e5 - Zukunft Gitschtal

Star-Pianist Ingolf Wunder beim „Gitschtal Forum 2019“

Gitschtal - Rund 120 Zuhörer nahmen am Donnerstag, 3. Oktober 2019, beim mittlerweile „4. Gitschtal Forum“ in Weißbriach teil. Keynote-Speaker Ingolf Wunder beeindruckte mit seinem Vortrag darüber, warum Kreativität so entscheidend für die Zukunft sein wird. Das „Gitschtal Forum“ ist eine Initiative der unparteiischen Gruppe „e5 – Zukunft Gitschtal“.

Die Referenten des Gitschtal Forums gemeinsam mit Vertretern von e5 und der Moderatorin: (v.l.n.r.) Gitschtals Bürgermeister Christian Müller, e5-Vertreterin Stefanie Rud, Stefan Leitner von Holzbau Austria, Architekt Herwig Ronacher, Fridays for Future Vertreterinnen Hanna Eberdorfer und Nina Weberhofer, Pianist Ingolf Wunder und Moderatorin Christine Strömpfl
Seit mittlerweile vier Jahren findet im Oktober alljährlich das „Gitschtal Forum“ im Kultursaal in Weißbriach statt: Ein Diskussionsabend, der die vielfältigen Optionen aufzeigen soll, wie man den ländlichen Wirtschafts- und Lebensraum stärken kann. Dieses Jahr stand die Veranstaltung ganz im Zeichen von „Holz trifft Ton“: Kreativität und Leidenschaft für Kunst, Wirtschaft und die Zukunft.

Kreativität und Leidenschaft

Keynote-Speaker des Abends war der 34-jährige Starpianist Ingolf Wunder. Er ist Preisträger des Internationalen Chopin-Wettbewerbs, des ältesten und angesehensten Musikwettbewerbes der Welt. Der sympathische Kärntner plädierte am Donnerstag in seinem Vortrag dafür, kreatives Denken zu fördern und der Kunst mehr Wertigkeit im Alltag und der Bildung zukommen zu lassen. „Wir müssen den Menschen wieder auf eine höhere Ebene stellen als die Technik“, zeigte sich der Pianist überzeugt. „Dafür muss das Schulsystem von Grund auf revolutioniert werden, denn Kreativität und Leidenschaft bleiben im aktuellen System auf der Strecke.“ Gemeinsam mit seiner Frau startete Wunder daher das Startup „Appassio“, die erste Echtzeit-Online-Lern- und Lehrplattform exklusiv für alle Bereiche der Kunst.

Nina Weberhofer und Hanna Eberdorfer

Wie wichtig Leidenschaft im Handeln ist, bewiesen auch die beiden Fridays for Future-Vertreterinnen aus Klagenfurt. Nina Weberhofer und Hanna Eberdorfer vermittelten dem interessierten Publikum ihre Beweggründe, sich für die Klimainitiative zu engagieren. „Wir von Fridays for Future Klagenfurt werden nicht verstummen, bis Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden“, betonten die beiden Schülerinnen. Mit ihrer Botschaft wollen sie alle in der Bevölkerung begeistern. Denn: „Wenn man nicht zu jung für Klimaschutz sein kann, dann kann man auch nicht zu alt dafür sein!“

Der genialste Rohstoff der Welt

Stefan Leitner vom Verband „Holzbau Austria“ und gleichzeitig Vertreter von „proHolz Oberösterreich“ demonstrierte beim Gitschtal Forum, wie die Holzwirtschaft mit neuen Wegen zum Erfolg gelangen will. Für ihn liegen die Fakten klar auf der Hand. „Alle 40 Sekunden wächst in den österreichischen Wäldern genug Holz für den Bau eines Holzhauses nach“, erklärte der Holzexperte. Insbesondere für das Gitschtal ortete der Oberösterreicher großes Potenzial. „Das Gitschtal verfügt als waldreiche Region über besonders viel von der wertvollen Ressource Holz. Noch viel wichtiger ist allerdings, dass es hier auch das Know-how und die Menschen gibt, die etwas daraus machen. So wird Holz zu einem echten regionalen Wirtschaftsfaktor“, zeigte sich Leitner überzeugt.

Architekt Herwig Ronacher

Der Gailtaler Architekt Herwig Ronacher verdeutlichte anhand seiner zahlreichen Projekte, wie vielfältig Holz bei diversen Bauprojekten eingesetzt werden kann – vom Hotelkomplex bis zum Privathaus. „Ökologisches Bauen, besonders mit dem Werkstoff Holz, Baubiologie und energiebewusstes Bauen sind zentrale Elemente in unserer Arbeit“, betonte der Architekt, der gemeinsam mit seiner Frau mittlerweile über 450 Projekte umgesetzt hat. Er plädierte dafür, ganzheitliches Denken auch in der Architektur zu verwirklichen und sichtbar zu machen.

Rahmenprogramm am Vor- & Nachmittag

Die Anwesenheit der Experten im Gitschtal wurden gleich doppelt genutzt. Unter dem Arbeitstitel „Denkwerkstatt“ fanden am Donnerstag zusätzlich zwei Workshops statt. So stand Star-Pianist Ingolf Wunder am Vormittag für einen Workshop mit rund 200 Schülern des BORG und der HLW Hermagor zur Verfügung. Anschließend gab er auch noch eine Musikstunde mit rund 20 Schülern. Die Holzexperten Stefan Leitner und Herwig Ronacher diskutierten am Nachmittag mit Vertretern aus Industrie, Holz- und Forstwirtschaft im Rahmen eines Arbeitskreises über mögliche Themen der Zusammenarbeit. Das „Gitschtal Forum“ ist eine Initiative der Gruppe „e5 – Zukunft Gitschtal“. Rund 25 Bürgern rund um den Projekt-Verantwortlichen Martin Schretter haben sich zur unparteiischen Gruppe zusammengetan, um Herausforderungen in der Gemeinde aktiv aufzugreifen. In den letzten vier Jahren konnten bereits 20 größere und kleiner Projekte aus den Bereichen Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, Energie und Kommunikation entwickelt und umgesetzt werden.  

BILDER

  Alle Fotos: e5 – Zukunft Gitschtal / Hans Jost