Werner Franz

Aus dem Sport-Archiv

Gitschtal - Es ist der 13. Feber 2000, Werner Franz steht erstmals in seiner Karriere am Siegespodest und zwar beim Weltcup Super-G in St. Anton, zusammen mit seinem Kärntner Kollegen Fritz Strobl. Heute ist der bald 48-jährige Weißbriacher Herren Speed-Trainer beim ÖSV.

Werner Franz auf einer wichtigen Trainerposition in Wengen
Auf diesen Sieg hat der Gitschtaler zehn Jahre gewartet, der war nach neun zweiten Plätzen schon mehr als fällig. Später und zwar am 11. Dezember 2004 stand der dreifache Familienvater auch in seiner Lieblingsdisziplin nämlich der Abfahrt in Val d‘Isere auf dem Siegespodest. Erster Gailtaler Weltcupsieger war allerdings Armin Assinger und zwar am 22. Dezember 1992 ebenfalls beim Super-G in Bad Kleinkirchheim. Es folgten noch drei Abfahrtssiege. Werner Franz ist noch mit Armin und auch dessen Bruder Roland Assinger im Weltcup gefahren. Er war sogar bei einigen WC-Rennen vor Armin Assinger. Vor allem an die Abfahrt in Wengen im Jänner 1995 erinnert sich Franz, als er mit Armin Assinger gemeinsam auf dem Podest stand.

Von Verletzungen nicht verschont

Die sportliche Karriere von Werner Franz, der 1990 beim ÖSV aufgenommen wurde, war stets durch Verletzungen unterbrochen. Trotzdem gelang es dem Speedfahrer immer wieder an die Weltspitze zu fahren. In Summe waren es zu den zwei Siegen noch 19 Podestplätze (davon 4x Zweiter und 4x Dritter in Kitzbühel) sowie 69 Top-Ten Ergebnisse. „Es waren neun Verletzungen und damit wenige WC-Einsätze in den Saisonen 2001-2003 sowie Gesamtausfall in der Saison 2005/06. Nach meiner Karriere kamen noch drei OPs dazu“, so Franz. In der Saison 2006/07 versuchte er ein neuerliches Comeback, fand aber den Anschluss an die Spitze nicht mehr. Er beendete die erste Saisonabfahrt in Lake Louise an 33. Stelle und gab am 14. Dezember 2006 in Gröden seinen Rücktritt vom Skirennsport bekannt.

Wie ging es nach dem Skirennsport weiter?

Franz: „Seit 2005 bin ich Obmann des SV-Weißbriach und Organisator sämtlicher Nachwuchsrennen bis hin zu FIS-Rennen in Weißbriach. Nach der Trainerausbildung war ich dann nahezu zehn Saisonen Herren-Jugendtrainer beim Kärntner Skiverband. Unter meinen Schützlingen waren u. a. die heutigen Weltcupstars wie Matthias Mayer, Max Franz oder Marco Schwarz neben Otmar Striedinger, Christian Walder und Adrian Pertl“.

Wer holte Sie zum ÖSV?

„Noch als ich beim Kärntner Skiverband war, klopfte der ÖSV an der Tür. Ich war aber noch nicht bereit eine Funktion im ÖSV zu übernehmen, weil ich mit den Kärntner Schitalenten noch einiges vor hatte. Im März 2016 ist dann Sportdirektor Hans Pum wieder an mich herangetreten. Die Zeit war für mich nun reif und ich habe zugesagt. Mit April ist es dann konkret geworden und seither bin ich Speed-Trainer bei den Herren. Das Motto der letzten zehn Jahre war „Kärnten an die Macht“, jetzt heißt es „Österreich an die Macht“.

Wie zufrieden sind Sie nun als Speed-Trainer?

„Es war nach meinem Dienstantritt ein geschwächtes Speedteam und galt es die Speed-Truppe wieder an die Spitze zu führen. Seit 2017 stehen um die 35 Podestplätze zu Buche“. Die gute Arbeit wurde vor allem heuer in Kitzbühel mit einem Abfahrtssieg und zwei Podestplätzen belohnt. „Was mich dabei besonders freute, dass die Kärntner sehr gut abgeschnitten haben und mit Otmar Striedinger und Christian Walder für die nächsten Rennen noch einiges möglich ist“, so der 3-fache Familienvater.