Geier in den österreichischen Alpen – Fluch oder Segen?

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Hermagor, Schloss Möderndorf -

Zahlreiche Jäger und Jagdinteressierte trafen sich am Donnerstag-Abend, 24. September 2026, im Schloss Möderndorf, um sich umfassend über die interessante Greifvogel-Art der Geier zu informieren. Bezirksjägermeister Raphael Gressel wies bereits im Rahmen seiner Begrüßung auf den hohen Stellenwert der „fliegenden Aasfresser“ in unserer Region hin.

Vortrag im GailtaMuseum in Kooperation mit der Kärntner Jägerschaft – Bezirksgruppe Hermagor. Am Bild: .: Bezirksjägermeister Raphael Gressel, Wildbiologe Mag. Michael Knollseisen, BJM-Sekretärin Priska Maria Moritsch und Museumsleiter Kustos Mag. Siegfried Kogler

Expertenvortrag

Als Vortragenden zu diesem umfassenden Thema ist es gelungen, den bekannten Wildbiologen Mag.Michael Knollseisen zu gewinnen. Der gebürtige Südtiroler aus Brixen studierte an der Boku Wien Wildbiologie und war 20 Jahre lang für das Bartgeier-Wiederansiedelungsprojekt im Nationalpark Hohe Tauern zuständig. Er lebt seit 26 Jahren im Mölltal und führt seit 2008, gemeinsam mit seiner Frau, einen auf ca. 1.300 Metern Höhe gelegenen Schafbetrieb in Mörtschach, den sie schrittweise aufgebaut und erweitert haben. Heute bewirtschaften sie rund sieben Hektar Grünland. Im Mittelpunkt der Landwirtschaft stehen etwa 40 Schafe, die ganzjährig draußen gehalten werden.

Als ausgebildeter Wildtierökologe setzt Knollseisen bewusst auf extensive Nutzung statt Intensivierung. Im Umgang mit dem Wolf setzt der Landwirt auf Herdenschutzhunde und stabile Zäune, um seine Tiere dauerhaft auf der Weide halten zu können und die Berglandschaft offen zu bewahren.

Über den Geier

Geier sind durch den Rückgang der Weidewirtschaft sowie durch menschliche Verfolgung in den letzten 100 Jahren aus Mitteleuropa fast verschwunden. Die Wiederansiedelung des Bartgeiers in den Alpen (die ersten Vögel wurden 1986 im Nationalpark Hohe Tauern freigelassen) gilt als eines der größten und erfolgreichsten Artenschutzprojekte in Europa.

Geier haben immer noch einen schlechten Ruf, da sie stets dann beobachtet werden können, wenn es zu einem Todesfall auf unseren Almen gekommen ist. Speziell in Gegenden, wo man zuvor viele Jahre keine Geier beobachten konnte, entstehen dadurch leider wieder Gerüchte, die Geier hätten mit dem Tod von Weidetieren zu tun.Geier haben eine Flügelspannweite von fast 3 Metern und können hunderte Kilometer pro Tag zurücklegen. Allerdings sind Geier generell ein sehr wertvolles Mosaiksteinchen im Puzzle einer optimal funktionierenden Wildtier-Szenerie.

Musikalische Umrahmung

Die Jagdhornbläsergruppe Poludnig empfang die Besucher standesgemäß im Schlosshof des GailtalMuseums, und hat damit die passende Atmosphäre für die Veranstaltung gestaltet.