„Mutig ist, wer selber denkt“

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Gail-, Gitsch- und Lesachtal -

Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer im aktuellen Interview zu Themen, die bewegen.

Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer bemüht sich um die Anliegen der kleinstrukturierten Landwirte

Gailtal Journal: Herr Köfer, die Regierung spricht ständig von einer drohenden zweiten Corona-Welle, wie ist Ihre Meinung dazu?

Gerhard Köfer: „Dass die Corona-Krise gut verläuft ist der Verdienst einer disziplinierten und vernünftigen Bevölkerung. Für viele Bürger war befremdlich, dass Kurz und Kogler offensichtlich bewusst geplant haben, mit abscheulichen Bildern von Hunderttausenden Toten und panikmachenden Parolen unsere Bevölkerung zu verunsichern. Eine ärgere zweite Corona-Welle darf es nicht geben, weil ich schon davon ausgehe, dass die Regierung diesmal ihre Hausaufgaben gemacht hat. Will heißen, Schaffung zusätzlicher Intensivbetten, ausreichend Vorräte bei Schutzmaterial und rechtzeitige Absicherung von Alten- und Pflegeheimen.“

Was, wenn eine zweite Welle doch kommt?

Das Coronavirus löst sich nicht selbst in Luft auf, im Gegenteil. Im Herbst beginnt auch die klassische Grippewelle. Wenn wir aus dieser Krise etwas gelernt haben, dann das, dass sich gefährdete Bürger rechtzeitig mit Schutzmasken, Abstandsregeln und Hygienevorschriften weitgehend selber schützen können. Ein weiterer verordneter Shutdown wäre wohl der endgültige Todesstoß für die heimische Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben.

Wie beurteilen Sie die Performance der Bundesregierung?

Der lockere Umgang mit Verfassungsgesetzen und die Vorliebe zu eitlen Selbstinszenierungen hat den krisenverliebten Bundeskanzler vorerst ein Umfragehoch beschert. Er zeigt uns auch eindrucksvoll, was er von der Bevölkerung hält. Mit dieser dämlichen Babyelefanten-Abstands-Werbeeinschaltung zweifelt diese Regierung anscheinend an der Intelligenz der Bürger.


Hat die Kärntner Landesregierung rechtzeitig und gut reagiert?

Was kann daran richtig sein, wenn in Italien bereits ganze Städte im Norden abgeriegelt wurden und in Villach der Faschingsumzug mit tausenden italienischen Gästen noch stattgefunden hat? Es gab weder ausreichend Schutzmaterial für Ärzte sowie das medizinische und pflegerische Personal. Die medial großartig angekündigten 1.100 Tests pro Tag wurden kein einziges Mal erreicht. Kärnten testet, auf 100.000 Einwohner gerechnet, so wenig wie kein anderes Bundesland in Österreich. Sorgt das vielleicht dafür, dass wir so wenige Infizierte haben? Manche Regierungsmitglieder waren auf Tauchstation und den vom Team Kärnten geforderten Gipfel mit unabhängigen Experten für die weitere Zukunft unseres Bundeslandes gibt es bis heute nicht.


Sie wollen auch Experten verstärkt zu Wort kommen lassen?

Experten aus allen Bereichen sollen einen eigenen Thinktank der besten Kärntner Köpfe bilden und der Landespolitik Handlungswege aus der Corona-Krise aufzeigen. Wir brauchen nicht schon wieder befreundete Experten der Koalition aus SPÖ und ÖVP, denn diese haben unser Land nicht wirklich weitergebracht. Kärnten braucht ein „Big Picture“, was die Aufarbeitung der Corona-Krise betrifft und nicht wieder ein Stück- und Flickwerk zweier, wirtschaftlich und sozial erfolgloser Parteien.