Deutlicher Anstieg bei körperlicher und psychischer Gewalt
Auch psychische Gewalt ist weit verbreitet und stellt die zweithäufigste Form dar. Dazu gehören Beschimpfungen, Demütigungen, ständige Kritik oder bewusstes Ignorieren. Laut Birgit Satke, Leiterin des Beratungsteams von „Rat auf Draht“, zeigen die Zahlen vor allem in familiären Beziehungen und Partnerschaften eine deutliche Zunahme. Darüber hinaus steigen auch andere Gewaltformen weiter an: Cybermobbing nahm um 11 Prozent zu, Stalking sogar um 17,1 Prozent.
Viele Ursachen für steigende Gewaltzahlen
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Belastungen innerhalb der Familie wie Stress, Trennungen, Armut oder Vernachlässigung können das Risiko erhöhen, dass Jugendliche Gewalt erleben oder selbst ausüben. Auch aggressive Inhalte im Internet sowie Gewaltvideos können laut Satke Nachahmungseffekte auslösen und die Hemmschwelle senken. Zusätzlich spielt auch der Druck innerhalb von Freundeskreisen eine Rolle. Fehlt rechtzeitige Unterstützung, kann sich die Gewaltspirale weiter verstärken.
Mädchen und Jugendliche besonders betroffen
Auffällig ist, dass Mädchen und junge Frauen deutlich häufiger betroffen sind. Auf sie entfallen 2.082 Beratungsgespräche. Burschen und junge Männer suchten 1.052-mal Hilfe, weitere Anrufe entfielen auf diverse oder nicht zuordenbare Angaben. Vor allem Jugendliche im Teenageralter sind betroffen: Mehr als 60 Prozent der Beratungen betreffen diese Altersgruppe. Am häufigsten wenden sich 15- bis 18-Jährige an die Beratungsstelle, gefolgt von den 11- bis 14-Jährigen.









































