Kräuter, Genuss und Gemeinschaft beim dritten Treffen der Kräuterakademie

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Kreuzberg -

Kräuterwanderung, alpine Küche und grenzüberschreitendes Wissen: Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Italien und Österreich trafen sich am 24. September beim Lamprechtbauer hoch über Mauthen. Im Mittelpunkt standen die heimischen Bergkräuter – und ein Natur- und Kulturraum, der seit jeher über die heutigen Staatsgrenzen hinweg verbindet.

Kräuterwanderung mit T eilnehmer:innen aus Italien und Österreich

Der Tag begann um 10.30 Uhr mit einer Kräuterwanderung auf dem Waldweg rund um den Lamprechtbauer. Geführt wurde die Gruppe von den beiden Kräuterexpertinnen der Akademie, Ursula Puntel aus Cleulis im Val del But und Klara Obernosterer aus dem Lesachtal.

Der Lamprechtbauer am Kreuzberg, hoch über dem Bergsteigerdorf Mauthen mit 360° Blick zum Plöckenpass, ins Lesach-, Drau- und Gailtal (c) Ingo Ortner

Wildkräuter entdecken und verstehen

Gemeinsam machten sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Wildkräutern der hochgelegenen Wiesen und Weiden vertraut. Dabei ging es um die Eigenschaften und traditionelle Verwendung der Pflanzen ebenso wie um ihre Bedeutung für das alpine Ökosystem. Damit die Erläuterungen von allen in der jeweils eigenen Sprache verstanden werden konnten, übernahm Barbara Klauss, Mitglied der Akademie, die simultane Übersetzung.

Kräuterwanderung am W aldweg rund um den Lamprechtbauer (c) Ingo Ortner

Von der Wiese auf den Teller

Nach der Wanderung wurde sichtbar und schmeckbar, wie sich die zuvor entdeckten Pflanzen in der Küche einsetzen lassen. Leonie, Johanna und Markus Lamprecht verwandelten die wilden Aromen in ein raffiniertes sechsgängiges Menü, das heimische Bergkräuter mit moderner Küche und regionalen Produkten verband. Den Auftakt bildeten Matiz-Kräcker mit aufdressierter Nussbutter, Spitzwegerich und Brennnesselsamen. Danach folgten eine Kräuterschaumsuppe mit Spitzwegerich und Melde sowie Ricotta-Lindenblätter-Tortellini in brauner Butter. Für eine erfrischende Zäsur sorgte ein Sorbet vom Schwarzen Holunder mit Prosecco und Holundersoda. Als Hauptgang wurde Rehrücken mit gebundenen Speckbohnen, einer Demi-glace von Wacholder, Preiselbeere, Fichte und Lärche sowie einer Kartoffelvariation mit Bärlauch-Duchesse serviert. Den Abschluss bildete ein Tonkabohnenmousse mit Vogelbeerspiegel und Walnusscrumble.

Ricotta-Lindenblätter-T ortellini in brauner Butter (c) Ingo Ortner
Rehrücken mit gebundenen Speckbohnen, einer Demi-glace von W acholder, Preiselbeere, Fichte und Lärche
sowie einer Kartoffelvariation mit Bärlauch-Duchesse (c) Ingo Ortner

Gemeinsames Wissen kennt keine Grenzen

Die Veranstaltung knüpfte damit unmittelbar an die Aufgabe an, die sich die Bergkräuterakademie bereits bei ihrer Gründung gestellt hat: Wissen und Erfahrungen auf beiden Seiten der Staatsgrenze zusammenzuführen und die botanische wie gastronomische Seele dieser Region sichtbar und erlebbar zu machen. Im Mittelpunkt steht eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die nicht erst an heutigen Grenzlinien beginnt. Sie baut vielmehr auf einer gemeinsamen Geschichte und Kultur auf, die weit älter sind als die heutigen Staatsgrenzen.