
Die ältesten Fastentücher Kärntens
Gurker Fastentuch (1458)
Das älteste und mit 80 Quadratmetern zugleich größte Fastentuch Kärntens befindet sich in Gurk. Es wurde 2019/2020 umfassend restauriert. Das Werk von Meister Konrad von Friesach besteht aus zwei vertikal getrennten Hälften, die eine Mittelnaht verbinden, und zeigt 108 Szenen aus Alten und Neuen Testament.
Haimburger Fastentuch (1504)
Rund ein halbes Jahrhundert später entstand das Fastentuch von Haimburg. Mit 36 Bildfeldern zählt es zu den schönsten Fastentüchern Kärntens. Die nach niederländischem Vorbild gestaltete Landschaft spielt dabei eine zentrale Rolle, die alt- und neutestamentlichen Szenen sind ausgewogen dargestellt.
Reichenfelser Fastentuch (1520)
Das Tuch von Reichenfels in der Pfarrkirche St. Leonhard im Lavanttal ist das erste, das ganzjährig besichtigt werden kann. Es zeigt deutliche Einflüsse künstlerischer Stichvorlagen aus nördlichen Regionen, etwa durch Passionszyklen von Dürer oder Cranach, und betont die neutestamentliche Heilsgeschichte.
Steuerberger Fastentuch (um 1530)
Das Fastentuch aus Steuerberg besticht durch eine ausgewogene Bildkomposition, den effektvollen Farbeinsatz und den Einklang von Form und Ausdruck. Es befindet sich in der Schatzkammer Gurk.
Baldramsdorfer Fastentuch (1555)
Mit rund 29 Quadratmetern und 40 Szenen zählt es zu den größten Fastentüchern Kärntens.
Maria Bichl/Lendorf (16. Jh.)
Das nicht signierte Tuch ähnelt dem Baldramsdorfer Fastentuch und hängt derzeit in der Christkönigskirche in Klagenfurt.
Millstätter Fastentuch (1593)
Mit ca. 48 Quadratmetern ist es das zweitgrößte Fastentuch Kärntens. Es enthält 12 Szenen aus dem Alten und 29 Szenen aus dem Neuen Testament und beeindruckt durch seine bewegte Fernwirkung.
St. Stefan am Krappfeld (1612)
Das älteste Fastentuch im sogenannten „Zentraltyp“-Stil zeigt die Kreuzigung umgeben von Medaillons mit Passionsszenen – eine Darstellung, die ausschließlich in Kärnten zu finden ist.
Sternberger Fastentuch (1629)
Eine Besonderheit: Es wurde vom Protestanten Hans Khevenhüller, Graf von Frankenburg, für die katholische Kirche gestiftet. Das 4,30 x 3,80 Meter große Werk des Villacher Malers Jakob Kazner hängt noch heute am ursprünglichen Platz im Chorbogen.









































