Der Frauensport gewinnt trotz des Coronarückschlags weiter an ökonomischer Bedeutsamkeit

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Der Frauensport nähert sich in den letzten Jahren langsam, aber stetig dem Herrensport an. Zwar gibt es noch immer ein riesiges Gender Gap und manche Profisportlerin muss noch mit deutlich mehr Hürden zurechtkommen als ihre männlichen Kollegen, doch wird der Unterschied in der Bezahlung und Behandlung der beiden Geschlechter geringer.


Das Aufschließen des Damensports geht zwar sehr langsam voran, doch ist in den ökonomischen Zahlen schon zu sehen, dass die Bedeutung des Frauensports deutlich zunimmt.

Positive Entwicklung

Die Zahlen zeigen zwar eine positive Entwicklung, doch liegt noch sehr viel Aufklärungsarbeit vor den Aktivistinnen und Aktivisten. Zwar ist eine Gleichbezahlung der Damen mit Blick auf dem Umsatz in vielen Sportarten wirtschaftlich nicht möglich, doch sollten die Frauen, die teils für einen Bruchteil des Gehalts die gleiche Sportart wie die Männer ausüben, mehr Anerkennung und mehr Lohn erhalten. Die Gehälter der Männer in den großen Sportarten wie unter anderen Fußball, Basketball, Handball und Volleyball um ein Vielfaches höher. So würde das geschätzte Gehalt eines Topverdieners wie Robert Lewandowski ausreichen, um ein Bundesligateam der Frauen über mehrere Saisons zu finanzieren.

Bezahlung und Anerkennung

Die Damen hinken, was Bezahlung und Anerkennung angeht, noch immer meilenweit hinterher. Dies ist besonders in den beliebten und bekannten Mannschaftssportarten zu sehen. Besser läuft es in den Individualsportarten. Manche Veranstaltungen wie die Grand Slam Turniere im Tennis, bei denen es parallel ein Damen- und ein Herrenfeld gibt, haben die unterschiedliche Bezahlung schon abgeschafft und Zahlen Frauen wie Männern das gleiche Preisgeld für die gleiche Leistung aus. Auch in anderen Sportarten wie Leichtathletik und Golf sind die Preisgelder für die Damen in den letzten Jahren rasant und im Verhältnis stärker als bei den Männern gestiegen.

Während es die erfolgreichen Frauen schon deutlich leichter als früher haben, kämpft der Frauensport besonders im Jugendbereich noch um Anerkennung. Mädchen und Frauen, die Sport treiben, haben es in manchen Kulturen sehr schwer und somit keineswegs die gleichen Chancen auf eine Karriere wie ihre männlichen Pendants.

Festgefahrene Ansichten

Wie festgefahren die Ansichten bei manchen meist männlichen Entscheidern sind, zeigt das Beispiel March Madness. Beim großen College-Basketball-Endturnier der USA, bei dem jährlich rund eine halbe Milliarden US-Dollar umgesetzt wird, herrschten in der diesjährigen „Bubble“ keineswegs gleiche Bedingungen für Frauen und Männer. Während die Damen einige Isomatten und etwa zwei Dutzend Gewichte für das Krafttraining zur Verfügung hatten, konnte der Kraftraum der Männer mit Dutzenden Hantelbanken, Hunderten Gewichten und einem Vielfachen des Platzes aufwarten. Wegen des öffentlichen Aufschreis über die Trainingsbedingungen, die über Social Media publik wurden, besserte der Veranstalter schnell nach und schuf den Damen ähnliche Bedingungen.

Das vorangehende Beispiel zeigt gut auf, womit sich ambitionierte Sportlerinnen täglich herumschlagen müssen. Sie werden noch immer häufig belächelt und nicht ernst genommen und schaffen es meist nur mit viel Geduld und einer offenen, fordernden Art gegenüber den Männern an die Spitze.

Es ist schön zu sehen, dass der Frauensport immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung und auch Anerkennung gewinnt. Allerdings haben die Damen noch einen langen Weg vor sich. Hier sollten die Herren ihren weiblichen Kollegen zur Seite stehen. Die männlichen Topstars im Sport haben eine unglaubliche Reichweite. Würden sie aktiv für die Frauen werben, würde sich die positive Entwicklung weiter beschleunigen.