Wölfe: Jetzt ist die Kärntner Landwirtschaft in Brüssel am Wort

Kärnten/Brüssel -

„Exponentielles Wachstum ist uns spätestens seit Covid ein Begriff. Ein Problem, mit dem wir auch bei der Ausbreitung von Wölfen in Europa konfrontiert sind. Davor warne ich in Brüssel seit Jahren“, sagt die ÖVP-Landwirtschaftssprecherin im Europaparlament Simone Schmiedtbauer. Leider seien ihre Warnungen in Brüssel lange ignoriert worden.


„Mittlerweile scheint die EU-Kommission die Stimmen aus der Praxis endlich ernst zu nehmen. Daher gibt es jetzt eine Trendwende, und die EU-Kommission hat die Wissenschaft, die Landwirtschaft und die Regionen aufgefordert, Daten zu liefern, um den strengen Schutzstatus der Großraubtiere zu überprüfen“, sagt Schmiedtbauer. Sie betont die gute Zusammenarbeit mit Kärnten: „Ohne die regelmäßigen Interventionen in Brüssel aus den Bundesländern hätte dieser Schritt wohl noch länger auf sich warten lassen.” Kärnten sei zudem Vorreiter bei den Verordnungen zur Entnahme von Problemwölfen.

Landeshauptmann-Stv. Martin Gruber und bäuerliche Europaabgeordnete Simone Schmiedtbauer fordern Trendwende in Großraubtierpolitik und wollen die EU-Kommission mit der Kärntner Realität konfrontieren – Betroffene bis 22.9 aufgefordert, an Erhebung der EU-Kommission zur Wolfssituation teilzunehmen.

Landeshauptmann-Stv. Martin Gruber begrüßt den Aufruf, auch wenn er eigentlich zu spät komme: „Die Wolfssituation hat in vielen Regionen bereits massiven Schaden angerichtet und entwickelt sich dramatisch. Der Wolf ist in Europa schon lange nicht mehr vom Aussterben bedroht, sein Schutzstatus in der EU ist nicht mehr gerechtfertigt. Wir werden von Kärntner Seite alles tun, um die EU-Kommission mit der Realität vor Ort zu konfrontieren.“ Schmiedtbauer und Gruber rufen zur zahlreichen Teilnahme an der Erhebung der EU-Kommission auf. „Wir haben jetzt eine einmalige Chance, das Wolfsbild, das bei EU-Behörden vorherrscht, richtigzustellen und auf die Konsequenzen der bisherigen Wolfspolitik in der EU aufmerksam zu machen“, so Schmiedtbauer und Gruber. Betroffene und Interessierte können ihre Erfahrungen bis 22.9. unter EC-WOLF-DATA-COLLECTION@ec.europa.eu mit der EU-Kommission teilen.