Bezirkshauptmannschaft Hermagor

Borkenkäfer – die Herausforderung nach den Schadereignissen!

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Gail-, Gitsch- und Lesachtal -

Im letzten Jahrzehnt wurde der Bezirk Hermagor immer wieder Schauplatz von Sturmereignissen im Wald.

Der letzte große Windwurf im Jahr 2018 (Vaia) belief sich auf eine Schadholzmenge von rund einer halben Million Festmeter. Aber warum ist der Wald an so vielen Stellen jetzt braun?

Der Borkenkäfer

Ein ein paar Millimeter großes Insekt, welches sich durch die Rinde von Bäumen bohrt und dort durch den Fraß der Larven und der erwachsenen Käfer das lebensnotwendige Bastgewebe des Baumes zerstört. Bäume welche der Borkenkäfer dicht besiedeln kann, sterben nach deren Entwicklung ab. Die gefährlichsten Arten für unsere Hauptbaumart Fichte sind:

  • der Buchdrucker (Ips typographus) – ein ca. 5 mm großer Käfer, der am Rand der Flügeldecken 8 Zähnchen hat. Dieser Käfer verursacht den meisten Schaden in unseren Wäldern.
  • der Kupferstecher (Pityogenes chalcoraphus) – ein ca. 2 mm großer Käfer, der am Rand der Flügeldecken 6 deutliche Zähnchen hat. Dieser Käfer kommt in den Kronen der älteren Fichten und in eher jüngeren Beständen vor.
    In den vergangenen Jahren gab es durch Windwurf und Schneebruch viel bruttaugliches Holz zur Vermehrung der Borkenkäfer. Grundsätzlich wird jedes frische Schadholz vom Borkenkäfer befallen und zu dessen Vermehrung genützt.

Maßnahmen zur Bekämpfung

Die richtige und rechtzeitige Erkennung sowie unverzügliche Entfernung von frisch befallenen Käferbäumen ist oberstes Gebot!

Kontrolle des Waldes durch den Eigentümer – wichtigste Maßnahme!

Jeder Waldeigentümer soll seine Waldflächen permanent auf frisches Schadholz kontrollieren. Sollte ein solches gefunden werden, muss dieses sofort entfernt, oder brutuntauglich gemacht werden. Meist geht der Befall in unmittelbar angrenzenden Bereichen weiter. Frischen Befall erkennt man am ausgeworfenen braunen Bohrmehl, das sich am Stammfuß, in Spinnennetzen und in Rindenritzen sammelt. Auch erhöhter Harzfluss oder durch den Specht abgeschlagene Rinde sind weitere Anzeichen, wobei die Baumkrone noch grün erscheint. Bei flächigem Abplatzen der Rinde sind die Borkenkäfer bereits voll entwickelt und verlassen den Baum, um sich neue bruttaugliche Fichtenstämme zu suchen. Bei entsprechenden Temperaturverhältnissen beträgt die Entwicklungszeit von der Eiablage bis zum fertigen Käfer lediglich 5 bis 6 Wochen. Aufgrund der hohen Vermehrungsrate bleibt für die Aufarbeitung und Entfernung des Schadholzes aus dem Wald nur ein kurzes Zeitfenster.

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