Vom Hobby zum Beruf

Hubschrauberpilot

Lesachtal -
Roland Prünster (47) aus Maria Luggau ist Eigentümer des Spar-Marktes Prünster, der von seiner Familie betrieben wird. Hauptberuflich arbeitet er jedoch als Hubschrauberpilot für das Unternehmen „Goldeck-Flug“ der Familie Haselsteiner und ist in ganz Österreich sowie den angrenzenden EU-Ländern im Einsatz. Die Pilotenausbildung machte er vor rund zehn Jahren und er hat auch eine Fluglehrer-Lizenz.

Roland Prünster hat seinen letzten Flug angetreten

Gailtal Journal: Sie sind einer der wenigen Gail- bzw. Lesachtaler mit Hubschrauberpiloten-Ausbildung?

Roland Prünster: Am Anfang der Ausbildung weiß man natürlich nicht, auf was man sich da einlässt. Viele Sachen hört man das erste Mal, möchte es wieder beenden und das Heli-Fliegen ist am Anfang Nebensache. Es gibt viel Neues, keinen Zusammenhang. Aber mit viel Ausdauer, Interesse und Zielstrebigkeit ergibt alles im Laufe der Ausbildung einen Sinn und man weiß, warum viel zu Lernen ist.

Wie lange arbeiten Sie schon als Pilot und wo haben Sie die Ausbildung gemacht?

Ich habe altersmäßig relativ spät begonnen (2009) und machte die Ausbildung bei der ältesten Heli-Flugschule Österreichs in Graz/Wien mit menschlich interessanten sowie erfahrenen Heli- Piloten. Daraus entstanden tolle Freundschaften und Möglichkeiten – die Heli-Piloten-„Familie“ ist ja nicht so groß in Österreich.

Träumten Sie schon als Kind davon, Hubschrauberpilot zu werden?

Eigentlich nein, ich lernte als junger Bursche den Piloten Ernst Guggenberger kennen, der in Maria Luggau aufwuchs, später Militärpilot wurde und den Papst bei seinem Besuch in Österreich flog. Er kam, landete manchmal mit seinem Heli daheim in Luggau und ich durfte als Zehnjähriger in seinem Cockpit einmal Platz nehmen und alles „anschauen“ bzw. „anfassen“. Das halte ich bis heute in guter Erinnerung, es hat mich fasziniert und könnte später der Ausschlag für diese Richtung gewesen sein (schmunzelt).
Die „Bell 429“ ist ein achtsitziger zweimotoriger Hubschrauber mit Turbinenantrieb

Sie arbeiten derzeit für „Goldeck-Flug“, welches zum Unternehmen der Familie Haselsteiner zählt?

Ja, das ist richtig. Ich bin vorher für ein Heli-Unternehmen geflogen, welches seinen Stützpunkt in Lienz und in Ingolstadt betrieben hat. 2016 bekam ich die Chance für Dr. Haselsteiner zu fliegen und wechselte zu Goldeck-Flug nach Klagenfurt bzw. Wien. Es ist sicherlich etwas Besonderes, einer von zwei Piloten österreichweit zu sein, welcher eine nagelneue Bell 429 fliegen darf.

Wie weit reicht Ihr „Einsatzgebiet“?

Wir fliegen Österreich und die angrenzenden EU-Länder an. Die Vielfältigkeit, welche mir mein Chef durch sein Unternehmen ermöglicht und immer etwas anderes und Neues zu machen, macht diesen Beruf so interessant.
Auch mit diesem Hubschraubertyp ist Prünster schon geflogen

Haben Sie schon einmal eine „brenzlige“ Situation erlebt?

Eigentlich „Jein“ (schmunzelt)! Was es ungemütlich macht sind momentane, auftretende nicht kalkulierbare Wetterereignisse oder Wetterumschwünge. Aber ein bisschen Glück und Respekt braucht es in der Heli-Fliegerei und ich hoffe, weiterhin in solchen Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dafür erhält man auch atemberaubende Bilder, die anderen vorenthalten sind und gewaltige bzw. faszinierende Eindrücke hinterlassen.

Auf wie viele Flugstunden blicken Sie schon zurück?

Es geht in Richtung zweitausend Stunden und es ist mir gelungen die Fluglehrer-Lizenz für Hubschrauber zu erlangen. Ich möchte meine gesammelten Erfahrungen bzw. das Gelernte gerne weitergeben.

Sie haben quasi Ihr „Hobby“ zum Beruf gemacht?

Ja, man kann es so sehen, aber es war nie geplant!

Sie betreiben mit Ihrer Familie auch noch den Spar-Markt in Maria Luggau?

Genau, unser Unternehmen, welches meine Eltern gründeten, besteht seit 1969 und ich möchte auch erwähnen, dass ich dies alles ohne die Hilfe meiner Eltern Franz und Antonia sowie auch meiner Frau Gaby niemals schaffen könnte. Meine Gattin Gaby und meine zwei „Mädels“ Melina und Laura halten mir den Rücken frei, sodass ich mit freiem „Kopf“ von Zuhause weggehe und meinen verantwortungsvollen Piloten-Beruf ausüben kann.
Der Lesachtaler mit seiner Frau Gaby sowie den Töchtern Melina und Laura

Sie sind auch im Bereich Vermietung tätig?

Die Vermietung betreiben wir so „nebenbei“ seit über dreißig Jahren neben dem Spar-Markt und insbesondere mein Vater Franz sowie meine Gaby sind hier federführend tätig.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Da bin ich eher bescheiden, Wünsche nützen dir nichts, wenn das „Drumherum“ nicht passt. Ich bin in der glücklichen Lage in einer großartigen Familie und einem mir gewählten Umfeld zu leben, persönlich habe ich für mich alles erreicht. Ich wünsche mir nur die Gesundheit all meiner Lieben, meiner Freunde und meiner selbst. Dies ist es, worauf es ankommt, und ein bisschen Träumen darf man ja noch!