Ex-Starmaniac Martin Zerza

Musik ist wie das Leben

Waidegg / WIen - Martin Zerza ist 2006/2007 durch die österreichische Castingshow „Starmania“ als Musiker bekannt geworden. 2007 folgte sein Debüt als Bandmitglied der Boyband „jetzt anders!“ Im Interview packt der heute 30-Jährige aus Waidegg aus.

Seit seiner Zeit bei der BORGformation des BORG Hermagor ist die Musik ein wichtiger Begleiter und Bestandteil in Martin Zerzas Leben. Der 30-Jährige hier bei einem Konzertabend an der Musikuniversität Wien

Gailtal Journal: Wenn Sie an die Zeit bei Starmania und die Band „jetzt anders!“ zurückdenken: Wie haben Sie diese erlebt?

Martin Zerza: Wenn ich heute auf diese Zeit zurückschaue, fühlt es sich an, als wäre ich damals freiwillig in einen Tornado gelaufen welcher mich ca. 400 Kilometer entfernt von zuhause wieder ausgespuckt hat. Nach dieser schönen aber auch durchaus turbulenten Zeit bei „Starmania“ und „jetzt anders!“ fing ich erst an, meinen Weg und mich selbst zu suchen. Im Alter von zarten 16 Lebensjahren hätte das durchaus auch in die Hose gehen können. Rückblickend hätte mir nichts Besseres passieren können, weil ich in dieser Zeit persönlich sehr gewachsen bin und Freunde fürs Leben kennengelernt habe.

Sie haben etliche Jahre in Hamburg und in London verbracht. Ihr Resümee?

Meine private Ausbildung an der „Hamburg School of Music“ die ich mir selbst durch meinen Job bei „L’Oréal Professionel“ finanziert habe, war eine Art Vorbereitung für die Musikuniversität in Wien, ohne die ich wahrscheinlich die Aufnahmeprüfung nicht geschafft hätte. Meine Zeit bei der Agentur „Eventhorizont“ als Bandmitglied der Hamburger „Reecover Triple4 Eventband“ war toll, um mehr Bühnenerfahrung zu sammeln. Die Zeit in Hamburg war eine der wichtigsten in meiner Entwicklungsphase, da ich meine „twenties“ dort gelebt habe und wirklich zu allem ja gesagt habe was mir das Leben geboten hat. Ganz nach dem Motto: „Was der Bauer nicht kennt, isst er erst recht!“ Öfter „Ja“ im Leben und zum Leben zu sagen hat mir gezeigt, dass erstens nicht immer alles Gold ist was glänzt und zweitens sich hinter der schlimmsten Fassade oft die schönsten Wunder verstecken die man nie kennenlernt, wenn man nicht dahinter schaut oder auf Deutsch gesagt: „Nicht die Krot frisst!“. Um nach London zu ziehen brauchte ich keinen Grund sondern einfach Lust auf was Neues, weshalb ich wahrscheinlich nach sechs Monaten wieder weggezogen bin.

Sie sind Frontsänger und Songwriter – singen Covers und eigene Kompositionen. Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Im Moment versuche ich viel zu schreiben, um möglichst viel künstlerischen Output zu haben und viel über mich und meine Art des Komponierens zu lernen. In der Zukunft träume ich von einem Bandprojekt, wo die Gruppe im Vordergrund stehen soll und die Musik durch die Gemeinschaft wächst.
Der gebürtige Waidegger holt sich oft musikalische Inspiration in der Heimat, etwa beim Bergsteigen am Gartnerkofel

Seit 2017 leben Sie wieder in Wien. Seit Oktober sind Sie Student an der MDW – Universität für Musik und darstellende Kunst. Was war ausschlaggebend für diesen Schritt?

Die Musik ist vielleicht wie das Leben. Sie ist unendlich und man lernt nie aus. Deshalb studiere ich und hoffe morgen besser zu sein als heute.

Outings sind heute an der Tagesordnung. Über Sie heißt es, Sie wären Männern nicht abgeneigt.

Ich bin Männern ganz und gar nicht abgeneigt. Daraus mache ich aber schon lange kein Geheimnis mehr. Jeder soll heutzutage jeden lieben dürfen! Hauptsache wir lieben! Oder?

Persönlich geben Sie relativ wenig von sich preis. Wie steht es um das Privat- und Liebesleben von Martin Zerza?

Ich finde, dass ich bis hierher im Interview schon sehr persönlich geworden bin. Beziehungsstatus = Single.
„Meine Familie gibt mir das Gefühl auf dem richtigen Weg und wertvoll zu sein“, so Martin – am Foto mit Mutter Martina

Ab und an trifft man Sie zuhause, im Gailtal an. Was bedeutet Ihnen Ihre Heimat?

Ich liebe es zuhause zu sein. Vor allem im Sommer liebe ich es, den ganzen Tag barfuß laufen zu können und zu wandern oder auch die ein oder anderen „Festln“ zu besuchen um Freunde zu treffen. Ich mag das Gailtal, weil es so bodenständig ist und die Menschen so liebenswert sein können.

Blick in die Zukunft: Was wünschen Sie sich?

Gesund, glücklich und zufrieden zu sein!
  • Musik-Bewerbe wie der Eurovisions-Songcontest, Starmania etc. sind eine gute Gelegenheit für Künstler, besser bekannt zu werden und ihre Karriere voranzutreiben. Viele bekannte Künstler wie ABBA, Cline Dion, Cliff Richards wurden erst durch die Teilnahme oder den Gewinn des Eurovisions-Songcontests berühmt.