Emotionen im Sport

Überall - Um mit Emotionen richtig umgehen zu können, ist für Sportbegeisterte und Leistungssportler Eines äußerst wichtig: Wie setzt man sie so zielgerichtet ein, dass sie der eigenen Leistung im Moment optimal zuträglich sind? Es geht also darum, die gerade aufgetretene Emotion am besten zu kanalisieren.

Im Sportbereich gibt es daher keine „richtigen“ oder „falschen“ Emotionen, höchstens für den Moment hemmende oder fördernde. Dies gilt für jede der fünf Basisemotionen Wut, Freude, Traurigkeit, Angst und Scham.

Was sind Emotionen?

Emotionen sind Impulse (Affekte), welche durch die Bewertung eines Sinneseindrucks ausgelöst werden. Sie sind abhängig von deinen Erfahrungen. Es gibt also Situationen, die emotionale Reaktionen auslösen können, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben und jetzt nicht mehr nützlich sind. In diesem Fall müssen wir neue Verhaltensmuster lernen und uns durch Selbstmanagementtraining persönlich weiterentwickeln.

Unterschied Emotion (Affekt) und Gefühl

Einen heftigen, kurzen Impuls nennen die Psychologen Emotion oder Affekt. Das sind uns unbewusste Körperprozesse, die aufgrund von unseren Erfahrungen eine Reaktion automatisch auslösen. Wer beispielsweise eine Schlange sieht, kann unbewusst ausgelöst Angst bekommen. Atem und Puls werden schneller und dem Körper wird Energie für die Flucht bereitgestellt. Im Gegensatz dazu ist ein Gefühl eine Emotion mit einer subjektiven und bewussten Bewertung. Man ist beispielsweise wütend und enttäuscht, weil man von einem Freund versetzt worden ist.

Emotionen und Leistung

Dass Emotionen die Leistung beeinflussen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Negative Emotionen sind dabei genauso hinderlich wie eine große Euphorie/Übererregung, weil sie das persönliche Erregungsniveau negativ beeinflussen. Spielt ein Tennisspieler beispielsweise einen herausragenden Punkt, der ihn so begeistert und euphorisiert, dass er danach auf Wolke sieben schwebt, verliert er eventuell die nächsten Spiele ohne Punktgewinn. Er ist einfach nicht mehr da, wo er sein sollte: im Spiel. Das Gleiche passiert, wenn man seine negativen Emotionen nicht in den Griff bekommt. Wer nach einem verpatzten Schlag noch lange nachdenkt, warum das passieren konnte, hat wahrscheinlich schnell verloren, da er sich mit der negativen Emotion zu viel abgibt.

Umgang mit negativen Emotionen

Athleten, die ihre Emotionen akzeptieren und sich auf das Ziel und die Aufgabe fokussieren, kommen auch nach vielen verlorenen Spielen wieder in das Match zurück.

Fazit

Emotionen haben einen erheblichen Einfluss auf die Leistung und sie sind wichtig für das Selbstmanagement. Daher ist es wichtig, den auftretenden Emotionen Raum zu geben, sie sich bewusst zu machen, sie zu akzeptieren und so zu lernen, mit ihnen umzugehen. Je besser man seine Emotionen wahrnimmt und sie regulieren kann, umso besser wird die eigene Leistung im und außerhalb des Wettkampfes. So schöpft man am Tag X aus dem Vollen! Daher ist es kein Zufall, dass Spitzensportler den Umgang mit ihren Gefühlen zunehmend mehr in den Fokus rücken. Sei es im Training, oder im Wettkampf selbst: Es ist daher keine Verschwendung, dem Beherrschen oder Nutzbarmachen von Emotionen im Sport vermehrt Beachtung zu schenken. Nicht zuletzt deshalb kommen immer mehr Techniken aus dem Mentaltraining zum Einsatz. Trainer und Sportler sehen sich einfach gefordert, möglichst viele Bereiche und Aspekte des Lebens zu optimieren, um konkurrenzfähig zu sein. Ernährung, Trainingspensum und Trainingsintensität, Schlafhygiene, mentale Fitness, Umgang mit Emotionen …das alles und noch mehr lässt man in den Trainingsalltag einfließen, und versucht damit in der Wettkampfsituation das beste Ergebnis zu erzielen. Sportwetten rufen ebenfalls Emotionen hervor.

