Im Dienste der Menschlichkeit

Hermagor -

In vielen Familien hat soziales Engagement einen so hohen Stellenwert, dass gleich mehrere Angehörige sich für freiwillige Tätigkeiten – zum Beispiel beim Roten Kreuz – einsetzen. Stellvertretend für alle holen wir die drei Geschwister Maria Jarnig, Albin und Albert Themel und die Schwägerin Edeltraud vor den Vorhang.

Schon der Vater, der 1999 verstarb, bekam täglich sein „Essen auf Rädern“ und so hatten wir schon Erfahrung damit, allerdings als Empfänger. Mein Beruf und meine Fahrpraxis erlaubten es mir damals, mich im Winter für Fahrten im Essenszustelldienst vor allem bei extremeren Wetterverhältnissen zur Verfügung zu stellen“, erzählt Albin.   Das war 1996, als der Bedarf von Jenig bis St. Stefan noch mit einem Fahrzeug abgedeckt werden konnte. Und er fährt heute noch, regelmäßig.

Nächstenliebe, Toleranz und Hilfsbereitschaft

Albert, seit März 2015 dabei, suchte nach einer „sinnvollen Nebenbeschäftigung“ in der Pension und nahm seinen Bruder als Vorbild. Zu Beginn nur als „Springer“ im Einsatz, entwickelte es sich auch für ihn zur gewohnten Regelmäßigkeit. „Für mich gilt es, das Gegenteil zu beweisen, wenn in der Öffentlichkeit Bequemlichkeit, Oberflächlichkeit, Materialismus und Konsumdenken als das Wichtigste im Leben propagiert wird, und Werte wie Nächstenliebe, Toleranz und Hilfsbereitschaft als nebensächlich hingestellt werden. Daher stelle ich hier meine Zeit gerne zur Verfügung“, betont Albert Themel. „Als mein Bruder Albin in der Verlegenheit war, keinen Beifahrer zu haben, sprang ich 2013 kurzerhand ein und schon war ich mittendrin“, erzählt Maria Jarnig, die Schwester der beiden. „Außerdem war es mir ein Bedürfnis, als Danke etwas zurückzugeben, da ich den Dienst des Roten Kreuzes mehrmals für meine Kinder in Anspruch nehmen musste“.

Gemeinsam  schaffen wir das

Seit 2007 ist Edeltraud durch Motivation ihres Ehegatten Albin dabei, trotz Knieproblemen. „Wenn mehrere Stufen zu überwinden sind, stellt halt mein Mann das Essen zu, aber wir ergänzen uns“, stellt sie freudig und mit Augenzwinkern fest.

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Oft sind die Leute des Essenszustelldienstes vom Roten Kreuz der einzige Kontakt des Tages zur Außenwelt. Viel Zeit haben sie nicht, denn alle warten, aber ein „small talk“ geht sich immer aus. Manchmal gilt es die Rettungskette in Gang zu setzen, wenn jemand gerade stürzt, weil er die Türe öffnen will, um sein Essen in Empfang zu nehmen. Aber es passieren auch Hopplas. Wenn man zum Beispiel die leere Box zurücklässt und die volle wieder mitnimmt. Oder gar einmal ein Essen vergisst und als „Ersatz“ Eier und Reindling vorbeibringt. Aber wir sollten nicht vergessen und eines im Auge behalten: Hier stellen Menschen ihre Freizeit in den Dienst der Nächstenliebe – und das zählt!!