Bezirk St. Veit an der Glan ist Kärntens E-Pkw-Hochburg

Ausstieg aus Diesel und Benzin bei Neuwagen spätestens im Jahr 2030

VCÖ - Der Bezirk St. Veit an der Glan war im 1. Halbjahr Kärntens Spitzenreiter bei den neuzugelassenen E-Autos, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. An zweiter Stelle folgt der Bezirk Hermagor.


Der VCÖ fordert angesichts der Klimakrise die Beschleunigung der Energiewende im Verkehr. Bei Firmenwagen soll eine CO2-Grenze für steuerliche Absetzbarkeit eingeführt werden. Im Wohnrecht ist der Einbau von E-Ladestationen zu vereinfachen. Zudem soll spätestens im Jahr 2030 kein neuer Diesel- oder Benzin-Pkw mehr verkauft werden. Vier Prozent der im 1. Halbjahr im Bezirk St. Veit an der Glan neuzugelassenen Pkw fahren ausschließlich mit Strom. Damit liegt St. Veit an der Glan im Österreich-Ranking unter den Top 20 und ist Kärntens Spitzenreiter, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Hermagor am guten 2. Platz

Den zweithöchsten E-Auto-Anteil hat in Kärnten der Bezirk Hermagor mit 3,8 Prozent. Dahinter folgen die Bezirke Klagenfurt Land (2,5 Prozent), Völkermarkt (2,3 Prozent) und dann die Städte Klagenfurt (2,3 Prozent) und Villach (2,1 Prozent). Die Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass E-Pkw mit österreichischem Strom-Mix im Schnitt um rund 60 Prozent weniger CO2 pro Personenkilometer verursachen als Benzin- oder Diesel-Pkw. Inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung, Energiebereitstellung und Recycling verursacht ein E-Pkw 84,5 Gramm Treibhausgase pro Personenkilometer, Pkw mit Verbrennungsmotor im Schnitt 216,5 Gramm, verdeutlicht der VCÖ.

Vorteil E-Auto

„E-Autos sind für Regionen besonders gut geeignet. Auch weil es in den Regionen viele Einfamilienhäuser gibt. Man kann mit Photovoltaik-Anlage den Strom fürs Fahren selber erzeugen“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Damit auch bei Wohnanlagen mehr E-Ladestationen angeboten werden können, ist auf Bundesebene das Wohnungs- und Eigentumsrecht zu reformieren. Da E-Autos in der Anschaffung teurer, aber im Betrieb billiger sind, sind sie für Carsharing ideal, wie österreichweit bereits zahlreiche Initiativen zeigen.
  • Österreichweit wurden im 1. Halbjahr 4.904 E-Autos neu zugelassen, das waren nur 2,8 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen. Mit 67.719 wurden fast 14 Mal so viele Diesel-Pkw neu zugelassen und mit 96.137 rund 19 Mal so viele Benzin-Pkw. „Obwohl der Kauf von E-Autos sehr stark direkt und indirekt gefördert wird, nimmt ihr Anteil nur sehr langsam zu. Das liegt daran, weil keine regulierenden und steuerlichen Maßnahmen bei den Diesel- und  Benzin-Fahrzeugen umgesetzt wurden. Wenn die Energiewende im Verkehr nicht massiv beschleunigt wird, droht Österreich ein teures Scheitern bei den Klimazielen“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.
Neben der allgemeinen Einführung einer CO2-Steuer mit Öko-Bonus sollen die vorhanden Steuern und Abgaben im Kfz-Bereich eine viel stärkere Klimaschutz-Komponente erhalten. Den größten Hebel sieht der VCÖ bei den Firmenwagen. Sechs von zehn Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen. „Pkw, die laut Herstellerangaben mehr als 120 Gramm CO2 emittieren, sollen nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden können. Spritfresser sind nicht betriebsnotwendig“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Auch die Klimawirkung der NoVA kann verbessert werden. Die bestehende Malus-Grenze, ab der pro Gramm CO2 ein Fixbetrag zu bezahlen ist, ist von derzeit 250 Gramm CO2 auf zumindest 180 Gramm CO2 zu senken. Der CO2-Malus ist von der Deckelung des Höchststeuersatzes von 32 Prozent auszunehmen.  

Österreich braucht Ausstiegsplan aus Diesel und Benzin

Darüber hinaus braucht Österreich einen konkreten Ausstiegsplan aus Diesel und Benzin. Österreichs vergangene Regierung hat beschlossen, dass im Jahr 2050 der Verkehr keine fossilen Kraftstoffe mehr verbrennen darf. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte spätestens ab dem Jahr 2030 kein neuer Diesel- oder Benzin-Pkw mehr verkauft werden, stellt der VCÖ fest.

VCÖ: Eisenstadt und der Bezirk Jennersdorf sind Burgenlands E-Pkw-Hochburgen (Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2019 (Anzahl neuzugelassene E-Pkw))

 
  • Bezirk St. Veit an der Glan: 4,0 Prozent (33)
  • Bezirk Hermagor: 3,8 Prozent (7)
  • Bezirk Klagenfurt Land: 2,5 Prozent (17)
  • Bezirk Völkermarkt: 2,3 Prozent (12)
  • Klagenfurt: 2,3 Prozent (69)
  • Villach: 2,1 Prozent (29)
  • Bezirk Wolfsberg: 2,1 Prozent (17)
  • Bezirk Spittal an der Drau: 1,8 Prozent (20)
  • Bezirk Villach Land: 1,8 Prozent (11)
  • Bezirk Feldkirchen: 1,4 Prozent (5)
  • Kärnten: 2,3 Prozent (220)
Quelle: Datafact, VCÖ 2019