Natur pur?

Glyphosat an der Gailtalbahn

Kötschach-Mauthen -

Wie die Kleine Zeitung heute berichtete, ist die Aufbringung von Glyphosat entlang der Gailtalbahnstrecke Jenig-Kötschach nicht mehr aufzuhalten.

Auch Gerhard Köfer freut sich, dass der Glyphosat-Wagen nicht mehr zum Einsatz kommt

Der Verein Gailtalbahn bringt das Herbizid/Unkrautvernichtungsmittel entlang des Gleisskörpers aus sicherheitstechnischen Gründen auf, weil sie für den Zustand des Bahnkörpers verantwortlich sind und keine für sie mögliche Alternative gibt. 

Glyphosat alternativenlos?

Laut Andreas Mühlsteiger sei das mit dem Obmann des Gemeindeverbands Karnische Region, also Bgm. von Hermagor, Siegfried Ronacher/SPÖ so vereinbart. Dieser dementiert Vereinbarung sowie Verantwortlichkeit. 

Die zuständige Umwelt-Landesrätin Sara Schaar informiert, dass Glyphosat nur punktuell und nicht großflächig aufgebracht werden soll und auch dann nur, wenn keine Alternative bestünde. Die Straßenmeisterei benützt eben alternativ Heißwasser….

Enttäuschung ist groß

Verständlicherweise fürchten viele um Gesundheit und Image des Tales. Das Spritzmittel steht im Verdacht, krebserregend zu sein, und nicht nur Mütter machen sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder. Auch Imker, Biobauern und Vertreter von „Slow Food“ fürchten neben einem großen Image-Schaden echten Qualitiätsverlust der Travel-Region, „Slow Food“-Region und natürlich der hier produzierten Produkte.  Edelgreißler Herwig Ertl betont, dass die Spritzmittel-Aufbringung durch den Verein Gailtalbahn die jahrelange Investition in den Qualitäts- und Image-Aufbau der Region und ihrer Produkte zunichte macht, der Schaden für Mensch und Natur unermesslich ist.

Wie dem auch sei…

Für heuer ist der Zug abgefahren, die wochenlange Diskussion hat keine Früchte getragen, die angebotene Alternativensuche wurde von der Gailtalbahn nicht angenommen und die Bewilligung zum „Spritzen“ liegt vor…

 

Bald soll es mit demDraisinenbetrieb auf der Gailtal Bahnstrecke los gehen.

Dass dieses Thema die Wogen hochgehen lässt, zeigt auch ein Leserbrief, der unsere Redaktion heute von der Dorfgemeinschaft Gundersheim  erreichte:

Ich nehme Bezug auf den Artikel der Kleinen Zeitung vom 06.06.2020 das entlang der Gailtalbahn zwischen Jenig und Kötschach Glyphosat ein Giftiges Herbizid zur Unkrautbekämpfung eingesetzt wird. Unseren Politikern ist die Verantwortung unserer Umwelt nicht bewusst wie lässt sich ansonsten ein sanfter Tourismus mit dem Einsatz von Glyphosat verbinden. In vielen Ländern ist der Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels verboten. Jahrelang wurde unsere Umwelt im Bereich der Bahnstrecken durch den Einsatz von diesen Giftigen Herbiziden belastet und es ist noch keinem Verantwortlichen eingefallen die vorhandene Belastung im Bereich der Bahnstrecke zu messen, um der Bevölkerung einmal endlich die Wahrheit zu sagen. Ich fordere alle Bewohner des Gailtals und auch die Tourismusbetriebe auf die Fahrrad Draisinen des Vereines Gailtalbahn solange nicht zu benützen bis für die Unkrautbekämpfung alternative Möglichkeiten z.B. thermische Unkrautbekämpfung mit Heisswasser verwendet werden. Für mich ist es unverständlich wie ich einem Fahrgast der Draisinen erkläre das er mit seinen Kindern durch ein belastetes Gebiet indem alle Insekten durch diese Giftige Herbizide abgetötet wurden fährt. Ich würde vorschlagen das zum Schutze der Fahrgäste bei allen Einstiegsstellen Informationstafeln über den Einsatz Glyphosat aufgestellt werden, und jedem Fahrgast bei der Benützung eine Gasmaske aufgesetzt wird. Weiters finde ich das nicht zumutbar, das Teile unterer Ortschaft Bahnhof Gundersheim seit mehreren Jahren als Mülldeponie für Eisenbahnrelikte verwendet wird. (siehe Foto)   

Die Dorfgemeinschaft Gundersheim i.V. Klaus Lederer

Bahnhof Gundersheim seit mehreren Jahren als Mülldeponie für Eisenbahnrelikte