Lea Unterwelz (23) stammt aus Leifling – nur wenige Kilometer vom Transportunternehmen ihres Freundes Marco Fritzer entfernt, das in Grafendorf ansässig ist. Die Firma Fritzer wird seit 2022 von Marco in dritter Generation geführt und ist ein langjähriger Partner der Kärntnermilch. Durch das regelmäßige Mitfahren im Betrieb entdeckte Lea ihre Begeisterung für große Fahrzeuge und den Alltag im Milchsammeldienst. Die räumliche Nähe zwischen ihrem Heimatort und dem Familienbetrieb machte den Einstieg für sie besonders stimmig und unkompliziert. 2022 begann sie den LKW-Führerschein, seit 2023 fährt sie Vollzeit im Unternehmen mit. Für Lea ist es motivierend, Teil eines Betriebs zu sein, der im Gailtal einen festen Platz hat und täglich zur regionalen Versorgung beiträgt. Auch ihre Familie ist fest im Gailtal verwurzelt: Mutter Ulrike arbeitet in einer Privatklinik in Villach, Vater Bernd bei der Tischlerei Schabus in Dellach. Ihr Bruder Nicolas hat die Lehrabschlussprüfung bei der Kelag absolviert und ist seit April beim Bundesheer.

Ein Arbeitsalltag zwischen Lesachtal und St. Paul
Wenn der Wecker um vier Uhr früh klingelt, beginnt für Lea der Arbeitstag. Zwei große Touren führen sie von der Kärntner Grenze im Lesachtal bis St. Paul im Gailtal. Rund 25.000 Liter Milch bringt sie täglich in die Molkerei nach Spittal. „Ich bin pro Tag etwa zwölf Stunden unterwegs – natürlich mit Pausen“, erzählt sie. Die ersten Wochen waren herausfordernd: „Am schwierigsten war es, mir die Reihenfolge der Bauern und die Liefernummern zu merken. Und natürlich die Fahrpraxis – die Milch bewegt sich ja ständig im Tank.“ Ihr Freund Marco fuhr anfangs mit und zeigte ihr, wie man die Milch in den verschiedenen Kammern richtig verteilt, damit Gewicht und Menge optimal passen. Sie weiß, dass viele Bauern auf eine pünktliche Abholung angewiesen sind – diese Verantwortung prägt ihren Arbeitsalltag.

Freude am Fahren und Kontakt zu den Leuten
Besonders schätzt Lea den Kontakt zu den Bauern und Kollegen: „Ich komme viel unter Leute, und in der Molkerei hat man immer Zeit für einen Ratscher und einen Kaffee.“ Schon früher fuhr sie gerne Auto und Traktor – der Schritt zum LKW war daher naheliegend. Dass sie in einem traditionell männlichen Beruf arbeitet, sieht sie pragmatisch: „Wenn man seinen Job ordentlich macht, spielt das Geschlecht keine Rolle.“ In ihrer Freizeit engagiert sie sich bei der Feuerwehr Leifling, wo sie 2021 die Grundausbildung absolvierte. Außerdem hilft sie zu Hause in der Landwirtschaft mit und verbringt viel Zeit mit ihren zwei Pferden – besonders an freien Tagen oder nach der Arbeit, wenn es länger hell ist.









































