradfahrer mit jeweils zwölf Todesopfern. Jeweils zwei Menschen kamen mit dem Fahrrad, E-Bike oder zu Fuß ums Leben, fünf der sechs betroffenen Senioren waren über 65 Jahre alt. Insgesamt war damit jeder dritte Verkehrstote älter als 65 Jahre.

Seniorengerechtes Verkehrssystem dringend nötig

„In den kommenden Jahren wird die Anzahl älterer Menschen stark steigen. Unser Verkehrssystem muss daher stärker auf die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst werden“, betont VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Dazu gehören vor allem mehr Verkehrsberuhigung in Ortsgebieten, mehr Tempo-30-Zonen, sichere Straßenübergänge und der Ausbau der Rad-Infrastruktur. „Für sicheres Radfahren, besonders für ältere Menschen und Familien mit Kindern, sind baulich getrennte Radwege entscheidend. Bund, Länder und Gemeinden müssen hier finanziell stärker unterstützt werden, um die nötigen Verbesserungen schnell umsetzen zu können“, so Jaschinsky.

Ablenkung und Tempo als Hauptunfallursachen

Neben seniorengerechten Maßnahmen fordert der VCÖ verstärkte Schritte gegen die Hauptursachen tödlicher Verkehrsunfälle. Laut Innenministerium waren in den ersten zehn Monaten 2025 rund 40 Prozent der tödlichen Unfälle in Kärnten auf Ablenkung und Unachtsamkeit zurückzuführen. Jeder vierte Unfall war die Folge nicht angepasster Geschwindigkeit. „Besonders auf Freilandstraßen ist die Zahl schwerer Unfälle hoch. Tempo 80 sollte die Regel, Tempo 100 die Ausnahme sein. Außerdem braucht es mehr Tempokontrollen“, erklärt Jaschinsky. Zudem müsse die Bundesregierung das Handy am Steuer endlich als Delikt ins Vormerksystem aufnehmen – wie es bereits in den meisten EU-Staaten üblich ist.

Kärnten im Bundesländer-Vergleich

Im Bundesländer-Vergleich liegt Kärnten mit 35 Verkehrstoten 2025 auf Platz fünf. Die meisten tödlichen Unfälle gab es in Niederösterreich mit 106 Todesopfern, gefolgt von Oberösterreich (73), Steiermark (64) und Tirol (41). Am wenigsten Menschen verloren ihr Leben in Vorarlberg (14) und Wien (15).