Fernab aller Starallüren bereiteten sich die beiden gemeinsam mit den Schülerinnen der Musikschule Lesachtal–Kötschach-Mauthen in der Sakristei auf ihren Auftritt vor – ein ebenso herzlicher wie berührender Moment der Begegnung. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Gailtaler Dom hießen Matteo de Cecco vom Kulturverein Paluzza, Massimo de Franceschi und Ingo Ortner die zahlreichen Besucherinnen und Besucher im Namen aller Helferinnen und Helfer willkommen und eröffneten einen Konzertabend, der dem Gedanken grenzüberschreitender Musik auf eindrucksvolle Weise gerecht wurde.
Himmlische Klänge
Was wir zu hören bekamen, waren wahrhaft “Himmlische Klänge”. Mit einem fein abgestimmten Programm begeisterten die Beiden das Publikum. Als Auftakt das Duett KV 424 von Wolfgang Amadeus Mozart. Silvestri legte mit seiner unaufdringlichen, warmen Bratsche einen sensiblen Klangteppich, auf dem sich die Violinstimme von Laura Marzadori frei entfalten konnte. Mit beeindruckender Präzision, technischer Brillanz und zugleich bemerkenswerter Leichtigkeit verzauberte Marzadori das Publikum. Virtuose Höhepunkte setzten Johann Halvorsens „Sarabande und Variationen“ sowie die mitreißende „Passacaglia“ nach Themen von Georg Friedrich Händel. Dazwischen berührten die lyrischen Intermezzi aus Pietro Mascagnis „Cavalleria Rusticana“ und Giacomo Puccinis „Manon Lescaut“ in eindrucksvollen Bearbeitungen für Violine beziehungsweise Violine und Viola. Das Publikum dankte den Künstlern mit begeistertem Applaus für einen Konzertabend von außergewöhnlicher musikalischer Intensität.
Streichorchester der Musikschulen Hermagor, Kötschach-Mauthen und Lesachtal
Die Jungmusiker der Musikschule Lesachtal–Kötschach-Mauthen setzten in der Konzertpause einen ebenso glanzvollen Akzent. Mit „Minuet and Bourrée“ von Henry Purcell sowie „Wildfire“ von Kathryn Griesinger überzeugten sie mit großem Können. Direktor Gerald Kubin zeigte sich von dieser besonderen Auftrittsmöglichkeit sichtlich bewegt.
Schwesterkonzert in Paluzza
Am folgenden Tag wurde das Konzert im frisch renovierten Dom Santa Maria in der Partnergemeinde Paluzza wiederholt. Auch dort begeisterten die Stars aus Mailand das Publikum und setzten ein eindrucksvolles Zeichen für die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit.
25 Jahre Kiwanis Club Gailtal
Das Konzert wurde mit Unterstützung von Kiwanis organisiert und zählt zu den Höhepunkten des Jubiläumsjahres. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt Kinder- und Jugendprojekten in der Region zugute und verbindet musikalischen Genuss mit gelebter Solidarität.

Laura Marzadori (37) ist seit 2014 die 1. Geigerin am Teatro alla Scala in Mailand. Als eine der jüngsten Konzertmeisterinnen in der Geschichte des Hauses prägt sie den Klang des Orchesters mit technischer Brillanz und Ausdruckskraft. Zubin Mehta (ehem. Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra, der Mailänder Scala und der Wiener Staatsoper) sagt über sie: “es hat mich umgehauen – welch Temperament, welch schöner und romantischer Klang, welch technische Präzision!”. Ihr Partner Eugenio Silvestri ist ebenfalls ein begnadeter Musiker an der Mailänder Scala.

Fotos und Text © Ingo Ortner






















































