Eine Frau, die das Gailtal mit Herz bereichert

Kötschach-Mauthen -

Waltraud Lamprecht (68) aus Weidenburg in der Gemeinde Kötschach Mauthen engagiert sich seit rund zwei Jahrzehnten für Menschen in Not. Sie führt eine Kleidersammlung weiter und bringt von ihrem Zuhause aus jedes Jahr zahlreiche Kartons auf den Weg – für soziale Einrichtungen, für Geflüchtete, besonders aus der Ukraine, und für Hilfsprojekte in Afrika, vor allem Nigeria.

Waltraud Lamprecht ist eine Helferin aus Überzeugung

Waltraud Lamprecht wurde 1957 in Osttirol geboren und lebt seit 46 Jahren in Weidenburg. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Walter (75) führt sie ein bodenständiges, familiäres Leben. Ihre Tochter Petra lebt in Hermagor, ihr Sohn Martin in Graz, und fünf Enkelkinder bereichern den Alltag der Familie. Viele Jahre arbeitete Lamprecht bei der Firma Hasslacher, ehe sie aus gesundheitlichen Gründen in Frühpension ging. „Die Familie gibt mir Kraft, ohne sie wäre vieles nicht möglich“, sagt sie.

An ihrer Seite: Ehemann Walter, ihre wichtigste Stütze

Zwei Jahrzehnte im Einsatz

Ihr soziales Engagement begann vor rund zwanzig Jahren in der Pfarre St. Daniel. Daraus entwickelte sich eine private Initiative, die heute gemeinsam mit Waltraud und Edmund Tomaschitz aus Klagenfurt betrieben wird. In den vergangenen zehn Jahren konnten hier insgesamt rund 130 Sattelschlepper voller Hilfsgüter verteilt werden – an Pfarren, Spitäler, Kinderheime und Organisationen, die Flüchtlinge oder verarmte Familien unterstützen. Pro Jahr kommen bei Waltraud Lamprecht etwa 400 Kartons zusammen, die sie wäscht, sortiert und bei Bedarf flickt. „Ich gebe nichts weiter, was ich nicht selbst anziehen würde“, betont sie. Besonders seit der Flüchtlingskrise 2015 und dem Krieg in der Ukraine wurde ihre Hilfe verstärkt gebraucht.

Neue Wege finden

Bis vor zwei Jahren standen ihr zwei Kellerräume der Volksschule Kötschach-Mauthen zur Verfügung. Nach deren Wegfall wurde die Erdgeschosswohnung im eigenen Haus in Weidenburg kurzerhand zum Ersatzlager. „Es wäre schön, wenn es wieder einen geeigneten Lagerraum im Raum Kötschach-Mauthen gäbe“, sagt sie. Mindestens einmal im Jahr verlässt ein LKW das Gailtal und bringt die Hilfsgüter ins private Lager nach Klagenfurt. Darüber hinaus gehen Spenden auch nach Nigeria, wo Lamprecht über persönliche Kontakte direkte Unterstützung ermöglicht.

Aus Platzmangel wird das Zuhause zum Hilfsgüterlager

Helfen, wo es nötig ist

Neben der Kleidersammlung engagiert sich Waltraud Lamprecht auch bei „Essen auf Rädern“ des Roten Kreuzes und bei der „Tafel Österreich“. Für sie ist das selbstverständlich: „Wenn man helfen kann, soll man es tun. Ich mache das nicht für mich, sondern für die Menschen, die es brauchen.“ Ihr Einsatz zeigt, wie viel eine einzelne Person bewegen kann – leise, beständig und mit großem Herzen!