Erfülltes Leben mit Gailtaler Wurzeln

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Der bekannte Villacher Geografie-Professor Gerhard Hohenwarter wurde kürzlich von LH Peter Kaiser für seine langjährigen ehrenamtlichen Arbeiten als Gletscher-Vermesser mit dem Kärntner Lorbeer in Gold ausgezeichnet.

Insgesamt 118 mal wurde das Eiskar, der südlichste Gletscher Österreichs am Fuße des Kollinkofels, von Hohenwarter und seinem Team akribisch vermessen und dokumentiert

Innerhalb von 33 Jahren insgesamt 118 mal vom Plöckenpass aus den jeweils drei Stunden langen Anstieg über die Grüne Schneid und vorbei am Gabelkopf in das am Fuße des 2.700 m hohen Kollinkofels gelegene Eiskar auf etwa 2.300 m Seehöhe zu schaffen, zeugt bereits von Gerhard Hohenwarters enormer Kondition und Leidenschaft. Der Steig dorthin ist kein Wanderweg, sondern hat hochalpinen Charakter, der ausreichend Erfahrung und Trittsicherheit erfordert, und darüber hinaus müssen auch alle Gerätschaften für die Vermessungs-Arbeiten am Rücken hinaufgetragen werden. Resümee: „Die Gletscher in Österreich verlieren weiter stark an Länge, Fläche und Volumen. Laut dem neuen Gletscherbericht des Alpenvereins kommt es vom ‚Schwund zum Zerfall‘. Bald, etwa ab 2050, wird es leider Alpen ohne Gletscher mit ungewisser Zukunft geben.“

Auszeichnung durch LH Peter Kaiser für Hohenwarters langjährige ehrenamtliche Arbeiten

Lebenslauf

Hohenwarters Nahverhältnis zum Gailtal ist durch mehrere Faktoren überaus nachhaltig gegeben. Geboren 1948 in Mauthen, ist er, bedingt durch den Zöllnerberuf seines Vaters, aufgewachsen in Hermagor, Birnbaum und Feistritz/Gail. Dort hat er als erst 11-jähriger Bub seinen Vater durch ein tragisches Lawinenunglück auf der Feistritzer Alm viel zu früh verloren. Nach seiner Gymnasialmatura in Klagenfurt absolvierte Gerhard das Lehramts-Studium für Geschichte und Geographie an der Universität Graz. Seit 1978 lebt er mit seiner Frau Waltraud und den drei Kindern in Villach, wo er bis 2010 als Lehrer am Bundesgymnasium Peraustraße tätig war. Tochter Elisabeth ist Lehrerin für Mathematik und Sport, Sohn Michael arbeitet als Coach und Trainer für Führungskräfte, und Sohn Gerhard jun. ist allen Kärntner Radiohörern und TV-Konsumenten durch seine Arbeit als Meteorologe bei der Geosphere Austria in Klagenfurt bestens bekannt. Die sechs Enkelkinder erleben natürlich im Rahmen dieser klaren Familienstruktur schon in jungen Jahren die Schönheiten der Natur in unserer Region. Die Hobbies Wandern, Bergsteigen und Skitouren werden im Hause Hohenwarter bereits seit vielen Jahren von der gesamten Familie leidenschaftlich mitgetragen. Gerhard: „Meine Vorliebe für die Bergwelt um den Plöckenpass und Wolayersee verdanke ich Sepp Lederer, der mich schon in Jugendjahren auf Berg- und Klettertouren in dieser Gegend mitgenommen und mich auch erstmals auf das Eiskar aufmerksam gemacht hat. Aber im Jahre 2025 habe ich mich mit 77 Jahren aus Altersgründen entschlossen, die Mitarbeit bei den Nachmessungen am Eiskargletscher zu beenden.“

Vorbildwirkung

Sabrina Salcher aus Mauthen, inzwischen selbst zweifache Mutter und Lehrerin am Gymnasium Hermagor, erinnert sich: „Vor 18 Jahren, als Gymnasiastin, entschied ich mich, eine Fachbereichsarbeit über das Eiskar zu schreiben. Da hat mich Gerhard mehrmals zu Messungen auf den Gletscher mitgenommen und mir in zahlreichen Gesprächen vieles von seinem Wissen vermittelt. Das war der Beginn einer wunderbaren geografischen Reise und langjährigen Freundschaft.“

Als Teil des Männer-Quintetts „5 Gailtaler“ fand Gerhard Hohenwarter 27 Jahre lang viel Freude und Erfüllung bei Gesang und gelebter Gemütlichkeit

Gesang

Gerhard Hohenwarters tiefe Gailtal-Verwurzelung hat aber auch noch eine musikalische Komponente. „Die Gasthaussänger in Feistritz/Gail haben mich schon in meiner Jugendzeit fasziniert. Nach dem Studium war ich kurz Mitglied bei der Singgemeinschaft Oisternig, dann 15 Jahre lang beim Grenzlandchor Arnoldstein, bevor ich 1992 Mitglied des Männerquartetts „5 Gailtaler“ wurde, gemeinsam mit Philipp Kaiser, Franz Mörtl, Gerald Karnel und Klaus Napokoj. 2018, nach immerhin 27 erfolgreichen Jahren ohne Streitereien, löste sich die Gruppe auf und ist noch allerorts in bester Erinnerung. „Während der letzten Jahre versuche ich, einige Male im Jahr befreundete Sänger, teilweise aus dem ganzen Land, im GH Kuglitsch in Hohenthurn zu versammeln, wo wir dem sogenannten Wildgesang frönen.“