Mentaltraining

Der Mentaltrainingsbegriff mit dem heutzutage hantiert wird, umfasst beispielsweise alle Gedanken und Gefühle im Leistungssport. Man trainiert eben nicht nur den Körper, sondern man lernt, mit seinen Gefühlen und Emotionen umzugehen und sie positiv in Training und Wettkampf einzubauen. Das geschieht mit Hilfe von Konzentration und Motivation.
Emotionen im Sport sind Wegweiser für den Erfolg

Die „richtigen“ Emotionen

Man stellt sich daher die Frage, ob man im Sport überhaupt zwischen richtigen oder falschen Emotionen unterscheiden sollte. Zentral für den sportlichen Erfolg scheint eben der Umgang mit dem auftretenden Gefühl zu sein. Es kommt eben letztendlich nur darauf an, wie ich die Emotion in meiner jetzigen Situation am besten einsetze, um am schnellsten oder am besten ans Ziel zu kommen.

Kognition

Eine wichtige Rolle spielen dabei kognitive Strategien, wie die Bewertung einer Situation oder eines Konzeptwechsels, den man punktgenau einsetzten kann. Das geht mitunter so weit, dass man seine eigene Rolle oder die Rolle des Gegenübers im emotionalen Geschehen positiv zu verändern oder anders zu gewichten vermag.
Auch Angst kann uns zu Höhenflügen verhelfen

Negative Emotionen

Negativ belegte Emotionen wie Wut, Angst oder Trauer sind also nicht von vornherein als schlecht einzustufen. Durch sie hat der Mensch gelernt, zu überleben, Gefahren zu erkennen und richtungsweisend zu agieren. Wichtig ist nur, sich nicht ausschließlich von der emotionalen Situation überwältigen zu lassen, sondern vielmehr eine „jetzt-erst-recht“ Einstellung aufzubauen. Es geht also hauptsächlich darum, die Energien und Emotionen, die der Körper automatisch freisetzt, so zu kanalisieren und zu lenken, dass ein noch größerer Einsatz für die eigenen Ziele erreicht werden kann.

Positive Emotionen

Gerade motorische Aufgaben, die hohe Präzision erfordern, können von positiven Emotionen beflügelt werden. Denn sowohl positive als auch negative Emotionen haben in ihrer Anfangsstellung einen wichtigen, gemeinsamen Aspekt: Es kommt zu einer Aktivierung des Zentralnervensystems und damit einhergehend oftmals auch zu körperlich beinahe übernatürlichen Prozessen.

Was im Gehirn passiert

Das zentrale Nervensystem ist bekanntlich auf allen wesentlichen Ebenen sportlicher Leistung beteiligt. Daher ist dessen bestmögliche Nutzung absolut entscheidend dafür, eine maximale Trainingsleistung durch Trainingsanpassung zu erreichen. Speziell zuständig für sportliche Leistung sind Kleinhirn und Zwischenhirn. Das Kleinhirn ist zuständig für Koordination der Muskeln, sorgt also mit für präzise Bewegungsabläufe und die Kontrolle von Gleichgewicht und Körperhaltung. Das Zwischenhirn besteht aus Thalamus und Hypothalamus. Der Thalamus wirkt wie eine Relaisstation. Er erhält sensorische Nervenimpulse und leitet diese zur Weiterverarbeitung an die zuständigen Stellen im Gehirn weiter. Er sorgt also dafür, dass das Gehirn weiß, was außerhalb des Körpers passiert. Der Hypothalamus ist von lebenswichtiger Bedeutung, denn er schafft konstante Bedingungen innerhalb des Körpers. Er reguliert z. B. die Körpertemperatur, das Hunger- und Durstgefühl und kontrolliert die Ausschüttung von Hormonen über die angrenzende Hypophyse. Was also im Körper passiert, wenn ein siegreicher Athlet nach dem Rennen überglücklich sagen kann, er sei über sich hinausgewachsen, umfasst unglaublich viele Bereiche. Der athletische Aspekt ist offensichtlich nur einer davon.