Man kann Köfer nicht ändern, aber Köfer etwas im Land

Gail-, Gitsch- und Lesachtal - Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer im Interview.

TK-Chef Gerhard Köfer arbeitet für Kärnten

Das Team Kärnten spricht sich klar gegen die Wiedereinführung der Pragmatisierung im Landesdienst aus, warum?

Gerhard Köfer: „Die Forderung nach einer Pragmatisierung ist der endgültige Untergang von Gleichheit und Gerechtigkeit. Ich kann dieses Verlangen der SPÖ/ÖVP-Personalvertreter in keinster Weise nachvollziehen. In welcher Zeit leben diese Leute eigentlich? Sie wollen ernsthaft mit Jänner nächsten Jahres wieder einmal etliche Mitarbeiter des Landes klar bevorzugen, indem sie diese einerseits bis zum Pensionsantritt unkündbar stellen und ihnen andererseits deutliche Gehaltssteigerungen zukommen lassen. Was ist mit den „einfachen“ Vertragsbediensteten im öffentlichen Dienst und Hunderttausenden Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft? Wer so etwas zulässt, hat seine politische Sozialkompetenz längst verloren.“

Sie empfinden die Pragmatisierung als deutliche Bevorzugung gegenüber anderen Arbeitnehmern?

„Natürlich. Tausende Kärntner leben täglich in der Angst, ihren Job verlieren zu können und da werden durch die Pragmatisierung einige Hundert Landesbedienstete, die ohnehin schon einen besonderen Kündigungsschutz genießen, beruflich und finanziell „sorgenfrei“ gestellt. Das Team Kärnten wird alles in seiner Macht stehende unternehmen, dass diese Ungleichbehandlung nicht Realität wird. Die Pragmatisierung wurde in der Vergangenheit sehr oft dazu missbraucht, brave Parteigünstlinge mit unkündbaren Jobs im öffentlichen Dienst zu versorgen. Das braucht heute niemand mehr.“

Unter dem Titel „Stirbt Kärnten aus?“ veranstaltet die ÖVP eine „Roadshow“. Sie bezeichnen diese als „peinliche Selbstanklage“. Warum?

„Von der ÖVP wurde ständig, egal ob auf Bundes- oder Landesebene, die Stärkung des ländlichen Raumes versprochen. Die Realität schaut aber anders aus: Ganz gleich ob Polizeiposten, Volks- und Musikschulen, Postfilialen oder Tankstellen: In den vergangenen Jahren wurde gerade von dieser „Volks“-Partei die ländliche Infrastruktur mit System ausgedünnt. Offensichtlich will sich die ÖVP jetzt auf Kosten der schwächelnden SPÖ profilieren.“

Ein persönliches und großes Anliegen ist Ihnen die Krebshilfe, die unter schweren finanziellen Problemen leidet.

„Traurig , dass man darüber überhaupt reden muss. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass diese überaus wichtige Einrichtung von der öffentlichen Hand ausreichend finanziert wird. Die Anzahl der Neuerkrankungen ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten rapide angestiegen. Alleine das zeigt, dass dem Thema Krebserkrankung oberste Priorität eingeräumt werden muss. Die Krebshilfe erbringt gerade im Beratungs- und Therapiebereich herausragende Leistungen.“

Wie soll diese Förderung der Krebshilfe finanziert werden?

„Ganz einfach, denn die rot-schwarze Landesregierung gibt für so viel Unsinn Steuergeld aus. So würde zum Beispiel die völlig unnotwendige Jubelzeitschrift der SPÖ/ÖVP-Koalition, das „Kärnten Magazin“, die alleine Hunderttausende Euros verschlingt, wohl niemand vermissen. Schon diese Beträge, die für dieses Magazin aufgewendet werden, würden der Kärntner Bevölkerung im Bereich der Gesundheit, besonders der Krebshilfe, sehr dienlich sein.“