Runder Tisch zum gesperrten Plöckenpass

Kötschach- Mauthen -

Am Montag 08.04.2024 fand im Festsaal der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen ein „Runder Tisch“ wegen der gesperrten Plöckenpass-Straße statt.


Auf Einladung des Vereines „Kötschach-Mauthen – So viel mehr“ unter Obmann Adolf Klauss trafen sich etwa 80 Vertreter aus Politik und Wirtschaft der Bezirke Hermagor und Lienz sowie aus der Region Friaul Julisch Venezien zu einem Informations-Austausch über die seit Anfang Dezember 2023 wegen Felssturz auf italienischer Seite gesperrte Plöckenpass-Straße.

Baumeister Friedl Seiwald mit NR Abg. Gabriel Obernosterer

Diskutanten

Anwesend waren neben LH Peter Kaiser, LH-StV Martin Gruber und Kärnten’s FPÖ-Chef Erwin Angerer auch Friaul’s Vizepräsident Stefano Mazzolini, WK Präsident Jürgen Mandl, Bezirkshauptmann Heinz Pansi, Felbertauern-Vorstand Karl Poppeller, DI Volker Bidmon, Abteilungsleiter Straßen und Brücken der Kärntner Landesregierung, Nationalratsabgeordneter Gabriel Obernosterer, alle Bürgermeister des Bezirkes Hermagor, sowie Vertreter aus Osttirol, Italien und Oberkärnten, u.a. Kötschachs Bgm. Josef Zoppoth, Alt-Bgm. Walter Hartlieb und VizeBgm. Christoph Zebedin, St. Stefans Bgm. LAbg. Ronny Rull, Hermagors Bgm. Leopold Astner, Dellachs Bgm. Johannes Lenzhofer, Lesachtals Bgm. Johann Windbichler, Kirchbachs Bgm. Markus Salcher, Gitschtals Bgm. Christian Müller, WK-Hermagor Obmann Hannes Kandolf und Mag. Rudolf Oberlojer, Baumeister Friedl und Christian Seiwald, Friedl Veider, Ingo Ortner, AMS Hermagor-Chef Franz Jost, Baumeister Ing. Alexander Gressel, Stefan und Victoria Gailer, Elisabeth Guggenberger, Herwig Ertl, Sepp Kolbitsch uvm.

Vorstandsvorsitzender der Felbertauern AG, Mag. Karl Poppeller

Öffnung mit Jahresende

Aus aktueller Sicht ist von einer Öffnung mit Jahresende auszugehen. Begleitend gibt es eine Arbeitsgruppe zwischen Italien und Österreich, um kurz-, mittel- und langfristige Varianten der Straßenverbindung zu prüfen und vorzuschlagen.

Die Wirtschaft beiderseits des gesperrten Plöckenpasses und weit darüberhinaus leidet massiv unter der bisher bereits viermonatigen Sperre.

 

Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser                                   (c)LPD Kärnten

Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser:

„Ich werde das Thema Plöckenpass am Donnerstag bei der Generalversammlung der Euregio Senza Confini in Triest zum Thema machen. Finanzielle Unterstützung soll aus dem KWF-Stabilisierungsfonds, aber auch aus Überbrückungshilfen des Bundes, kommen. Mittelfristig wird man einen Regionalfonds schaffen müssen, um der Wirtschaft im Gailtal neue Perspektiven zu geben.“

 

Martin Gruber (c)LPD Karnten

Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber:

„Das wichtigste Signal für die Gailtaler Wirtschaft ist die Zusicherung aus Friaul, dass die Straße bis Ende des Jahres geöffnet wird. Beide Regionen werden gemeinsam auch an langfristigen Lösungen arbeiten, sprich Scheiteltunnel oder Panorama-Straße.“

Stefano Mazzolini, Vicepresidente Friaul, Bgm. Josef Zoppoth, LAbg. und Bgm. Ronny Rull
Helmut Haas, FPÖ-Kärnten Chef Erwin Angerer (Bild Mitte), Christian Kogler

FPÖ-Chef Erwin Angerer

ließ mit einer interessanten Überlegung aufhorchen. „Die FPÖ fordert einen Zukunftsfonds in Höhe von zumindest 9 Millionen Euro als Unterstützungspaket für das Gailtal und den Bezirk. Gerade das Gailtal wurde in den letzten zehn Jahren massiv benachteiligt. Die Region wurde ausgedünnt, es gab keine Initiativen der Regierung gegen die Abwanderung, die Gailtailbahn wurde eingestellt und schließlich wurde nach dem Felssturz Anfang Dezember auch noch der Plöckenpass gesperrt. Es muss daher dringend einen Ausgleich für die enormen wirtschaftlichen Schäden durch diese Plöckenpass-Sperre geben. Seitens der FPÖ schlagen wir vor, dass zumindest die Mittel aus dem Verkauf der Nassfeldanteile, für welches das Land bzw. eine Landesgesellschaft im Jahr 2022 neun Millionen Euro erhalten hat, ins Gailtal und den Bezirk Hermagor zurückfließen und dort verwendet werden.“

Team Kärnten-Chef Bgm. Gerhard Köfer

Auch Team Kärnten-Chef Bgm. Gerhard Köfer erneuerte seine wichtige Forderung nach einem Sofortmaßnahmenpaket für das von der Sperre wirtschaftlich massiv betroffene Gailtal: „Es stellt sich die Frage, ob es dafür wirklich einen eigenen Fonds geben muss. Viel wichtiger ist aus meiner Sicht, dass jetzt rasch, unbürokratisch und ohne neue Verwaltungsstrukturen zu schaffen, geholfen wird. Insbesondere muss es für die von der Sperre massiv betroffenen Branchen Unterstützungen geben, bestenfalls im Zusammenwirken von Landesregierung und Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds.“ Ein Hilfspaket könnte schon morgen im Rahmen der Regierungssitzung mit einem Dringlichkeitsakt auf den Weg gebracht werden, merkt Köfer an: „Die Nicht-Befahrbarkeit hat massive Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Tourismus im Gailtal, einer Region, die ohnehin mit Problemen zu kämpfen hat. Das Gailtal braucht jetzt dringend Unterstützung.“

Team Kärnten Chef Bgm. Gerhard Köfer

Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl

sprach sich erneut für eine Tunnelvariante aus: „„Es wäre ein großer und bedeutender Schritt, wenn die Tunnelvariante für die Entwicklung des Tales in Angriff genommen wird. Es braucht eine garantiert winterfeste Verbindung über den Plöckenpass. Diese Frage muss bald einer Entscheidung zugeführt werden.“ 

Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl (WKK)

Bürgerinitiative

Eine österreichisch-italienische Bürger*innen Petitition richtet sich an die Regione Autonoma Friuli-Venezia Giulia, inbesondere an Presidente Massimiliano Fedriga und die Landesregierung von Kärnten, vertreten durch Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser. Gefordert ist, schnellstmöglich eine sichere Verbindung der beiden Regionen herzustellen. Beinahe 3.500 Bürger haben ihre Stimme bereits abgegeben und fordern den unverzüglichen Bau einer Notstraße unter besonderer Berücksichtigung des Themas Sicherheit.

https://www.ploeckenpass.at/