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„Jeder Unfall ist einer zuviel!“

St. Stefan - Als Vertreterin der familienfreundlichen Gemeinde St. Stefan liegt Organisatorin und Vizebürgermeisterin Margit Gallautz das Thema Sicherheit „Große schützen Kleine“ sehr am Herzen.

Vertreter der Gemeinde, der Polizei, des Zivilschutzverbandes, des Roten Kreuzes, der Medizin und des ÖAMTC fanden sich gestern zu einer Bewusstseinsveranstaltung ein
So fand gestern Abend eine Vortragsreihe zum Schwerpunktthema Kindersicherheit im Kultur- und Veranstaltungszentrum St. Stefan statt. Als Referenten wurden Dr. Andreas Löberbauer, seines Zeichens Kinderfacharzt, Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes Dittmar Michor, Gr.Insp. und Zivilschutzbeauftragter Baltasar Mitterer und seitens des ÖAMTC Jutta Regatschnig geladen. Vertreter der Exekutive wie Bezirkspolizeikommandant Major Werner Mayer und Postenkommandant von St. Stefan Klaus Rieger, waren unter den Ehrengästen.
Es darf uns nicht egal sein – jeder kann helfen!

„Jeder Unfall ist einer zuviel!“

Dr. Löberbauer: „Ziel ist es, die Menschen zu sensibilisieren und Gefahren in und um den Haushalt, der Freizeit zu erkennen und vorweg schon zu vermeiden. Kinder dürfen sich bewegen, neugierig sein und ab und zu leicht verletzten, ABER sie können Gefahren nicht einschätzen und hier sind wir als Erwachsene und Vorbilder gefragt, sie zu schützen. Jährlich passieren 165.000 Unfälle, davon alle zwei Wochen ein tödlicher. Täglich müssen 450 Kinder nach Unfällen behandelt werden. 79% dieser passieren in gewohnter Umgebung wie dem Zuhause, Schule oder Kindergarten. „Das hat mein Kind noch nie getan“ – bis jetzt – und irgendwann passiert es dann doch!“
Dr. Löberbauer führt seine Praxis in Arnoldstein und gab gestern bereitwillig sein Wissen rund um die Unfallverhütung preis

Sicherheitstipps:

Tipps rund ums richtige Verhalten am Wickeltisch, dem Gitterbett, Flüssigkeiten, Strom sowie bei Verbrennungen und Verbrühungen erhielten die Interessenten gestern Abend reichlich – auch in plakativer Form. Eine Nummer darf im Handy nie fehlen: 01-4064343 (Vergiftungsinformationszentrale) Dittmar Michor: „Die beste Unfallverhütung ist Aufklärung. Ob am Kinderspielplatz, in der Küche, bei Badeunfällen oder im Umgang mit Tieren. Achtsamkeit ist der beste Unfallverhüter. Jedes Kind ist neugierig, will probieren. Aber wir müssen bedenken, dass schon der kleinste Abfall (z.B.: Zigarettenstummel) tausende an Giftstoffen enthält. Die Müdigkeit der Eltern/Großeltern, auch wenn die Kinder nur einen kleinen Moment außer Acht gelassen werden, ist ein zusätzlicher Gefahren-Faktor. Erste Hilfe ist einfach und wenn im Bedarfsfall Ruhe bewahrt wird, die Gefahrenstelle abgesichert und lebensrettende Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, kann der Notruf abgesetzt, die Wundversorgung und die Basismaßnahmen eingeleitet werden und somit ist auch ein reibungsloser Verlauf möglich.“
Weitere erste Hilfe-Kurse können jederzeit beim Roten Kreuz angefragt werden

Notruf absetzen:

Wo? Was? Wie viele? Wer? – Das Abfrageschema der Rettungskräfte ist immer gleich. Die Notrufnummer 144 ebenso. Für einen Krankentransport gilt allerdings die 14844.
„Von der Bevölkerung – für die Bevölkerung“! Baltasar Mitterer ist ein Vorreiter in Sachen Zivilschutzaufklärung, nicht nur in seiner Heimatgemeinde St. Stefan an der Gail
Baltasar Mitterer: „Als Zivilschutzbeauftragter, Polizeibeamter und vor allem auch Mitmensch, liegt mir die Zivilcourage und Sicherheit unserer Kinder und Bürger sehr am Herzen. „Von der Bevölkerung – für die Bevölkerung“ – zeigen wir, dass uns unser Nächster nicht egal ist. Grundvoraussetzung ist es aber, dass wir einen sogenannten Notfall erkennen. Sich selbst in Gefahr zu bringen, ist nicht der Sinn der Sache. Dennoch gilt für die Zivilcourage weiterhin Aufklärungspflicht. „Leben hat Vorrang…“ unter diesem Motto gibt es aber auch eine genaue Gesetzeslage, an die wir uns als Eltern, Großeltern, Betreuungseinrichtungen etc. zu halten haben. Fahrzeugsicherung mit Plankettenkennzeichnungen (ECE-Regelung, derzeit 44.04), geprüften Kinder- und Schalensitzen, retten nicht nur Leben – sondern lassen auch die Sicherheit gewähren, dass wir für unsere Liebsten allseits das Beste im Sinn haben. Weder Eltern, noch Großeltern sind aus der Verantwortung zu nehmen – wir haben alle Vorbildwirkung. Nehmen auch Sie sich Zeit für die Bewusstseinsbildung in Sachen Kindersicherung und Zivilcourage.“