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„Nebenberuf: Model”

Vorderberg - Eva Gugg schaffte es mit 19 Jahren bei der Miss Kärnten Wahl 2015 als Drittplatzierte aufs Podest. Heute ist sie im Modelbusiness erfolgreich unterwegs. Im Interview spricht die 23- Jährige aus Vorderberg, was sie zu dieser Tätigkeit bewegt hat, warum sie ihr natürliches Lachen erst entdecken musste, wieso sie für das Modeln sechs Kilogramm zugenommen hat und diese Branche als Fulltimejob für sie kein Thema ist.

„Wenn du dich in deinem Körper nicht wohlfühlst, kauft dir den Job keiner ab“, so die hübsche Blondine

Gailtal Journal: Wann haben Sie das Modeln für sich entdeckt?

Eva Gugg: Mit 12, 13 Jahren habe ich mir Mamas Stöckelschuhe geschnappt, bin auf den hohen Hacken durchs Haus stolziert und übte für den perfekten „Walk“. Die TV-Sendung „Germany´s Next Topmodel“ weckte mein Interesse zusätzlich. Beim „Ackern“ und diversen anderen Veranstaltungen verfolgte ich die Modeschauen. Mit 16 hab ich mir gedacht: Das könnte ich auch. Ich schrieb Fotografen an und kam zu meinen ersten Shootings und Model-Fotos. Beim Shoppen in einem Villacher Fashion-Store wurde ich angesprochen und für Modeschauen für diese Boutique und für Rettl – Kilts & Fashion gebucht. Wenn man drin ist, läuft vieles über Kontakte.

Die Misswahl war eine logische Folgerung?

Zu der bin ich so gekommen: Bei vielen Modeschauen sah ich, dass auch etliche Ex-Missen laufen. Ich dachte, ich probier´s einfach mal. Ich habe Bilder runtergeschickt und wurde zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Ich wurde genommen, und freute mich riesig. Meine Erfahrung beim Modeln ist mir sicher zugutegekommen. Über die Misswahl gab es danach noch etliche Aufträge und Shootings.

Sie sind seit 2015 bei der Klagenfurter Model-Agentur Unikat Events. Läuft ohne Agentur nichts?

Eine solche ist hilfreich, weil sie als Vermittler zwischen Kunde und Model fungiert und man leichter an Aufträge kommt. Über die Agentur mache ich viel Promotion, Fotoshootings und Modeschauen. Ich ergreife auch die Eigeninitiative, suche mir im Netz Ausschreibungen und bewerbe mich. Dass man auch Absagen kriegt, damit muss man leben.
Die 23-Jährige stand schon dem Villacher Fotografen Hannes Pacheiner, bekannt im In- und Ausland, Modell

Was ist beim Modeln vor der Kamera, und was auf dem Laufsteg wichtig?

Das Allerwichtigste: Wenn du dich in deinem Körper nicht wohlfühlst, kauft dir den Job keiner ab. Beim Shooting muss die Chemie zwischen Model und Fotograf stimmen. Du gibst viel von dir und deiner Persönlichkeit preis. Körpergefühl und Ausdruck müssen passen. Shooting heißt immer: du setzt als Model um, was der Kunde will. Bei Modeschauen ist das Wichtigste, dass du einen guten „Walk“ hinlegst. Da heißt es strahlen, strahlen, strahlen. Für den Kunden musst du diese Happiness rüberbringen, wenn du seine Mode präsentierst. Das war für mich ein Lernprozess.

Inwiefern?

Ich bin eine, die eher „ernst“ dreinschaut. Ich habe mein natürliches Lachen auf Fotos lange nicht gemocht. Erst durchs Modeln habe ich es entdecken müssen. Anfangs habe ich mich lachend als gar nicht so hübsch gefunden.

Gibt es Models, die Sie bewundern?

Gisele Bündchen, Bar Refaeli und Irina Shayk. Ich finde sie toll, weil sie eine faszinierende Ausstrahlung haben und den sportlich-durchtrainierten Model-Typ vertreten. Magermodels gefallen mir nicht. Das ist auch nicht das Körperideal, das ich anstrebe.

Wie halten Sie sich fit?

Durch Sport: Radfahren, Wandern, Schwimmen, Skifahren, Reiten. Viermal die Woche mache ich Krafttraining. Damit habe ich vor der Misswahl begonnen und dadurch seit damals sechs Kilogramm zugelegt. Ich fand mich zu mager. Jetzt fühle ich mich erst richtig wohl in meinem Körper. Ich mach keine Diät, ernähre mich aber gesund und ausgewogen.

Modeln als Hauptberuf – ein Thema für Sie?

Nein. Ich möchte in erster Linie in meinem Beruf als AHS/BHS Lehrerin tätig sein. Nebenbei modeln geht klar.

Für wen würden Sie gerne mal laufen oder ein Shooting machen?

Für den Modedesigner Philipp Plein – auch wenn das sehr unrealistisch ist (lacht). Auf einer riesigen Werbetafel oder noch mal auf einem Cover wie bei Sports Mental zu sein wär schon toll.

Wie hat Ihre Familie auf ihren Entschluss zu modeln, reagiert?

Mama hat mich von vornherein immer unterstützt und war begeistert. Papa war anfangs nicht ganz so euphorisch. Aber er sagte: ‚Wenn es dir Spaß macht, probiere es. Aber bleib einfach du selbst und heb nie ab.‘  Sie sind beide stolz auf mich, das bestärkt mich. Auch mein Freund Lukas steht voll hinter dem, was ich mache. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.  
Eva mit Freund Lukas, hier beim Urlaub am Bodensee

Exklusiv fürs Gailtal Journal: Video-Interview mit Eva Gugg