Der VCÖ berichtet

Sorgenkind: Verkehr

Kärnten - Der Verkehr ist Kärntens größtes Sorgenkind beim Klimaschutz, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Der Verkehr ist Kärntens größtes Sorgenkind beim Klimaschutz, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Der Verkehr ist bereits für 49 Prozent der CO2-Emissionen Kärntens verantwortlich. Seit dem Jahr 1990 sind die klimaschädlichen Emissionen des Verkehrs um 68 Prozent gestiegen. Um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen, braucht es mehr Öffentlichen Verkehr, den Ausbau der Rad-Infrastruktur und eine verkehrssparende Raumordnung, betont der VCÖ
Der Verkehr ist bereits für 49 Prozent der CO2-Emissionen Kärntens verantwortlich. Seit dem Jahr 1990 sind die klimaschädlichen Emissionen des Verkehrs um 68 Prozent gestiegen. Um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen, braucht es mehr Öffentlichen Verkehr, den Ausbau der Rad-Infrastruktur und eine verkehrssparende Raumordnung, betont der VCÖ. Auf Bundesebene ist eine Steuerreform nötig, die klimafreundliches Verhalten belohnt und CO2-Ausstoß höher besteuert.

Sorgenkind

„Unser Verkehr ist in Kärnten das größte Sorgenkind beim Klimaschutz“, fasst VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts zusammen. Der Verkehr verursacht bereits 49 Prozent der gesamten CO2-Emissionen Kärntens. Im Jahr 1990 war der Verkehr nur für 31 Prozent der Emissionen verantwortlich. „Die Zunahme des Verkehrs macht die Einsparungen der anderen Sektoren wieder zunichte“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. So hat der Gebäudesektor in Kärnten trotz Zunahme der Wohnhäuser die CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um 48 Prozent reduziert. Während die klimaschädlichen Emissionen der Gebäude dank Maßnahmen wie Wärmedämmung und Umstellung der Heizsysteme um 442.000 Tonnen reduziert wurden, haben die CO2-Emissionen des Verkehrs um 677.000 Tonnen zugenommen, macht der VCÖ aufmerksam. So wie bei der Raumwärme ist auch im Verkehr der Ausstieg aus Erdöl zu forcieren. Der Anteil der erdölfreien Mobilität ist zu erhöhen. Das beginnt beim Gehen. Immerhin jede 10. Autofahrt ist in fußläufiger Distanz. „Voraussetzung, dass mehr zu Fuß gegangen wird, ist eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung und Ortsentwicklung. Statt Zersiedelung braucht es die Stärkung der Ortskerne. Statt Supermärkte am Ortsrand ist die Nahversorgung im Ort zu fördern“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Zudem ist das Potenzial sehr groß, Autofahrten auf das Fahrrad zu verlagern. Etwa die Hälfte der Autofahrten sind in Radfahrdistanz, mit den immer beliebter werdenden E-Bikes können mittlerweile auch Strecken von 10 Kilometer gut mit dem Fahrrad zurückgelegt werden – vorausgesetzt es gibt eine gute Rad-Infrastruktur.

Verkehrsangebot

Zudem braucht es mehr und häufigere Bahn- und Busverbindungen, aufgrund der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeiten ist es für Pendler wichtig, dass es auch am Abend und tagsüber ein gutes öffentliches Verkehrsangebot gibt. Und der Anteil der E-Mobilität ist zu erhöhen. Auch österreichweit nehmen die CO2-Emissionen des Verkehrs zu statt ab. Die Klimastrategie der Bundesregierung sieht eine Reduktion der Emissionen um ein Drittel bis zum Jahr 2030 vor. Doch seit dem Jahr 2015 steigen die klimaschädlichen Emissionen des Verkehrs wieder. Neben mehr Investitionen in klimafreundliche Mobilität kann die Bundesregierung mit einer umfassenden Steuerreform wesentlich dazu beitragen, dass die Klimaziele erreicht werden. „Die nächste Steuerreform sollte endlich klimafreundliches Verhalten belohnen sowie CO2 und Ressourcenverbrauch stärker besteuern“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Der VCÖ hat zudem Tipps zusammengestellt, wie man  die Klimabilanz der eigenen Mobilität verbessern und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Die Tipps gibt es unter www.vcoe.at VCÖ: In Kärnten ist Verkehr der größte Verursacher von CO2-Emissionen (CO2-Emissionen in Kärnten, Änderung seit dem Jahr 1990)

Zahlen & Fakten

Verkehr: 1.679.000 Tonnen Treibhausgase (plus 677.000 Tonnen) Industrie: 892.000 Tonnen (plus 115.000 Tonnen) Gebäude: 470.000 Tonnen (MINUS 442.000 Tonnen) Energie: 243.000 Tonnen (MINUS 219.000 Tonnen) Landwirtschaft: 71.000  Tonnen (MINUS 36.000 Tonnen) Sonstige: 65.000 Tonnen (plus 64.000 Tonnen) Summe: 3.420.000 Tonnen (plus 159.000 Tonnen) (Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2018)