Rückblick auf eine ereignisreiche Zeit: Abschied von Bgm. Erich Kessler

…Leise gehen, aus einer lauten, ereignisreichen Amtszeit

Arnoldstein -

Bürgermeister Erich Kessler (66 J.) findet passende Worte für die wirtschaftlich sowie politisch schweren Zeiten und gibt im passenden Rahmen der revitalisierten Klosterruine sein Ausscheiden aus dem Amt bekannt.

In der Klosterruine, einem Ort, der ganz Arnoldstein seit 28 Jahren in seinen Bann zieht, dankt Bgm. Kessler allen voran Prof. Bernhard Wolfsgruber, Obmann des Revitalisierungsvereins der Klosterruine Arnoldstein, für den gemeinsamen Weg. Und auch Vizebürgermeister Ing. Reinhard Antolitsch, Gemeindevorstand Karl Zußner, Gemeinderat Wolfgang Standner, der auch am heutigen Tag die CoVid-Maßnahmen überwacht, Frau Ing. Monika Tschofenig-Hebein, Gemeindevorständin Michaela Scheurer, in Vertretung für Gemeindevorstand Ing. Gerd Fertala, Gemeinderätin Dr. Koller, Referent Ing. Gerd Fertala und Vertreter der Presse lässt Erich Kessler nicht unerwähnt.

Aufholprozess der Marktgemeinde Arnoldstein

Der scheidende Bürgermeister blickt in Demut und Dankbarkeit auf 18 Jahre Amtszeit zurück, und nimmt die Anwesenden mit zu einem Rückblick, einem -wie er es nennt- „Aufholprozess“ der Gemeinde, die sich nach jahrzehntelangem Kampf gemausert hat zu einem Industrie- bis hin zu einem Freizeitort, ja sogar Tourismusort. „Naturparkgemeinde“ ist Arnoldstein geworden, das hätte vor 36 Jahren wohl keiner gedacht. Damals waren Eisenbahnermusik und BBU-Musik neben dem weltberühmten Grenzlanchor die einzigen Aushängeschilder des „Grenzortes“.

„Habe diesen Karren gerne gezogen, die Arbeit gerne gemacht“

130 Wohnungen wurden in der Amtszeit des Sozialdemokraten errichtet, Neubauten genauso wie Revitalisierungen, vor allem in Riegersdorf wurde eine tolle Wohnsituation geschaffen, mit 32 bis 40 Firmenansiedlungen eine unheimliche Wertschöpfung für Arnoldstein geschaffen. 170 MIO Euro wurden in seiner Amtszeit in Arnoldstein investiert, einschließlich Müllverbrennungsanlage, eine respektable Summe für eine kleine Marktgemeinde!

„Jetzt sind wir Klimamodellregion, haben bereits vor drei Jahren das 5. „e“ erhalten, sind Klimabündnisgemeinde und Dreiländergemeinde.“ Neue Kontakte wurden über zahlreiche -auch INTERREG – Projekte aufgebaut, über diese neue Akzente der Zusammenarbeit (Schulen, Exekutive, Feuerwehr,..) gesetzt, Kessler fühlte sich manchmal sogar als „Außenminister auf Gemeindeebene“, schöne Erinnerungen….

„Der Erfolg hat viele Väter“

..lobt der Bürgermeister die erfolgreiche, weil ergebnisorientierte Zusammenarbeit der zuständigen Gemeinde-Gremien, sein Kernteam – Reinhard Antolitsch, Vizebürgermeister Karl Zussner  – und alle Gemeinderatsmitglieder. Drei Amtsleiter hat er überlebt, Siegfried Cesar, Gerhard Andrisch(†) und nun Gernot Obermoser.

Infrastruktur

Bgm. Kessler bedankt sich bei den Vizebürgermeistern Reinhard Antolitsch und Vorgänger Ing. Alois Podlipnig für Schutzwasserbau, Wasserversorgung und die Tatsache, dass die Grundversorgung der Gemeinde auch für die Zukunft sichergestellt ist. Die Schulen sind saniert, der Kindergarten erweitert, das Bunkermuseum gemeinsam mit Dr. Scherer unterstützt, Lehrlinge ausgebildet und Praktikanten beschäftigt, bis zu 50 Veranstaltungen pro Jahr allein in Klosterruine abgehalten, die Nepomuk-Brücke für die Bevölkerung gebaut, das Abfallwirtschftszentrum mit Nachbargemeinden gemeinsam gestemmt…

Erich Kessler hinterlässt eine bürgerfreundliche, barrierefreie Gemeinde, in der Zivilschutz und Feuerwehrwesen groß geschrieben wird.

„Sorgenkind“ Bergbahnen

„Dieser Berg ist ein historischer Punkt im Herzen Europas, der ohne Einrichtung der Bergbahnen in der Bedeutungslosigkeit versunken wäre“, startet Kessler in das Thema Bergbahnen Dreiländereck. Bereits 2015 war er beim Land vorstellig geworden wegen Liquiditätsproblemen der Bergbahnen. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden wurden Projekte (INTERREG) auf die Beine gestellt, eine zweite Skischule installiert, Private haben in Hütten investiert, mit holländischer Unterstützung sind Appartments gebaut worden, eine respektable Betteninfrastruktur (200-300 Betten) damit geschaffen worden, es gibt Gastronomie, 40 gesicherte Arbeitsplätze im Winter, 20 im Sommer, bis zu 1000 Kinder werden pro Winter im Skifahren unterrichtet – die Hausaufgaben sind gemacht! Da aber jährlich bis 300.000 EUR fehlen, die zur Aufrechterhaltung des Liftbetriebes nötig sind, wird das Land Unterstützung zusagen sagen müssen, denn ohne diese wäre alles umsonst gewesen…

Leiser Abschied

„Mein Ziel ist es, leise zu gehen, aus einer lauten, ereignisreichen Amtszeit,“ schließt der Bürgermeister von Arnoldstein seine wahrscheinlich letzte Pressekonferenz. Seine bescheidenen Ziele für die Zukunft: Ein Leben ohne Terminkalender, wieder mehr den Hobbies wie Fußball nachgehen, sich der Familie widmen.

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